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Von Anfang an dabei: Tomas Bastian (r.), der im Innovationsquartier ein Tonstudio betreibt. Mit auf dem Bild sind Praktikantin Elisa Beihofer vom Staffelsee-Gymnasium und Wirtschaftsförderer Jan-Ulrich Bittlinger. 

Ein Jahr Innovationsquartier

Firmengründungen und neue Jobs

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Gut ein Jahr ist es nun her, dass das Murnauer Innovationsquartier seine Pforten geöffnet hat. Seitdem hat sich die Einrichtung der Marktgemeinde, die damit vor allem Unternehmer der Kreativbranche fördern will, mit Leben gefüllt und zu einem Vorzeigeprojekt entwickelt.

Murnau – Es ist eine Menge Geld, das der Markt Murnau in das ehrwürdige Gemeinde-Krankenhaus gesteckt hat, um es in ein Innovationsquartier (IQ) der Kreativbranche zu verwandeln. Rund 900 000 Euro wurden ausgegeben – etwa für den Brandschutz und eine Internet-Infrastruktur. Das Konzept scheint aufzugehen. Denn die Bilanz, die Wirtschaftsförderer Jan-Ulrich Bittlinger, der das Haus federführend managt, nach dem ersten Jahr präsentiert, ist beeindruckend.

Die Büros sind begehrt: Exakt 44 Unternehmer und Startups sind seinen Angaben zufolge mittlerweile als Mieter eingezogen. Das Haus ist damit so gut wie ausgelastet. Die Bandbreite ist groß, reicht von der Filmbranche über die Werbung bis hin zum IT-Sektor. Hinzu kommen Arbeitsplätze, die zeitweise belegt werden können („Coworking“), Veranstaltungsräume und Flächen für Vereine wie die Tüftler-Werkstatt MakerLab. „Es ist eine optimale Form des Netzwerkens und Zusammenarbeitens“, resümiert Bittlinger im Tagblatt-Gespräch.

Es seien bereits neun Firmen gegründet worden und zwölf sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze entstanden, fährt der Rathaus-Mitarbeiter fort. Außerdem würden regelmäßig Praktika angeboten. „Das ist ein Erfolg.“ Einige IQ-Vertreter hätten sich mit einem eigenen Shop („Murnaufaktur“) im Untermarkt niedergelassen, um etwa selbstgefertigte Souvenirs oder Boxershorts zu verkaufen. Ein Laden mit Brautmoden soll im Herbst folgen. „Wir züchten den Einzelhandel-Nachwuchs“, sagt Bittlinger. Den Vorwurf, vom IQ habe die heimische Wirtschaft kaum etwas, lässt er nicht gelten: „Das sind alles Leute aus der Region“, erklärt er mit Blick auf die Belegung. Die positive Entwicklung scheint sich herumgesprochen zu haben. Jedenfalls wurde das IQ für den Bayerischen Stadtmarketingpreis nominiert.

Bei einem großen „Tag der offenen Tür“ am 23. Juni will sich das Zentrum erstmals der breiten Öffentlichkeit vorstellen – und einen Ausblick in die Zukunft wagen. So sollen beispielsweise eine Jobbörse und ein Unternehmerforum entstehen. Auch will das besagte MakerLab eine Programmiergruppe für Jugendliche ins Leben rufen. Das Kernanliegen all dieser Bemühungen ist es, Firmen anzusiedeln und Arbeitsplätze zu schaffen. „Wir wollen dabei helfen, dass junge Leute in der Region bleiben können“, erläutert Bittlinger. Das IQ soll sich, so seine Vision, als ein „Zentrum für Wirtschaft und Arbeit“ etablieren.

Der Treffpunkt der kreativen Köpfe sorgte in der Vergangenheit aber auch für kontroverse Debatten in der Ortspolitik. Immer wieder zu hören war der Ruf nach mehr Kontrolle und Transparenz. Diese Forderung wird ein Stück weit erfüllt: Laut Bittlinger entsteht derzeit ein Kriterienkatalog, der genau festlegt, welche Betriebe aufgenommen werden und welche in den Genuss reduzierter Mieten kommen. Außerdem gibt es regelmäßig Zwischenstandsberichte.

Im Schnitt zahlen die IQ-Unternehmer knapp sechs Euro kalt pro Quadratmeter. Ein Teil erhält als Starthilfe einen Nachlass. Eine genaue Kalkulation der Betriebskosten liege zwar noch nicht vor, sagt Bittlinger. Aber Ziel müsse es sein, dass das Ganze kostendeckend funktioniert und die Investitionen über die Mieteinnahmen wieder refinanziert werden.

Einer der Mieter, der von Anfang an dabei ist, ist Tomas Bastian. Der Murnauer betreibt in dem einstigen Krankenhaus an der James-Loeb-Straße ein Tonstudio – und ist begeistert: „Das IQ ist für mich ein Glücksfall. Es besteht die Möglichkeit, in einem unglaublich kreativen Umfeld zu arbeiten.“ In München, wo er zuvor Filme vertonte, habe er dieses positive Klima nicht vorgefunden.

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