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Eindeutiges Votum für die Winterspiele

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Das Archivfoto zeigt Miriam Wegner (damals 16) aus Ratingen (Nordrhein-Westfalen) den Schauspieler Ralf Moeller bei der Eröffnung der Special Olympics im Jahr 2005 in Garmisch-Partenkirchen. © Ströter

Garmisch-Partenkirchen – Jetzt doch: Garmisch-Partenkirchen richtet Olympische Winterspiele aus. Schon 2013. Mit einem Budget von 70.000 Euro. Der Finanzausschuss hat beschlossen, die Nationalen Special Olympics für Menschen mit geistiger Behinderung zu veranstalten. Nur die Vertragsunterschrift fehlt noch.

Was wurde über die Bewerbung Garmisch-Partenkirchens für die Olympischen Winterspiele gestritten, diskutiert und am Ende auch – nach der Entscheidung zugunsten von Pyeongchang (Südkorea) – geweint. Und jetzt? Jetzt kommen sie doch, die Spiele. Ganz ohne Diskussion oder Streit. Garmisch-Partenkirchen wird wieder Olympia-Ort. Einstimmig hat der Finanzausschuss beschlossen, 2013 die Special Olympics (SO) auszutragen, die Nationalen Winterspiele für Menschen mit geistiger Behinderung. Es fehlt nur noch die Zustimmung des Präsidiums der ausrichtenden Organisation Special Olympics Deutschland (SOD). „Dies dürfte aber keine Hürde sein“, sagt deren Presseverantwortliche Sonja Schmeißer. Sie will in etwa zwei Wochen die Entscheidung offiziell bekannt geben.

Diese dürfte relativ leicht fallen. Denn Mitbewerber gab es Schmeißer zufolge keine. Dabei ist Horst Demmelmayr überzeugt: „Die Special Olympics auszurichten, bedeutet einen großen Imagegewinn für einen Ort.“ Die Medienaufmerksamkeit sei mittlerweile vergleichbar mit jener bei alpinen Ski-Weltmeisterschaften. Der Garmisch-Partenkirchner hat die Veränderung miterlebt. Immerhin ist er seit 35 Jahren im Behindertenbereich engagiert und Vize-Vorsitzender des Vereins Special Olympics Bayern. 2005 hat er die erste Auflage der Nationalen Spiele der Special Olympics in seinem Heimatort mitorganisiert. „Und 2013 wird’s wohl wieder darauf hinauslaufen.“

Ihm ist bewusst, dass „wir“ – Demmelmayr identifiziert sich mit den Special Olympics – nach wie vor mit den Paralympics verwechselt werden. „Dabei sind wir eine reine Breitensportveranstaltung.“ Ohne Profis, ohne Leistungsdruck. Bei der Siegerehrung etwa wird jeder Sportler geehrt – das olympische Motto „Dabei sein ist alles“ wird gelebt. In diesem Punkt steckt wohl in den Special Olympics mehr Olympia als in den Olympic Games des IOC.

Rathaus-Sprecher Johannes Eitzenberger zufolge rechnet die Gemeinde mit Kosten von rund 70 000 Euro für eine Woche olympisches Flair – „und da ist alles dabei, ein Rundum-Sorglos-Paket“: von der Siegerehrung über die Miete für den Kongresssaal bis zu allen Personal- und Sachleistungen, die während der Wettbewerbe Langlauf, Ski alpin, Snowboard, Floorhockey, Eiskunstlauf und Shorttrack anfallen. Rund 1300 Betreuer und 600 bis 700 Athleten werden in Garmisch-Partenkirchen erwartet.

2005 waren es rund 500 Sportler, darunter viele aus dem Werdenfelser Land. Sie hatten überaus prominente Unterstützung, unter anderem in den heimischen Starts Rosi Mittermaier und Christian Neureuther, Schauspielerin Geraldine Chaplin und Action-Held Ralf Möller. Auch in diesem Jahr rechnet Demmelmayr fest mit prominenten Gästen. Gerade aus Politikerkreisen dürften sich ein paar Personen von Rang und Namen blicken lassen. Immerhin stehen 2014 Kommunalwahlen an – „und das nutzen wir natürlich schamlos aus“, sagt der Organisator und grinst. Die Einladung an Ministerpräsident Horst Seehofer jedenfalls ist schon verschickt.

Katharina Bromberger

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