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Fleißiger Nager

Biber nimmt Barmsee in Beschlag

Krün - Die im Landkreis heiß diskutierte Biber-Problematik hat nun auch den Krüner Barmsee erreicht. Am Ufer sind zahlreiche große Bäume einem der geschützten Tiere bereits zum Opfer gefallen.

Er ist mit Schwanz nicht einmal einen Meter lang und wiegt ausgewachsen gerade mal um die 18 Kilogramm. Dennoch erhitzt der Biber die Gemüter vieler Menschen. Im Landkreis Weilheim-Schongau ist er bereits zu einer richtigen Plage geworden. Und auch im Norden des Landkreises Garmisch-Partenkirchen geht ein Exemplar vor allem im Murnauer Seidlpark fleißig seinem natürlichen Trieb des Holzfällens nach. Nun ist auch Krün betroffen. Und zwar am Barmsee. Weit herumgesprochen hat sich das aber noch nicht. „Dieses Vorkommen war dem Landratsamt bisher nicht bekannt“, erklärt Pressesprecher Stephan Scharf. Dennoch hat das Tier seinen Lebensraum vom Isar-Stausee und an der oberen Isar ausgeweitet. Kaum Einheimische können sich erinnern, dass der Biber jemals den Barmsee als Revier auserkoren hätte. Wie viele der streng geschützten Nagetiere sich wo am See eingenistet haben, bleibt noch offen. Im gesamten Landkreis sollen momentan in etwa 60 Revieren rund 180 Tiere leben. Spaziergängern am Barmsee fällt es sofort auf. Sauber und gründlich abgenagte Baumstumpfe säumen zur Zeit das Ufer. Der Nager lässt die Bäume in den See fallen, damit er dort dann die aufgeweichte Rinde essen kann. Ist ein Baum „abgerindet“, geht’s dem nächsten an den Kragen. Ein Problem sei das aber nicht, wie das Landratsamt erklärt: „Uns liegt noch keine Beschwerde bezüglich dieser Schäden vom privatem Grundbesitzer vor.“ Das ist Baron August von Finck, dem der Barmsee und weite Ländereien drum herum gehören. Sollte es doch passieren, dass einzelne besonders markante oder aus sonstigen Gründen erhaltenswerte Bäume geschützt werden sollen, „kann das Landratsamt auf Wunsch sogenannte Drahthosen bereitstellen“. Diese hindern das Tier dann an seinem Fraß. „Sofern durch angenagte, aber nicht gefällte Bäume Gefahren für Spaziergänger entstehen können, sind diese im Rahmen der Verkehrssicherungspflicht in der Regel vom Grundeigentümer zu beseitigen“, erläutert Scharf die Sachlage. Zum echten Problem würde der Biber dann, wenn er Kläranlagen zu nah kommt und Holz darin lande. Das Säugetier unterliegt nicht dem Jagdrecht nach dem Bundesjagdgesetz und ist durch die Bundesartenschutzverordnung besonders geschützt. Wenn die Jungtiere nach drei Jahren ihre Geschlechtsreife erlangen, werden sie von den Eltern aus dem Revier vertrieben und können dann bis zu 100 Kilometer weit wandern. Im Durchschnitt liegt die Wanderstrecke bei etwa 25 Kilometer. Dann suchen sie einen Partner und gründen ein neues Revier. So wäre es gut möglich, dass sich der Nager in den kommenden Jahren noch weiter in unseren Gefilden ausbreitet.

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