Stolz auf das neue Schulhaus: Minister Ludwig Spaenle (2. v. l.) und Direktor Ralf Havelka, hier mit den beiden Moderatorinnen aus der fünften Klasse, Amelie (l.) und Carolina.

Eine Bereicherung für die Bildungsregion

Murnau - Murnaus Realschul-Neubau wurde feierlich eingeweiht. Bayerns Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) zeigte sich von der Architektur „überwältigt".

Die 337 Murnauer Realschüler und 25 Lehrkräfte haben sich gut eingelebt in ihrem neuen Domizil an der Weindorfer Straße. Bereits im November des vergangenen Jahres war in dem Zentralgebäude der Betrieb aufgenommen worden (wir berichteten). Jetzt folgte - mit etwas Verspätung - die feierliche Einweihung. Aus der Landeshauptstadt war dazu prominenter Besuch angereist: Bayerns Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) übergab den Neubau der „Realschule im Blauen Land“, so die offizielle Bezeichnung, seiner Bestimmung - und sparte nicht mit lobenden Worten. „Das ist etwas ganz Besonderes“, betonte der Spitzenpolitiker.

Etliche Ehrengäste, darunter Vertreter der Politik und des öffentlichen Lebens, sowie die Schulfamilie hatten sich zu dem Festakt in der Aula versammelt. „Ich bin überwältigt von dieser Architektur“, schwärmte Spaenle in seinem Grußwort. In der Tat ist der quaderförmige Komplex mit dem Lichthof in der Mitte beeindruckend. Spaenle bezeichnete die Lehrstätte als einen „Standort für zukunftsfähige Bildung, der alle Besonderheiten der Region unter einem Dach zusammenführt und damit Identität stiftet“. Eine moderne Schule wie diese werde dem Anspruch gerecht, die ganze Persönlichkeit der Schüler zu fördern.

Landrat Anton Speer (Freie Wähler) sprach von einem „Meilenstein in der Landkreisgeschichte“. Es sei ein großzügiges Schulhaus entstanden, „das hervorragend für seinen Zweck geeignet ist.“ Der Chef der Kreisbehörde - der Landkreis ist als Sachaufwandsträger für die Realschule zuständig - ist sich sicher, dass sich die Investition auszahlt. Denn damit werde die Bildungsregion gestärkt. Zusammen mit dem Staffelsee-Gymnasium und der Mittelschule sei in Murnau ein richtiges Schulzentrum gewachsen.

Es war ein harter Kampf vieler Eltern und Volksvertreter, bis die Realschule 2011 - anfangs nur für Buben - genehmigt und später auch für Mädchen geöffnet wurde. Daran erinnerte Direktor Ralf Havelka mit einer bemerkenswerten Geste: Er würdigte das Engagement der Elterngruppe, die 2009 fast 7000 Unterschriften für die Schaffung des mittleren Bildungsweges gesammelt hatte - und beschenkte die beiden Hauptinitiatorinnen, Bettina Böhringer und Anna Schlegel, mit Blumensträußen. „Ohne Sie beide stünden wir heute nicht hier“, so Havelka.

Murnaus Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum) hob unter anderem den Standortvorteil hervor, den Murnaus Schullandschaft mit sich bringe, und erinnerte daran, dass jetzt für den Schwimmunterricht noch eine Schwimmhalle fehle. Hier wäre eine „bezahlbare Lösung“ notwendig.

Und was sagen die Kinder zu ihrer neuen Schule? „De ist wirklich schee gworden“, meinten die beiden Nachwuchs-Moderatorinnen Amelie und Carolina. Umrahmt wurde die Feierlichkeit von einem bunten, musikalischen Programm, das die Schüler und ihre Lehrer einstudiert hatten. Den kirchlichen Segen erteilten Murnaus katholischer Pfarrer Siegbert Schindele und sein evangelischer Kollege Andreas Fach.

Das Zentralgebäude der Realschule wurde mit seinen zwölf Klassenzimmern, 15 Funktionsräumen und Büros in einem Rekordtempo von 20 Monaten hochgezogen. Bis zur Fertigstellung fand der Unterricht in provisorischen Containern und Ausweichquartieren statt. Die dreizügige Realschule befindet sich im Aufbau und zählt derzeit zwölf Klassen von der fünften bis zur achten Jahrgangsstufe. Bis 2016 wird weiter gebaut: In einem zweiten Abschnitt entstehen ein Erweiterungsbau, eine Zweifachturnhalle, eine Mensa und Räumlichkeiten für die Mittagsbetreuung. Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 21 Millionen Euro (inklusive Grunderwerb). (as)

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