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Sind von der grünen Notfall-Dose begeistert: Erika Vogt-Kornmüller und Horst Demmelmayr. 

Eine Dose, die Leben rettet

Notfall-Büchse für die Ersthelfer: Seniorenbeirat will sie verteilen

Der Beschluss ist gefasst: In Garmisch-Partenkirchen soll flächendeckend eine Notfalldose mit Informationen wie Allergien oder Krankheiten an Haushalte verteilt werden. Um Ersthelfern die Arbeit zu erleichtern und im Notfall wichtige Zeit zu gewinnen. Das genaue Vorgehen aber ist noch nicht geklärt.

Garmisch-Partenkirchen– Sie ist grün, etwa 20 Zentimeter lang und in ihrem Innern befindet sich ein Fragebogen zu Vorerkrankungen, Medikamenteneinnahme, Allergien oder bisherigen Unfällen: Eine grüne Notfalldose soll im Akut-Fall Leben retten. Deshalb hat der Seniorenbeirat Garmisch-Partenkirchen auf seiner Sitzung im Rathaus beschlossen, dass diese Dose an die Bürger flächendeckend verteilt wird.

Die Idee: Im Notfall finden Ersthelfer vor Ort sofort alle wichtigen medizinischen Informationen über das Opfer und können gezielt Erste-Hilfe-Maßnahmen und geeignete Behandlungen einleiten, ohne wertvolle Zeit mit Recherche zu verlieren. „Das ist eine ganz tolle Sache“, meint Horst Demmelmayr, der mit seinem Team nun alles Nötige in die Wege leitet. Ein erstes Gespräch mit Garmisch-Partenkirchens Bürgermeisterin hat schon stattgefunden.

Sigrid Meierhofer gleich „Feuer und Flamme“

Dr. Sigrid Meierhofer (SPD) sei gleich Feuer und Flamme gewesen und unterstütze die Aktion, sagt Demmelmayr. Wie genau, das muss nun geklärt werden. Nach Vorstellungen des Beirats könnte die Gemeinde die ersten 500 Euro in die Hand nehmen, um das Interesse in der Bevölkerung an solch einer Notfall-Büchse herauszufinden. Sollte die Idee auf positive Resonanz stoßen, will man im zweiten Schritt im großen Stil die Dosen, die etwa zwei Euro pro Stück kosten dürften, einkaufen und über das Rathaus verteilen. Diskutiert wurde auch die Verbreitung über Hausärzte, Krankenkassen oder caritative Verbände. Einig waren sich die Beiräte: Eine breite Streuung ist wichtig, nicht nur unter älteren Bürgern. Denn ein Unfall im Haushalt kann jeden treffen.

Ein solch großes Projekt lässt sich nicht alleine stemmen. Auch das verdeutliche der Beirat. Angeregt wurde der Antrag auf eine hauptberufliche Stelle, damit ein Mitarbeiter der Gemeinde sich künftig um das Thema kümmert.

Aufkleber für Haustüre und Kühlschrank

In der Dose befinden sich neben dem vierseitigen Fragebogen zwei grüne Aufkleber. Den einen klebt man als Besitzer gut sichtbar an die Haustür, deponiert die Dose dann mit dem ausgefüllten Zettel im Kühlschrank, auf dem der zweite Aufkleber den Hinweis gibt, dass eine Notfalldose hinterlegt ist. Alle anwesenden Mitglieder des Seniorenbeirats waren angetan von dieser Idee. Ins Leben gerufen hatte das Projekt ursprünglich der Seniorenbeirat in Donauwörth. „Das wird vor allem die Notdienste und das Rote Kreuz sehr entlasten“, vermutete Erika Vogt-Kornmüller. Die stellvertretende Vorsitzende des Seniorenbeirats Garmisch-Partenkirchen gab zu bedenken, dass der einmal ausgefüllte Zettel regelmäßig aktualisiert werden und man deshalb die Hausärzte mit ins Boot holen müsse.

Am Ende sprachen sich alle für eine zeitnahe Umsetzung der Pläne aus. In der nächsten Sitzung wollen die Mitglieder nach Gesprächen mit Gemeinde, hausärztlichem Dienst und den caritativen Verbänden konkrete Schritte beschließen.

Barbara Falkenberg

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