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Einen Strauß Blumen und einen Bildband von Krün überreicht Bürgermeister Thomas Schwarzenberger (l.) an Klaus und Erna Troche.

Wintercamper in Krün

Eine eiskalte Leidenschaft

Frostige Nächte statt sonniger Süden: Etliche Camper zieht's jedes Jahr mit dem Wohnmobil nach Krün - mitten im Winter.  Ein Urlaub für Hartgesottene...

Minus fünf Grad zeigt das Thermometer am Alpen-Caravan-Park Tennsee in Krün an. Eine tote Zeit für die Vier-Sterne-Platz-Betreiberfamilie Zick? Von wegen. Überall stehen Wohnmobile, Eiszapfen hängen an den Vorzelten. Aus einem Wagen steigt Klaus Troche, 77, aus Wunstorf bei Hannover. Er und seine Frau Erna campen seit mittlerweile 15 Jahren im Isartal – immer zur Winterzeit. „Und jedes Mal ist es eine Freude, hier zu sein“ betont der Pensionär. Mittlerweile kennt das Ehepaar die Familie Zick sehr gut.

Schneewalzer zum Abschied

In diesem Jahr haben insgesamt 46 Camper aus Norddeutschland, darunter eine Seniorin mit 86 Jahren, im verschneiten Krün ihre Zelte aufgeschlagen. Alle sind Mitglieder des ADAC-Caravan-Clubs Leine-Weser. 15 Jahre lang war Troche ihr Chef, nun gibt er das Zepter weiter. Und das wurde am Tennsee am Sonntag ordentlich gefeiert. Die Partenkirchner Blasmusik spielte den Schneewalzer, es gab Bier und Glühwein beim „Schneekristalltreffen 2015“. Auch Troches alter Freund und Krüns früherer Kurdirektor Sepp Winzinger kam vorbei. Als bei der Ansprache sein Name fiel, gab es tosenden Applaus. „Wir haben ihn ins Herz geschlossen“, sagt eine ältere Camperin aus Hamburg, die ebenfalls schon seit vielen Jahren nach Krün kommt. Auch Bürgermeister Thomas Schwarzenberger (CSU) nahm sich Zeit, um dem Ehepaar mit einem Blumenstrauß und dem Bildband des Dorfs danke zu sagen.

Kopfschütteln für Urlaubsvorlieben

Den Ort und seine Umgebung kennen die Troches mittlerweile bestens. In 15 Jahren Winterurlaub der ungewöhnlichen Art unterm Karwendel haben sie viel erlebt. Aber „die Bekannten zu Hause haben sich auch nach dieser langen Zeit noch nicht ganz an den Gedanken gewöhnt“, verrät Klaus Troche. Frostige Temperaturen und verschneite Alpenlandschaft im Wohnmobil zu genießen, statt eine Kaffeefahrt in den Süden zu machen – das ist nichts für jeden Rentner. Als sie ihre Art des Urlaubsvergnügens „das erste Mal erwähnten, schlugen sie die Hände überm Kopf zusammen“, sagt Troche lachend.

Doch fast alle, die den Mut fanden, das Wintercamping zu versuchen, „sind dabei geblieben“, erzählt er stolz. „Natürlich muss man dabei ganz andere Dinge beachten als im Sommer“, betont der 77-Jährige. „Es beginnt bei doppelten Wänden und Böden im Gefährt und hört mit warmen Klamotten und Glühwein auf.“ Die langjährige Erfahrung zahlt sich bei der Reisevorbereitung aus. „Die Heizung wird dein bester Freund.“

joho 

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