Das größte Stück vom Tourismus-Kuchen in der Alpenwelt Karwendel gehört nach wie vor dem Urlauber aus Nordrhein-Westfalen. grafik: alpenwelt karwendel

Eine Region, zwei Welten

Oberes Isartal - Der Tourismus ist die Lebensader - sowohl im Isartal als auch auf dem Seefelder Plateau. Doch die Gäste-Klientel könnte unterschiedlicher nicht sein.

Eine Region, zwei Welten - anders lässt sich der Tourismus-Vergleich zwischen dem bayerischen Oberen Isartal und dem Tiroler Seefelder Plateau nicht beschreiben. Was sich anhand einiger stichhaltiger Faktoren belegen lässt.

Gerade in puncto Gästeklientel könnte der Unterschied nicht gravierender sein. 98 Prozent der rund zwei Millionen Übernachtungen in der Olympiaregion Seefeld - dazu zählen neben Seefeld die Orte Leutasch, Scharnitz, Mösern, Reith und Buchen - gehen auf das Konto ausländischer Urlauber. Den Löwenanteil - zirka 50 Prozent - machen dabei die Deutschen aus. Auch die Schweizer (rund 25 Prozent) und die Italiener (etwa 17 Prozent) bescheren auf dem Plateau laut Statistik (November 2012/November 2013) Spitzenumsätze. „Wir haben keine zwei Prozent Österreicher“, teilt Bernadette Stauder vom Tourismusbüro der Olympiaregion mit. „Dafür haben wir einen tollen Nationen-Mix.“ Denn auch die Briten, Franzosen und Niederländer sind stark bei den Tiroler Nachbarn vertreten. Im August sind die Kräfteverhältnisse laut Stauder allerdings eindeutig. „Da sind die Italiener die Nummer eins.“

Was auch im nahegelegenen Mittenwald unüberhör ist. Denn dann schwappt eine riesige Welle von Tagestouristen in die Alpenwelt Karwendel. Diese zahlungskräftigen Grenzgänger schlagen sich natürlich nicht in der Fremdenverkehrs-Statistik nieder. So nimmt der Ausländer-Anteil bei den Übernachtungen gerade einmal acht Prozent ein. Und das hat nicht zuletzt finanzielle Gründe.

Stehen der Olympiaregion sechs Millionen Euro an Werbemitteln zur Verfügung, so sind es im Oberen Isartal 180 000 Euro. „Daher ist unser Paket auf den klassischen deutschen Gast zugeschnitten“, meint Krüns Bürgermeister Thomas Schwarzenberger (CSU), der als Aufsichtsratsvorsitzender der Alpenwelt-Karwendel-GmbH fungiert. Das stärkste Klientel bei den 1,14 Millionen Übernachtungen in den drei Partnergemeinden Mittenwald, Krün und Wallgau stellt der Urlauber aus Nordrhein-Westfalen dar. Knapp 30 Prozent reisen aus NRW an - eine treue und lebenswichtige Gruppe für die heimischen Vermieter. csc

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