Umzingelt von Kameras und Mikrofonen: (v.l.) Katarina Witt, Marcus Weber und Bernhard Schwank beim Aufmarsch vor dem IOC-Hautquartier in Lausanne. foto: Gettyimages

Eine Sache von zehn Minuten

Garmisch-Partenkirchen - Marcus Weber (18), Eishockey-Talent des SC Riessersee, war neben Katarina Witt und Bernhard Schwank bei der Übergabe des Bid Books ans IOC in Lausanne dabei

Wie die drei Musketiere sind sie einmarschiert beim Internationalen Olympischen Komitee (IOC): Katarina Witt, oberste Botschafterin, Bernhard Schwank, Chef der Olympia-Bewerbung, und Marcus Weber, Eishockey-Talent des SC Riessersee. Der 18-Jährige war der Auserkorene, der die deutsche Sportjugend bei der Übergabe des Bid Books, des finalen Bewerbungsbuchs, vertrat. Mit stolz geschwellter Brust trat der Garmisch-Partenkirchner an der Seite der beiden festen Größen der Münchner Olympia-Bewerbung auf und stellte abschließend fest: „Ich war überrascht, wie locker die beiden sind.“

Die zwei Tage Anfang der Woche „waren echt der Wahnsinn“, blickt Weber zurück, „vor allem, weil alles so kurzfristig lief. Ich weiß eigentlich gar nicht genau, wie ich zu der Ehre kam“, gibt er zu. Beim Info-Abend des Vereins „OlympiJa“ im Kongresszentrum Ende November geriet Weber erstmals mit dem Thema 2018 in Kontakt. „Ich durfte ein paar Sätze sagen.“ Offenbar hat Weber bei Franz Reindl, einem der großen Befürworter des Olympia-Projekts, Eindruck hinterlassen. Denn der Generalsekretär des Deutschen Eishockey-Bundes war es, der den Jung-Nationalspieler am vergangenen Donnerstag anrief.

Montagmorgen machte er sich mit dem Zug auf nach München. „Am Bahnhof wurde ich abgeholt. Wir sind gleich in den Ratskeller gefahren, wo das Bid Book vorgestellt wurde.“ Danach ging es weiter zum Flughafen. „Da wurden die ganzen Bilder für die Medien gemacht.“ Spätnachmittags startete der Flieger nach Lausanne/Schweiz.

Dienstagmorgen, 10 Uhr, dann der große Termin: Als letzter der drei Kandidaten überreichte die kleine Münchner Delegation das finale Bewerbungsbuch den Entscheidungsträgern des IOC. „Das hat eigentlich nur zehn Minuten gedauert“, erinnert sich Weber. „Wir haben uns hingesetzt, ein bisschen übers Bid Book erzählt und es dann abgegeben.“ Schon war der Spuk vorbei.

Der Ausflug nach Lausanne noch nicht ganz. Bevor das Flugzeug in Richtung München abhob, machte das Trio noch einen Abstecher ins Olympische Museum. „Da ist jede Sportart vertreten, auch ein paar Eishockey-Dinge.“ Ein Ausstellungsstück hat er noch gut in Erinnerung. „Da hängt auch ein Kleid von Katarina Witt.“ Dienstagabend war er dann schon wieder Zuhause, der Sportbotschafter Garmisch-Partenkirchens.

An den Ausflug in olympischen Diensten wird er sich noch lange erinnern. „Die ganzen Kameras um einen herum, das war schon ungewohnt. Geredet haben aber meistens Katarina und Bernhard.“ Da war der SCR-Verteidiger aus dem Schneider. Dennoch flimmerte auch sein Bild am Dienstag über die Mattscheiben in alle deutschen Haushalte. Klar, dass er bei seiner Rückkehr ins Werdenfels-Gymnasium gestern von den Klassenkameraden angesprochen wurde. (cf)

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