Die Bergwacht Krün bei einem Rettungseinsatz
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Einsatz bei Nacht: Die Bergwacht bringt die Vermissten sicher ins Tal.

Fünf Einsätze in einer Woche

Bergwacht Krün auch nachts gefragt

Die Bereitschaftsmitglieder erweisen sich gleich mehrmals als Retter in der Not. Unter anderem bringen sie drei Vermisste sicher ins Tal.

Krün – Seit einigen Tagen mehren sich die Einsätze bei der Krüner Bergwacht massiv. In der Nacht auf Dienstag wurden die Bereitschaftsmitglieder gegen Mitternacht aus den Betten geholt – Vermisstensuche. Sie gestaltete sich kompliziert, weil die Handyverbindung zum Betroffenen abgerissen war, bevor er den genauen Standort mitteilen konnte. Ein weiterer Kontakt war nicht möglich. Eine Ortung des Mobiltelefons schied damit aus.

Der von Einsatzleiter Benno Hansbauer zur Unterstützung angeforderte Polizeihubschrauber konnte wegen starken Nebels nicht anfliegen. Der Helikopter Christoph München war gerade in der Luft. Die Besatzung versuchte zu helfen. Eine Landung in Krün war jedoch trotz mehrmaliger Versuche nicht möglich. Ohne Hilfe aus der Luft ging es am Boden in Richtung Krüner Alm weiter. Die gebildeten Teams teilten sich auf. Das eine zog durch die Jungfinz, das andere zum Angerlgraben.

Auf Zurufe und Lichtzeichen kam kein Kontakt zustande. Zwei Stunden später fand ein Team die drei Vermissten im Angerlgraben – allesamt unverletzt. Eine weitere Mannschaft brachte Sicherungsmaterial, bevor es nach unten ging. Um 6 Uhr war die Mission erfolgreich beendet.

Noch am selben Tag war die Bereitschaft um 19 Uhr erneut gefragt. An der Tiroler Hütte auf dem Simetsberg klagte eine Frau über akute Herzkreislaufprobleme. Eile war geboten. Hansbauer schickte ein Fahrzeug samt Bergwachtarzt und Notfallsanitäter los. Wie sich herausstellte, hatte die Wanderin wegen eines Wespenstichs massive Kreislaufprobleme. Sie wurde umgehend ins Krankenhaus gebracht.

Los ging die stressige Woche bereits am vergangenen Freitag mit einem Mountainbike-Sturz an der Wildbädermooshütte unterhalb der Wallgauer Alm. Dort hatte sich eine 66-Jährige eine Schulterverletzung zugezogen. Tags drauf überschätzten drei Frauen bei einer Bergtour ihre Kräfte. Unterhalb des Feldernkreuzes verließ sie nicht nur das Tageslicht, sondern auch die Energie. Gegen 20 Uhr bat das Trio um Hilfe. Über ein Handy-Ortungssystem lokalisierten sie die Einsatzleiter. Drei Bergretter stiegen kurz darauf über die Ochsenalm zu den Erschöpften auf. Die drei schafften die Strecke bis zum Einsatzfahrzeug, das an der Forststraße zur Vereiner Alm bereit stand.

Am Sonntagnachmittag wurden die Bergretter zum Schachenweg Richtung Wettersteinalm gerufen. Dort galt es, eine unter starken Schmerzen leidende, gestürzte Mountainbikerin mit einer Rippenfraktur zu versorgen. Ein Notarzt war zufällig zur Stelle, der gleich mit dem Material der Bergwacht die Verletzte behandeln konnte.

In Anbetracht der zahlreichen Einsätze zeigt sich Bereitschaftsleiter Sebastian Baumann erleichtert. „Es ist wichtig, dass wir auf die zwei erfahrenen Einsatzleiter Benno Hansbauer und Thomas Schmidt bauen können.“ Ein Glücksfall findet der Wallgauer: „Gute Manager in der Einsatzzentrale sind nicht nur der Grundstock einer Bereitschaft. Sie geben der Mannschaft auch Sicherheit.“ Besonders in Zeiten, in denen wegen Corona die Ausbildung ausgefallen sei. „Mich freut auch, dass die Kameraden trotz des Einsatzaufkommens für Arbeitsaktionen und Ausbildungen motiviert sind.” Leonhard Habersetzer

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