Herzlichkeit schenkt Horst Demmelmayr Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen – und genau die bekommt er auch zurück. Foto: Karl Wagner

Ab und zu einfach „Danke“ sagen

Garmisch-Partenkirchen - Man sieht's ihm nicht an: Heute (Dienstag) feiert Horst Demmelmayr tatsächlich seinen 75. Geburtstag. Nach und nach sucht er Nachfolger für seine Ehrenämter

Das Bild, wonach jemand Hummeln im Hintern hat, ist stark genug. Wer dennoch eine Personifizierung zu diesem Sprichwort braucht, der möge sich an Horst Demmelmayr wenden. Er scheint, lernt man ihn in seinem Element, der Arbeit mit Menschen mit Behinderung, kennen, nie zu rasten. Ständig treiben ihn neue Ideen an, sein Notizbuch ist voll mit Terminen. Im Sommer etwa war er bei den Weltspielen der Special Olympics für Menschen mit geistiger Behinderung in Los Angeles. Zurück kam er mit einem - noch nicht spruchreifen - Großprojekt.

Doch es gibt diese anderen Momente. Da steht Horst Demmelmayr einfach nur da. Auf der Terrasse, am liebsten mit seiner Frau, und schaut in den Himmel. Das sind die Momente, in denen er sich sein Glück bewusst macht. Dann sagt er „Danke“. Dafür, dass alles so ist, wie es ist.

Vermutlich wird er sich auch heute einen solchen Moment gönnen. Der Garmisch-Partenkirchner feiert 75. Geburtstag. Und für diesen Mann mit der ansteckenden Begeisterung, der optisch schon seit Jahren nicht mehr gealtert ist, hat das Alter durchaus Bedeutung. Nicht etwa wegen großer Partys, die er zu Geburtstagen ohnehin nicht zu geben pflegt. Vielmehr macht er sich Gedanken um die Menschen, die ihm so nahe stehen: die Männer und Frauen, Mädchen und Buben mit geistiger Behinderung, die er gerade bei sportlichen Ereignissen seit vielen Jahren betreut. Denn irgendjemand muss weiterführen, was er begonnen hat. Und er hat riesige Fußstapfen in den Boden getreten, sei es als nationaler Koordinator der Sportart Boccia bei den Special Olympics (SO) Deutschland, als Vize-Vorsitzender der SO Bayern oder bei der Kinder- Jugend- und Erwachsenenhilfe (KJE) in Garmisch-Partenkirchen.

Seit 1980 engagiert er sich dort, damals noch als junger Soldat in Mittenwald, seit 1993 sitzt er im Vorstand. Bei der jüngsten Wahl stellte er klar: Er macht nur noch eine Periode weiter, um das Projekt Neubau eines Wohnheims für Behinderte (wir berichteten) zu begleiten. Denn das Prinzip „nach mir die Sintflut“ passt so wenig zu Demmelmayr wie ein Ruhestand auf der Couch und vor dem Fernseher. Zwar hat er sich bereits als Sportbeauftragter bei der KJE zurückgezogen, für seine Ämter bei SO sucht er Nachfolger. Aber: „Von 100 auf 0“, das geht ohnehin nicht. „Da würde ich in ein Loch fallen.“

Wenn er etwas macht, dann mit vollem Elan. Denn so demütig Demmelmayr, der eine schwere Krankheit vor einigen Jahren überstanden hat, dem Leben gegenüber auch ist, so wenig Fatalismus steckt in ihm. Undenkbar, dass er sich einfach mit dem Schicksal abfindet, wenn es ihm gegen den Strich geht. Als „sprühend“ und „im besten Sinne hartnäckig motivierend“ bezeichnet ihn KJE-Geschäftsführer Ronald Kühn. Demmelmayr quittiert eine solche Beschreibung sicher mit einem Lächeln - und würde sie sofort unterschreiben. Er weiß um seine „große Klappe“ - die er nur aufmacht, wenn er etwas zu sagen hat. Dann aber bleiben keine Missverständnisse.

Lieber aber ist’s Demmelmayr, er kann anpacken. Die Welt ein bisschen verbessern. Und zwischendurch die Hummeln Hummeln sein lassen - und „Danke sagen“. So, wie es heute wohl ihm gegenüber viele tun werden.

(Katharina Bromberger)

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