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Beraten sich : Ralph Bader (r.) und sein Anwalt Alexander Stolberg.

GERICHT

Kein Urteil im Fall Bader

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Frühestens am 7. Dezember wird es eine Entscheidung vor dem Arbeitsgericht im Fall Ralph Bader geben. Der ehemalige Geschäftsführer der SC Riessersee Vermarktungs-GmbH setzt sich gerichtlich gegen die im März 2017 erfolgte fristlose Kündigung zur Wehr. Die mündliche Verhandlung am Donnerstag brachte noch kein Ergebnis.

Garmisch-Partenkirchen – Wer ein Urteil erwartet hatte, der wurde enttäuscht: Im Fall der fristlosen Kündigung von Ralph Bader als Geschäftsführer der SC Riessersee Vermarktungs-GmbH in diesem Frühjahr gibt es noch keine Entscheidung. Diese könnte frühestens am 7. Dezember fallen, wenn nicht noch ein neuer Schriftsatz vom 17. November der Beklagten-Seite, der SCR-GmbH, Einzug in das Verfahren findet. Sollte der Richter diesen anerkennen, wird es zu einem neuen Gerichtstermin kommen. Das ließ Dr. Tobias Romeikat, Vorsitzender der Kammer des Arbeitsgerichts, beide Parteien sowie die rund 20 Zuhörer im Großen Sitzungssaal des Garmisch-Partenkirchner Amtsgerichts gestern wissen.

Gegenüber dem Gütetermin im Mai hat sich an der Ausgangslage wenig verändert. Gernot Giesecke, Anwalt der beklagten SCR-GmbH um Udo Weisenburger, brachte es in seinen letzten Worten auf den Punkt: „Es herrscht ein tiefes Zerwürfnis zwischen beiden Parteien.“ Anders kann man es nicht formulieren. Richter Romeikat hatte zuvor nochmals nach der Möglichkeit einer gütlichen Einigung gefragt. Doch da sah man nur schüttelnde Köpfe. „Das Angebot war eine Null“, warf Alexander Stolberg, Anwalt von Bader, schmunzelnd ein. Giesecke erwiderte, dass es nichts anderes geben könne als eine „Null-Einigung, bei den Schäden, die entstanden sind“. Somit war ein Kompromiss keine Option.

Ob die fristlose Kündigung, die erstmals am 24. März 2017 erfolgte, berechtigt ist, dieser Frage wird Romeikat nun nachgehen. Eine Tendenz war beim Richter in keiner Weise zu erkennen. Er hielt sich mit Aussagen in diese Richtung komplett zurück. Er forderte die beklagte Seite auf, beispielhaft zwei triftige Gründe zu benennen: Giesecke pickte aus einem Katalog an Vorwürfen eine USA-Reise Baders heraus, die dieser über die GmbH abgerechnet habe. „Diese Reise hatte sicher Eishockey-Bezug, aber keinen dienstlichen Hintergrund“, betont der Anwalt. Noch dazu habe Bader am Vorabend des Abflugs in einem Hotel am Münchner Flughafen übernachtet und gegessen – für einen Betrag von 420 Euro, „und das in der wirtschaftlichen Situation der Beklagten“. Romeikat hielt dagegen, dass Bader als Geschäftsführer sicher einen „Ermessensspielraum“ gehabt habe.

Haben starke Vorwürfe: Udo Weisenburger und sein Anwalt Gernot Giesecke (r.). 

Stärker klingt da auf den ersten Blick der Vorwurf, dass Gelder aus den Tageseinnahmen der Gastronomie bei den Heimspielen abhandengekommen sein sollen. Über die Saison 2016/17 nach einer Hochrechnung der Beklagten-Seite rund 56 000 Euro. „Ich will keine Untreue unterstellen, aber wenn es nicht so war, dann zumindest eine Pflichtverletzung, denn ich weiß nicht, warum so etwas nicht nachgegangen wurde“, sagte Giesecke. Seine Frage: „Was ist mit diesen Geldern passiert?“ Als Geschäftsführer müsse Bader die Einnahmen im Griff gehabt haben.

Auf diese Anklage erwiderte Bader höchstpersönlich: Er selbst habe die Tageseinnahmen nie in Empfang genommen, zu dieser Zeit an Pressekonferenzen teilgenommen und sich im VIP-Raum aufgehalten. Das Geld sei nach den Partien im Büro abgegeben worden. Am folgenden Werktag habe Bader es in Kassetten zur Bank gebracht und die Summen in die Kassenbücher eingetragen. „Ich hatte nie den Eindruck, dass etwas fehlt.“

Hinsichtlich der Einnahmen aus der Gastronomie meldete sich Weisenburger zu Wort: Er zweifelte generell das Geschäftsgebaren unter Baders Regie an. Bei einem Wareneinkauf von 110 000 Euro habe der SCR in der Vorsaison lediglich 160 000 Euro Umsatz gemacht. In der jetzigen Spielzeit „sieht es so aus, dass sich der Umsatz auf 350 000 Euro belaufen wird bei nur 15 Prozent mehr Zuschauern.“

Stolberg entgegnete in dieser Sache, dass der SCR unter Bader „eine erhebliche Anzahl Ehrenamtlicher und Sponsoren“ kostenfrei verpflegte. Bader habe keine „Plichtverletzung begangen“ oder Gelder veruntreut. Was derzeit bleibt, ist viel Raum für Spekulationen.

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