Die Biogasanlage in den Loisachauen, in die die Gemeindewerke 3,5 Millionen Euro investieren, soll zum 1. Januar 2014 in Betrieb gehen. Foto: Sehr

1,5 Millionen Euro Defizit

Eisstadion bleibt Sorgenkind der Gemeindewerke

Garmisch-Partenkirchen - Knapp 1,5 Millionen Euro Defizit haben die Gemeindewerke 2012 mit dem Eisstadion gemacht. Der Betrieb bleibt das Sorgenkind. Dazu kommt ein sinkender Absatz von Strom.

Müsste Wotan Lichtmeß Noten vergeben, würde er der Vermögens- und Finanzlage der Gemeindewerke Garmisch-Partenkirchen eine drei erteilen. „Diese ist nur befriedigend, weil der Spielraum, Investitionen aus eigener Kraft zu stemmen, nach wie vor nicht ausreichend vorhanden ist“, sagt der Vorstand des Kommunalunternehmens. Es werde nur noch die „Ernte“ der vorangegangenen Investitionen eingefahren. Würde keine weiteres Geld an die Bayerische Zugspitzbahn (BZB) ausgeliehen und keine nennenswerten zusätzlichen Vorhaben gestartet, könnte es gelingen, „die zur Verfügung stehenden Eigenmittel zu erhöhen“. Neuinvestitionen seien in der Folge aber erst mittelfristig denkbar. Steigen dann die Zinsen, „könnte dieses Vorgehen eine wirtschaftliche Fehlentscheidung sein“.

Daher kommt dieses Vorgehen für Lichtmeß nicht in Frage, er stößt auch in diesem Geschäftsjahr Projekte an und macht demzufolge auch Schulden: „In die neuen Blockheizkraftwerke an der Adler- und Olympiastraße fließen 8,4 Millionen Euro, für die Biogasanlage in den Loisachauen geben wir 3,5 Millionen Euro aus.“ Während nur das Gros des mit rund vier Millionen Euro veranschlagten Fernwärmeausbaus - die Arbeiten in der Chamonixstraße sind an diesem Freitag abgeschlossen, die in der Hindenburgstraße ziehen sich noch über den Sommer hin - heuer abgeschlossen ist, muss die Anlage zur Verwertung der Bioabfälle bis Jahresende fertig sein. „Zum 1. Januar 2014 soll sie in Betrieb gehen“, sagt Lichtmeß. Schon diese Vorhaben zeigen aber: „Die heuer geplanten Schuldenaufnahmen dienen allein unserem Kerngeschäft.“

Und das bedeutet, dass er vor allem die Sparten Versorgung (Strom, Gas, Wasser und Wärme) sowie Entsorgung (Abwasser und Müll) im Blick hat. Insbesondere Energieeinsparungen bei Großkunden wie dem Markt und der BZB haben dazu geführt, dass die Werke mit Strom knapp eine Million Euro weniger abgesetzt haben. In den anderen Versorgungsbereichen machten sie hingegen Gewinn - „gerade im Gaseinkauf hatten wir eine glückliche Hand“.

Müsste sich Lichtmeß nur um diese Bereiche kümmern, könnte er ein Ergebnis von 4,9 Millionen Euro vorweisen: „Damit würden wir locker in der Liga von Eon mitspielen“, betont er. Die Defizitbetriebe - Bus, Eisstadion und Alpspitz-Wellenbad - machen ihm mit minus 2,9 Millionen Euro allerdings einen Strich durch die Rechnung. Insbesondere im Eisstadion, das mit seiner maroden Bausubstanz eines seiner größten Sorgenkinder ist, geht der Verlust stetig nach oben. 1,5 Millionen Euro musste Lichtmeß 2012 zuschießen, „aber es ist auch politisch gewollt, dass wir das Angebot in dieser Größenordnung beibehalten“. Um die Situation nicht weiter zu verschlimmern, fließen heuer 120 000 bis 170 000 Euro in den Bestand. Auch ins Bad, das mit 187 000 Besuchern 2000 mehr verbuchen konnte, steckt er jedes Jahr etwa eine Million Euro. Bis zum Sommer soll nun der Plan stehen, wie Saunalandschaft und Kinderbereich noch attraktiver gestaltet werden können. Ein Sorgenkind ist dieser Betrieb zu Lichtmeß’ Freude schon lange nicht mehr.

Tanja Brinkmann

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