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Der Standort: BHLG-Geschäftsführer Georg Miller zeigt die Fläche, auf der die Halle errichtet wird.

Energiewende in der Staffelseeregion

Hackschnitzel: Große Lagerhalle in Murnau geplant

Hackschnitzel sind klimafreundlich, und das Geld bleibt noch dazu in der Region. Im Murnauer Ortsteil Achrain soll jetzt nach etwas Verzögerung eine große Lagerhalle samt Trocknung errichtet werden. Der Baustart ist für Sommer geplant.

Murnau – Kommende oder übernächste Woche soll nochmals eine Versammlung stattfinden. Dann werden sich die Gesellschafter der Bäuerlichen Hackschnitzel Liefergesellschaft (BHLG) zusammensetzen und die Planung für die große Lagerhalle samt Trocknung begutachten. Diese soll im Murnauer Ortsteil Achrain entstehen. Wenn die Gesellschafter ihr Plazet gegeben haben, wird der Bauantrag bei der Marktgemeinde Murnau eingereicht.

Nachdem sich das Projekt etwas verzögert hat, ist der Baustart nach Angaben von Geschäftsführer Georg Miller für Juni/Juli geplant. „Wir wollen bis Herbst fertig sein“, sagt der Leibersberger. Für ihn ist das Projekt, das unter dem Namen „Energieholz Oberland“ firmiert, unabdingbar: „Wenn es gefroren ist, muss ich auf trockene Ware zurückgreifen können.“

Die 900 Quadratmeter große Halle soll auf einem Areal, das den Murnauer Gemeindewerken gehört, errichtet werden, und zwar als klassische Holzkonstruktion. Vorhandene Gebäude brach man bereits ab. „Es wird nichts zusätzlich versiegelt“, betont Miller. Die Hackschnitzel werden mit Sonnenenergie getrocknet. Dazu montiert man Module aufs Dach. Der Stromverbrauch sei dabei „ganz gering“, berichtet der Geschäftsführer. Die BHLG will mit den Gemeindewerken einen langjährigen Pachtvertrag abschließen. Dieser ist noch in Arbeit.

Billig wird die Angelegenheit nicht: 360 000 Euro sind dafür veranschlagt. Doch es fließen aus dem EU-Programm beträchtliche Fördergelder von 144 000 Euro. Bleiben rund 220 000 Euro, die die BHLG selber finanzieren muss. „Wir wollen bei örtlichen Banken ein Darlehen aufnehmen“, erklärt der Geschäftsführer. Die Gesellschaft verwertet pro Jahr zwischen 12 000 und 14 000 Schüttraummeter (= Kubikmeter) Hackgut. Ein großer Abnehmer sind die Gemeindewerke, die die Heizung im Kemmelpark betreiben. Darüber hinaus beliefert die BHLG das Staffelsee-Gymnasium, die Emanuel-von-Seidl-Grundschule, den Gasthof Zur Post in Uffing sowie seit ein paar Monaten die Stadtwerke Penzberg. Diese brauchen für das Heizwerk am Wellenbad rund 3000 Schüttraummeter Hackschnitzel im Jahr. Die Liefergesellschaft verwertet auch Ware, die wegen der Präsenz des Asiatischen Laubholzbockkäfers in Murnau anfällt. „Das kann man alles vor Ort verbrennen“, sagt Miller. Weite Transportwege lassen sich so vermeiden. 

Derzeit hat die BHLG 23 Gesellschafter. Dazu zählen die Gemeindewerke und die Waldbesitzervereinigung Ammer-Loisach (WBV). Diese hat rund 900 Mitglieder. Geschäftsführer Thomas Grebenstein hat die Halle als Leader-Projekt eingebracht. Die WBV gab das Vorhaben dann an die BHLG ab. Das Gebäude samt Trocknung erachtet Grebenstein als absolut sinnvoll. „Wir brauchen einen Puffer, da ist diese Halle ideal.“ Auch der Umstand, dass man damit ein zentrales Lager für die Hackware hat, spricht aus seiner Sicht für den Bau.

Roland Lory

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