AC/DC-Legende Malcolm Young ist tot

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Die Sure im Wortlaut, wie sie von den Schülern vorgetragen wurde

Lehrer werden bedroht, Pfarrer spricht von purer Agitation

In Gottesdienst: Grundschüler lesen aus Koran

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Garmisch-Partenkirchen - Hohe Wellen schlägt ein Schulgottesdienst in Garmisch-Partenkirchen: Viertklässler lasen hier eine Sure aus dem Koran.

Pfarrer Thomas Schmitt spricht von „Polemik, Diffamierung und bösartiger Unterstellung“. Und von „Agitation, um etwas Gutgemeintes in den Schmutz zu ziehen“. Die Worte des Geistlichen wiegen schwer. Und das alles in Zusammenhang mit einem Vorfall an der Garmischer Grundschule an der Burgstraße 9, der auch den Schulreferenten der Evangelischen Kirche im Dekanat Weilheim bewegt und belastet.

Hintergrund der Aufregung: Im Rahmen eines ökumenischen Schulgottesdienstes hatten zwei Viertklässler der Schule eine Sure (Verse) aus dem Koran vorgelesen – mit Passagen wie „Allah ist der Allergrößte“, „hoch erhaben ist Deine Herrschaft“ und „Es gibt keinen Gott außer dir“. Nach diesem muslimischen Gebet, das in arabisch und in der deutschen Übersetzung vorgetragen wurde, fand der Gottesdienst mit dem von allen Schülern gebeteten „Vater unser“ seine Fortsetzung.

Offener Brief eines "empörten Vaters"

Offenbar erst einige Tage später entwickelte sich auf einschlägigen Online-Plattformen im Internet eine erregte Diskussion über diese Episode im Schulgottesdienst – ein offener Brief eines angeblichen „empörten Vaters“ tauchte auf. Dieser beschwerte sich, dass seine Tochter eine Sure aus dem islamischen Glaubensbekenntnis auswendig lernen und vortragen musste. Weiter hieß es: „Bayerische Schule zwingt Schüler, ,Allahu akbar’ vorzutragen“. Auch das rechtsgerichtete „Bündnis Deutscher Patrioten“ (BDP) meldete sich zu Wort, sprach von „Aufdeckung“ und veröffentlichte die komplette Adresse mit Telefonnummer und Bürozeiten der Grundschule an der Burgstraße.

Lehrkräfte, Schulleitung und Schulamt sahen sich umgehend heftiger Kritik ausgesetzt. Per E-Mail, Telefon und auch persönlich gab es „massive Beschimpfungen und Bedrohungen“ in über 100 Fällen, wie gestern gegenüber der Heimatzeitung Schulamtsdirektorin Gisela Ehrl feststellte. Die Angelegenheit im Gottesdienst räumte Ehrl grundsätzlich ein, jedoch legt sie Wert auf die Feststellung, „dass kein Schüler und keine Schülerin gezwungen wurde und die Verse auch nicht auswendig gelernt werden mussten.“ Das muslimische Gebet sei nur vorgelesen worden. Einer Wertung des Vorgangs enthielt sich die Schulamts-Chefin: „Wir schaffen den Rahmen für kirchliche Gottesdienste. Für die inhaltliche Ausgestaltung sind alleinig die Vertreter der Kirchen zuständig und verantwortlich. Wenn der Staat hier ein Mitspracherecht einfordern würde, fehle dafür die rechtliche Basis.“ Indes räumte Gisela Ehrl ein: Ob es aufgrund der jüngsten Vorfälle in Deutschland geschickt gewesen sei, diese Verse aus dem Koran in einen Schulgottesdienst mit einzubauen, wolle sie dahingestellt lassen.

"An den Haaren herbeigezogen"

Die Vorbereitung der ökumenschen Feier lag in den Händen zweier, von den Kirchen angestellten Religionslehrer. Der evangelische Schulreferent im Dekanat Weilheim, Pfarrer Thomas Schmitt, versteht die große Aufregung nicht: „Es ging bei dieser kurzen Passage doch einfach nur darum, im Gottesdienst den Kindern zu zeigen, dass auch in anderen Religionen wie dem Islam gebetet wird und wie die Gebete dort klingen. Hier von einer Islamisierung zu sprechen, ist an den Haaren herbeigezogen.“ Es sei ein Gebot von Toleranz, dass in einem evangelischen Gottesdienst auch einmal ein islamischer Koranvers gesprochen werden dürfe. Restriktiver ist hier die katholische Kirche: Sie duldet grundsätzlich keine Gebete anderer Religionen bei ihren Feiern. Ein Gottesdienst sei etwas sehr Wichtiges und Wertvolles für die christlichen Gläubigen, das nicht gestört werden dürfe.

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