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Diese Szenen soll es künftig nicht mehr geben: Fahrradfahrer in der Garmischer Fußgängerzone. Für sie soll nach dem Konzeptentwurf eine Alternativroute durch den Kurpark geschaffen werden.

Start des Projekts noch in diesem Jahr

Rad-Verkehrs-Konzept: Bürger sollen in die Gänge kommen 

Garmisch-Partenkirchen - Eineinhalb Jahre lang wurde daran geschraubt, nun liegt der Entwurf eines Radwegenetzes für Garmisch-Partenkirchen vor. Vier Wochen haben die Bürger jetzt Zeit, sich zu Wort zu melden. Zu diskutieren gibt es einiges. 

Fahrten durch die schöne Natur, feucht-fröhliche Ausflüge und lustige Abende: Daran könnte man bei dem Begriff „Radlgruppe“ denken. Weitaus weniger Spaß dürfte jene Runde mit Vertretern aus verschiedenen Gesellschaftsbereichen gehabt haben, die sich unter diesem Begriff regelmäßig in Garmisch-Partenkirchen getroffen hat. Denn dem Gremium ging es um ein ernstes Vorhaben: Das Verkehrskonzept so zu verändern, dass ein Radwegenetz zustande kommt. Nun hat Grünen-Gemeinderat und Referent für Umwelt und Mobilität, Dr. Stephan Thiel, das Ergebnis von eineinhalb Jahren Arbeit vorgestellt: ein 130 Seiten starkes Rad-Verkehrs-Konzept. „Ein Vorschlag“, wie er im Rathaus betonte.

Erst wenn die Bürger eingebunden wurden, soll das Projekt abgeschlossen werden. Dann beginnt die Umsetzung, bei der es auf drei Faktoren ankommt: Geld, Zeit und Konsens.

Denn um die 89 Einzelvorschläge Realität werden zu lassen, braucht es Thiel zufolge „Millionen“. Da der Markt davon bekanntlich keine hat, ist der geplante Zeitrahmen entsprechend lang: bis 2030. Losgehen soll es aber schon heuer. „Wir haben die ersten 100 000 Euro im Haushalt eingestellt“, erklärte Dr. Sigrid Meierhofer (SPD). Die leidenschaftliche Fahrradfahrerin freut sich über das große (auch ehrenamtliche) Engagement im Umwelt-Beirat. Und hofft für das Projekt auf entsprechenden politischen Rückhalt: „Ich würde mir wünschen, dass es von den Gremien priorisiert wird und ein nennenswertes Budget vorhanden ist.“

Bürgermeisterin Meierhofer hofft auf Rückhalt aus den Gremien

Außerdem braucht es von den Entscheidungsträgern – genauso wie von den Bürgern – Rückhalt für eingreifende Veränderungen. Diese sind notwendig, um die Radwege zu einem Netz, bestehend aus sieben Achsen, zusammenzufügen. Dabei sollen auch bisherige Problemfelder angegangen werden. Zum Beispiel die Garmischer Fußgängerzone. „Das ist für uns eine Herzensangelegenheit“, sagte Wolfgang Berger vom Ordnungsamt mit Blick auf Fahrradfahrer, die derzeit viel zu schnell an Passanten vorbeirasen. Die Fußgängerzone soll für diese künftig – laut Meierhofer auch sehr zeitnah – zum großen Teil und außerhalb der Anlieferzeiten für die Geschäfte gesperrt werden. „Das geht aber nur, wenn es die Alternative schon gibt“, betont Thiel. Demnach würde der Radverkehr durch ein neues Portal in den Kurpark und an dessen Rand bis zur Zimmermeistergasse geführt werden. Über den Mohrenplatz gehe es dann weiter zum Marienplatz. Große Pläne gibt es auch für die Enzianstraße als Verbindung beider Ortsteile. Sie soll zur reinen Fahrradstraße werden, in der Autos untergeordnet sind.

Das Konzept wird, wie Bauamts-Chef Jörg Hahn prophezeite, „sicher für einigen Gesprächsstoff“ im Ort sorgen. Zum Beispiel wegen der geplanten Veränderungen an der Bahnhofstraße, die eigene Radstreifen bekommen soll. Oder wegen der Alleestraße, bei der es schon jetzt Diskussionen um eine Tempo-30-Zone gibt. Grundsätzlich stellte Meierhofer klar, dass das neue Radwegenetz nur funktioniere, wenn man die geschwindigkeitsbegrenzten Bereiche massiv erweitert. Einschnitte soll es hingegen bei den Parkplätzen geben.

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