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Murnaus PI-Chef Joachim Loy (l.) und der Ermittlungsbeamte Klaus Neuner mit den sichergestellten Beweismitteln. Dazu zählen Diebesgut wie Kfz-Kennzeichen und Einbruchswerkzeug wie ein Akku-Bohrer.

Erfolg für die Murnauer Polizei   

Nachwuchs-Einbrecher gefasst

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Murnau - Ermittlungserfolg für die Murnauer Polizei: Sie konnte eine Einbruchserie aufklären, zu der es heuer im Sommer hierzulande in mehreren Orten gekommen war. Dafür verantwortlich gemacht werden zwei junge Männer (18 und 19 Jahre) aus dem Landkreis.

Mit Diebstählen von Kfz-Kennzeichen und den Emblemen der Autohersteller fing alles an. Doch eine chronische Geldnot brachte die zwei Landkreis-Bewohner dazu, eine Laufbahn als Einbrecher einzuschlagen. Nachweislich verübten der Azubi und der Arbeitslose zwischen Juni und September 14 Einbrüche vorwiegend im nördlichen Landkreis. Vor allem Sportheime und Gaststätten hatten sie sich für ihre nächtlichen Beutezüge ausgewählt.

Heimgesucht wurden Schwaiganger, Eschenlohe, Grafenaschau, Oberammergau, Bad Bayersoien und ein Ausflugslokal in Österreich auf dem Weg zum Plansee. Bemerkenswert ist: Grafenaschau hatte es den beiden anscheinend besonders angetan. In dem Dorf am Murnauer Moos schlugen sie gleich fünfmal zu, unter anderem in den Treffpunkten des TSV, der Feuerwehr und der Schützen. Die Murnauer Polizei, die den Fall im Rahmen eines Pressegesprächs vorstellte, geht davon aus, dass noch weitere Delikte dieser Art auf das Konto der beiden Deutschen gehen.

Hinweise aus der Bevölkerung und eine akribische Ermittlungsarbeit der Beamten führten zum Erfolg: Die Nachwuchs-Ganoven wurden jetzt zuhause – beide leben noch bei ihren Eltern – festgenommen. Da sie einen festen Wohnsitz haben, wurden sie laut Joachim Loy, Leiter der Murnauer Polizeiinspektion (PI), nach der Vernehmung wieder entlassen. „Sie waren voll geständig“, berichtet er. Die jungen Männer müssen sich auf ein Strafverfahren wegen des gemeinschaftlichen Einbruchsdiebstahls einstellen. Möglicherweise wandern sie dafür ins Gefängnis. Für Loy steht fest: „Das waren keine Profis.“ Mit den organisierten Banden aus Osteuropa, die meist mit Einbruchserien in Verbindung gebracht werden, könnten die jetzt erwischten Täter nicht verglichen werden.

Nichtsdestotrotz gingen sie äußerst brachial vor – ausgestattet mit Brechstange, Akku-Bohrer und Schraubendreher. Oft wurden Fenster aufgebrochen, „Hindernisse“ wie etwa ein Bewegungsmelder oder eine Schließanlage kurzerhand demoliert. So erklärt sich auch der hohe Sachschaden, den die Polizei auf rund 20 000 Euro schätzt. Die Beute fiel dagegen bescheiden aus. „Das Ziel war immer Bargeld“, erklärt der Ermittlungsbeamte Klaus Neuner. Doch davon erbeuteten die Einbrecher „nur“ um die 1700 Euro. Selbst Sparschweine waren vor ihnen nicht sicher. Und auch sonst nahmen sie alles mit, was sie zwischen die Finger bekamen – sogar einen Verbandskasten und einen Schneebesen.

Jetzt im Herbst, wenn es wieder früh dunkel wird, nehmen erfahrungsgemäß die Einbrüche zu. Laut Loy war aber bislang das Aufkommen im Bereich der PI Murnau überschaubar. Drei bis vier solcher Straftaten wurden registriert. Seine Dienststelle habe die Streifentätigkeit in den Wohngebieten verstärkt.

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