Drakonische Strafe vor Gericht 

Erneute Promillefahrt: Gefängnis für Werdenfelser 

Sein Auto wird beschlagnahmt, er kommt hinter Gitter: Ein Garmisch-Partenkirchner muss für seine Fahrten unter Alkoholeinfluss sühnen. 

Garmisch-Partenkirchen Endgültig übergelaufen ist bei einem 52-jährigen Garmisch-Partenkirchner jetzt das Maß seines Alkoholkonsums. Denn der Mann, der nach einer Promillefahrt wieder vor dem Kadi saß, bekam dafür eine drakonische Ahndung. Der achtmal vorbestrafte Mann wurde von Amtsrichter Andreas Pfisterer zu einem Gefängnisaufenthalt verdonnert. Schlimmer noch: Sein 15 Jahre altes Auto wird nun von Amts wegen eingezogen

Laut Staatsanwältin Dr. Claudia Alfons war der zunächst noch recht selbstsicher wirkende Werdenfelser am 8. Juni dieses Jahres gegen 1 Uhr früh am Marienplatz zwei Polizisten aufgefallen. Sie hielten ihn für dringend alkoholverdächtig und verfolgten ihn daraufhin samt Anhaltesignal via Burgrain in Richtung Farchant.

An einer Feldweg-Mündung kurz vor dem Dorf fanden sie dann das mit allerlei Gerümpel vollgemüllte Fahrzeug, nicht jedoch den Besitzer. Es machte freilich nicht lange Mühe, ihn irgendwo im Gebüsch aufzutun und zu kontrollieren. Dabei zeigte sich: Der Führerschein war wegen Fahrens unter Alkoholeinfluss bis Ende 2017 entzogen. In dieser Nacht hatte der 52-Jährige 1,68 Promille Alkohol im Blut. Wie er vor Gericht erklärte, habe er „nur drei oder vier Halbe...“ getrunken. Und keinesfalls Schnaps. „Sie wollen mich doch nicht für dumm verkaufen“, sagte der Richter dazu. An dem Tag waren es ganz sicher zehn bis zwölf Halbe.“ Anschließend kam gleich die Mitteilung des Angeklagten, dass er schon früher elf Jahre lang keinen Tropfen getrunken habe. „Doch es wird dann wieder schleichend mehr.“ Der Garmisch-Partenkirchner kündigte an, jetzt eine ambulante Therapie zu machen, die dafür notwendigen Papiere habe er bereits zusammengesucht. Trotz dieser Worte griff der Richter hart durch: „Dann werden wir das Fahrzeug halt mit dem Urteil einziehen.“ Daraufhin erklärte der Mann: „Ich brauch’ doch das Auto für die Arbeit, und ich habe auch Schulden.“

Doch nach Verlesung seiner acht Vorstrafen, die sich stark auf Trunkenheit bezogen und auch Gefängnisaufenthalte beinhalteten, ging gar nichts mehr mit seinen vielen Ausreden und Ankündigungen einer baldigen Therapie. Die Staatsanwältin beantragte nicht nur acht Monate ohne Bewährung, sondern auch eine Fahrerlaubnissperre von zwei Jahren.

„Sie haben ohnehin auch eine hohe Dunkelziffer an Alkoholfahrten“, konstatierte der Richter. Man könne dem Angeklagten nicht ansatzweise eine günstige Sozialprognose erstellen. Deshalb verhängte er nicht nur acht Monate Freiheitsstrafe, sondern wegen vorsätzlichem Fahren unter Alkoholeinfluss und ohne Führerschein auch vier Monate Fahrerlaubnissperre sowie Einziehung des Autos. Schließlich sei dieses ein „Tatmittel“.

Rubriklistenbild: © dpa

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