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Einen begeisterten Empfang bereitet das Publikum den beiden Ski-Stars Rosi Mittermaier und Christian Neureuther, als sie die Fahne der Special Olympics ins Skistadion tragen.

Eröffnung der Special Olympics: Überall Jubel und La-Ola-Arme

Garmisch-Partenkirchen - So sieht sie aus, so fühlt sie sich an: echte, wahre Euphorie. Bei der Eröffnungsfeier der Special Olympics 2013 in Garmisch-Partenkirchen war sie am Montagabend überall. Sie ergriff jeden, der im Skistadion stand. Und das war erst der Anfang.

Taufig Khalil hatte das Wort „La Ola“ noch nicht ausgesprochen, da flogen schon die Arme in die Höhe. Überall im Stadion, begleitet von einem lauten „Hey“. Wie in so vielen Momenten am Montagabend wurde klar: Die 700 Athleten aus Deutschland, aus Österreich und der Schweiz wollen einfach jubeln und feiern. Sich und ihre Spiele. Und genau das haben sie getan, als im Olympia Skistadion in Garmisch-Partenkirchen mit mehreren tausend Beteiligten die Special Olympics 2013, die Nationalen Winterspiele für Menschen mit geistiger Behinderung, eröffnet wurden. Alles begann mit einem lauten „Umpf“.

Bilder von der Eröffnungsfeier der Special Olympics 2013

Bilder: Eröffnungsfeier der Special Olympics 2013

Bilder: Eröffnungsfeier der Special Olympics 2013

Wirklich: Das Skistadion „umpfte“. Es folgte ein „Rititidl-didi-rittiti“, die Zirkusmelodie. Dann das Schlagzeug: „dischdalalada“. Und wieder der Bass auf einer Stadion-Seite: „umpf, umpf, umpf.“ Die als Clowns verkleideten Jugendlichen auf der Bühne waren mit ihrem Zirkus-Lied, das das Publikum einbezog, der ideale Start für die Eröffnungsfeier. Denn jeder dachte sich, was Moderator Khalil wenig später bemerken sollte: „Das geht ja schon wieder super los! Was für eine Stimmung!“ Dieses Publikum war einfach voller Begeisterung – und wollte diese offenbar mit der ganzen Welt teilen. Es bejubelte die Musikkapellen Garmisch und Partenkirchen – sie hatten sich getreu dem Motto der Special Olympics „Gemeinsam stark“ für die Nationalen Winterspiele vereinigt – ebenso wie die Tänzer des Trachtenvereins Werdenfelser Heimat und der Realschule St. Irmengard sowie die Goaßlschnalzer. Und natürlich ihre Helden: die „Gesichter der Spiele“, Lisa Schnitzer, Stephan Holzmann und Biathlon-Königin Magdalena Neuner.

Ein wahrer Jubel-Wettbewerb wurde bei der Begrüßung der Delegationen ausgetragen: Wer ruft am lautesten? Die Kräfte waren da jedoch ungleich verteilt: Aus Berlin nehmen zwei Athleten teil, aus Bayern 329. Die Berliner aber hatten eine weitere prominente Vertreterin: Daniela Schadt. Die Lebensgefährtin von Bundespräsident Joachim Gauck motivierte ihr Besuch sogar dazu, nach vielen Jahren mal wieder ihre Ski aus dem Keller zu holen und zu üben.

Keine Frage: Olympische Spiele passen nach Bayern. Das stellte auch Sportminister Dr. Ludwig Spaenle (CSU) fest. Immerhin werden die Nationalen Spiele der Special Olympics bereits zum vierten Mal im Freistaat ausgetragen, nach 2005 auch schon zum zweiten Mal in Garmisch-Partenkirchen. Bürgermeister Thomas Schmid (CSB) nahm Khalils Ball gerne auf, der sich einen Seitenhieb auf Garmisch-Partenkirchens erfolglose Olympia-Bewerbung nicht verkneifen konnte. Es müsse doch, so vermutete der aus dem Bayerischen Rundfunk bekannte Moderator, ein super Gefühl sein, endlich die Olympischen Spiele in seiner Gemeinde austragen zu dürfen. Das bestätigte Schmid – und er verstand die Special Olympics auch gerne als Generalprobe für die nächsten olympischen Winterspiele.

Doch der Abend war keiner zum Politisieren. Es wurde gelacht. Nicht nur Schmid, sondern auch Hansgeorg Hauser, Präsident des Organisationskomitees, hatte die „vielen strahlenden und glücklichen Gesichter“ in der Menge ausgemacht – sie konnten niemandem verborgen bleiben. Denn sie waren überall. Ebenso wie die Jubelrufe und die La-Ola-Arme. Die Eröffnungsfeier war ein kleiner Vorgeschmack auf das, was Zuschauer und Aktive in den kommenden drei Tagen erleben werden: pure Begeisterung.

Katharina Bromberger

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