Landrat erklärt Grund für fehlende Unterkunft

Erste Flüchtlinge auch in Unterammergau

Unterammergau - Die Gemeinde Unterammergau zählt zu den wenigen Ausnahmen: Sie ist eine der wenigen Kommunen im Landkreis, die keine Unterkunft für Asylbewerber vorweisen kann. Doch nun leben die ersten Flüchtlinge im Ort. 

1146 Flüchtlinge leben derzeit im Landkreis, viele davon auch im Ammertal. Nach wie vor ist Unterammergau die einzige der sechs Gemeinden, in der es keine Gemeinschaftsunterkunft gibt. Das räumte Landrat Anton Speer (Freie Wähler) mit Blick auf seine Heimatgemeinde bei der Bürgerversammlung ein. Trotzdem leben im Dorf jetzt Flüchtlinge.

Eine Familie mit drei Kindern aus Afghanistan hat eine freie Wohnung im Lehrerwohnhaus bezogen. „Ich kenne sie ein bisschen“, sagte Speer, „sie passen ganz gut zu uns.“ Der Landrat hofft, dass die anerkannten Flüchtlinge, deren Kinder zwischen einem und acht Jahre alt sind, herzlich in der Gemeinde aufgenommen werden. Grundsätzlich sei es gut, dass Unterammergau seinen Beitrag leistet. Allein schon „aus Solidarität“ mit den anderen Landkreis-Gemeinden. Der Grund dafür, dass es keine Gemeinschaftsunterkunft wie in anderen Orten gibt, ist laut Speer simpel: „Uns ist kein geeignetes Gebäude angeboten worden.“

Problematisch ist es dabei nicht nur, Bleiben für die Asylsuchenden zu finden. Wenn ihre Anträge genehmigt werden und die Migranten in Deutschland bleiben, braucht es für sie eine Wohnung. Dafür ist – ähnlich wie bei Obdachlosen – die jeweilige Gemeinde zuständig. Speer zufolge ist von den Landräten in Bayern nun erreicht worden, dass anerkannte Flüchtlinge erst einmal in den Gemeinschaftsunterkünften bleiben dürfen. Sie werden „Fehlbeleger“ genannt. 90 von ihnen gibt es, wie Speer sagte, im Landkreis. Eine vergleichbar überschaubare Zahl: „Der Landkreis Rosenheim hat 500.“ Bezahlbare Wohnungen gebe es in der Region ohnehin schon zu wenig. Sozial schwache Familien dürften nicht im Wettbewerb mit den Migranten stehen. Deshalb befürwortet Speer die Lösung für die Fehlbeleger.  

Rubriklistenbild: © Mayr (Symbolbild)

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