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Die Tunnel-Trasse: Die Ortsumfahrung führt westlich an Oberau vorbei.

Die ersten 50 Meter Tunnel

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Oberau - Sie ist etwas ganz Besonderes, die Ortsumfahrung Oberau: für die Bürger, die jahrzehntelang um sie gekämpft haben, aber auch für die Bauherren. Sie erzählen, wie das Projekt nun umgesetzt wird.

Ortsumfahrung Oberau: Bilder von den ersten 50 Metern

Ortsumfahrung Oberau: Bilder von den ersten 50 Metern

Noch haben die Arbeiter den Mühlberg nicht angetastet. Noch sind sie damit beschäftigt, die Baustelle am künftigen Nordportal des Oberauer Tunnels einzurichten. Neben Bürocontainern für die Vertreter der Autobahndirektion Südbayern - „in Spitzenzeiten werden bis zu zehn Kollegen vor Ort sein“, sagt Projektleiter Stephan Geuder - und für die Baufirma entstehen auf dem Areal eine Mischanlage für Beton, eine Werkstatt, eine Gewässerschutzanlage und etliche Lagerflächen. Insbesondere die, auf der das Material aus dem ehemaligen Gipsbruch landet, müsse ab Anfang Oktober noch verdichtet werden, erklärt Geuder. „So bekommt der Boden eine höhere Standfestigkeit.“ In etwa vier Wochen, schätzen er und Christian Schauer, der die Bauausführung überwacht, sind sämtliche Vorbereitungen abgeschlossen. Dann geht’s an den Berg. „Aber schon jetzt“, meint Geuder, „sieht man täglich, dass auf der Baustelle auch etwas passiert.“

Ist diese eingerichtet, beginnt der Tunnelvortrieb - von Norden aus. Über diese Seite wird auch das Gestein, das die Arbeiter mittels Sprengungen oder per Bagger aus dem Mühlberg, dem Gießenbachtal und dem Kirchbichel holen, abtransportiert. „Das Material wird noch auf der Baustelle aufbereitet und dann von der Firma wiederverwendet“, sagt Geuder. Um den Oberauern diese Transporte zu ersparen, erfolgen die Fuhren über das Nordportal. Während in den kommenden zwei Jahren vor allem im Berg gearbeitet wird, werden die Autofahrer die zusätzlichen Lkw-Touren durchaus bemerken. Auch an Wartezeiten, die durch die bereits vorhandene Ampel entstehen, die den Verkehr von und zur Baustelle regelt.

Im Süden passiert derweil wenig. „Dort mussten wir noch archäologische Untersuchungen machen, weil befürchtet wurde, dass Teile der Römerstraße in diesem Bereich liegen“, erzählt Christian Schauer, der für die Autobahndirektion mit der Ausführung der Umfahrung betraut ist. Er kann aber Entwarnung geben: „Wir haben nichts gefunden.“ Um auch von dieser Seite eine Zufahrt zu errichten, die im Lauf von 2016 geplant ist, „stehen heuer im Herbst noch Rodungsarbeiten an.“

Was sich die Bauherren für dieses Jahr zudem vornehmen, ist, die ersten gut 50 Meter in den Berg vorzudringen. Ein kleiner Schritt, wenn man bedenkt, dass circa 3 Kilometer der 4,2 Kilometer langen Umfahrung unterirdisch verlaufen. Für die Arbeiter ist der sogenannte Anschlag, das heißt der Start des Durchbruchs, aber immer eine große Herausforderung. Ist die gemeistert, schaffen sie im Schnitt zehn Meter Vortrieb pro Tag. Zunächst wird die obere Querschnittshälfte, die so genannte Kalotte ausgebrochen. Der Fels wird dann mit Spritzbeton gesichert, zusätzlich werden Anker nach außen angebracht. Im Anschluss wird die untere Hälfte der Röhren angepackt. Erst dann entsteht die Innenschale. Um die Hochwassergefahr im Gießenbachtal zu bannen, wird dort mit einem Sohlgewölbe, einer wasserdichten Ausführung, gearbeitet.

Für Geuder und Schauer, die erst seit einigen Monaten in dieses 204-Millionen-Euro-Projekt involviert sind, ist der Tunnelbau ausgesprochen spannend. „Wir haben sonst mehr mit Brücken zu tun“, sagt Geuder. Der letzte Tunnel, der in ihrem Zuständigkeitsbereich entstanden ist, war der Farchanter. Ein Bauwerk, das die beiden Ingenieure erst jetzt durch die Nachrüstung kennenlernen konnten. Nun selber für einen Tunnel verantwortlich zu sein, ist Schauer zufolge „unglaublich interessant“.

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