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Lange Wartezeiten müssen die Gäste einkalkulieren, die mit der Eibsee-Seilbahn auf die Zugspitze wollen.

Erster Schritt zur neuen Eibsee-Seilbahn

Garmisch-Partenkirchen - Die Tage der Eibsee-Seilbahn sind wohl gezählt. Noch im August reicht die Bayerische Zugspitzbahn (BZB) die Genehmigungsunterlagen im Landratsamt ein.

Seit 1963 tut sie ihren Dienst, bringt jedes Jahr bis zu 260 Menschen pro Stunde auf Deutschlands höchsten Berg und ist keinesfalls altersschwach. Obwohl die Anlage durchaus noch ein paar Jahre weiterlaufen könnte, die Technik immer wieder auf Vordermann gebracht wurde, stößt sie an Grenzen: „Die Beförderungskapazität ist einfach nicht mehr zeitgemäß“, betont Peter Huber. Um diese zu verdoppeln, strebt die Bayerische Zugspitzbahn (BZB) den Neubau einer Pendelbahn an. Die Unterlagen für die seilbahnrechtliche Genehmigung reicht der Technische Vorstand noch im August im Landratsamt ein. Zuvor steht allerdings noch eine Begehung mit Vertretern von Bund Naturschutz und Forst an, „um im Vorfeld möglichst viel zu klären“. Sollte sich bei dem Termin noch etwas ergeben, werde das in die Papiere eingearbeitet. Huber hofft, dass die Behörde dem Vorhaben bis Ende dieses Jahres grünes Licht erteilt. „Generell sehen’s alle positiv“, betont der Techniker. Er weiß freilich, „dass jede Erschließung in der Diskussion ist“.

Um das Projekt, für das die BZB über 30 Millionen Euro veranschlagt, weiter voranzutreiben, ist die seilbahnrechtliche Genehmigung ausschlaggebend. „Erst wenn die vorliegt, dürfen wir Angebote einholen und können damit eine Wirtschaftlichkeitsberechnung anstellen“, verdeutlicht Huber das Vorgehen. Die nackten Zahlen werden dann im Aufsichtsrat diskutiert, der den Neubau letztlich absegnen muss. „Grundsätzlich haben alle die Notwendigkeit erkann.“ Entscheidend sei jedoch die Finanzierung. „Unser Wunsch wäre, 2015 mit dem Bau zu beginnen - natürlich nur, wenn’s wirtschaftlich darstellbar ist.“

Nicht allein das Geld ist eine Frage, die das Bergbahn-Unternehmen umtreibt. Auch die Umsetzung fordert die Techniker. Allein den Transport der beiden 4,6 Kilometer langen Tragseile, die jeweils 170 Tonnen wiegen, nennt Huber „eine Odyssee“. Das Gewicht sei besonders auf Brücken ein Problem. Erste Vorschläge, wie diese aus Italien, der Schweiz, England oder Indien nach Garmisch-Partenkirchen gebracht werden können, gibt es bereits. „Das muss man im Vorfeld klären.“ Die Gegebenheiten auf der Zugspitze seien hingegen hervorragend untersucht: „Ich denke nicht, dass uns Überraschungen erwarten“, sagt der BZB-Vorstand. Neben den Erfahrungswerten vom Bau der alten Eibsee-Seilbahn - „das war 1963 eine technische Meisterleistung“ - liegen verschiedene geologische Messungen vor. Daher „sind wir guter Dinge“.

Um möglichst viel bei laufendem Betrieb zu bauen, werden die beiden Stützen etwas versetzt. Trotzdem geht Huber davon aus, dass die Arbeiten drei Sommer lang dauern - „allein die Seilmontage benötigt drei bis vier Monate“. Läuft alles nach Plan, hofft er, dass das Unternehmen nur eine Sommer- und eine Wintersaison auf die Seilbahn auf die Zugspitze verzichten muss. Auch dieser Ausfall wird sich in der Bilanz negativ widerspiegeln, das ist dem Vorstand und seinen Kollegen bewusst. Aber „es erfordert unternehmerischen Mut, die Geschäftsgrundlage für die Zukunft zu sichern“.

Von Tanja Brinkmann

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