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IOC erwartet Jubel und Protest

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Murnau/Schwaiganger - Während des Besuchs der IOC-Evaluierungskommission in der Wettkampfstätte für nordische Disziplinen der Winterspiele 2018 in Schwaiganger sind Gegner und Befürworter vor Ort.

„Schwaiganger - Wahnsinn“ oder „Schwaiganger - Nein Danke“, so werden die Banner und Plakate aussehen, die die NOlympia-Demonstranten aus den Reihen der Grünen, SPD, ÖDP und des Bund Naturschutz morgen ab 9 Uhr mit auf das Gestütsgelände nach Schwaiganger nehmen wollen. Die anderen, die der OlympiJA-Gruppe, bringen Fahnen mit positiven Schriftzügen mit, um den hohen Besuch mit Freude und Beifall willkommen zu heißen.

Am morgigen Mittwoch wird die Evaluierungskommission des Internationalen Olympischen Kommittees (IOC) die Austragungsstätte für die Nordischen Disziplinen der Olympischen Winterspiele 2018 in Augenschein nehmen. Bestätigen will Anna-Lena Mühlhäuser von der Bewerbungsgesellschaft München 2018 keine Uhrzeiten, sicher ist aber, dass die 14-köpfige Kommission, ein Medientross plus Experten unter anderem aus der Bewerbungsgesellschaft mitsamt Bernhard Schwank und der Kuratoriumsvorsitzenden Katharina Witt an diesem Tag Schwaiganger und Garmisch-Partenkirchen besuchen werden.

Während die Kommission also die Wettkampfstätten in Augenschein nimmt, wollen die Gegner und die Befürworter dort Position beziehen. Angemeldet sind zwei Demonstrationen, erklärt Wolfgang Rotzsche vom Landratsamt Garmisch-Partenkirchen. „OlympiJA 2018 rechnet mit 60 bis 80 Demonstranten, eine Privatperson aus Murnau mit etwa 25 Teilnehmern.“ Die Demonstrationen seien für die Zeit zwischen 9 und 12 Uhr angemeldet worden.

Heinz Mohr, Vorsitzender von OlympiJA 2018, will in Schwaiganger für eine fröhliche Stimmung sorgen und hat zwei Busse gechartert, die aus Garmisch-Partenkirchen anrollen. „Wir wollen demonstrieren, dass wir uns freuen, und dass wir Olympia 2018 für eine Jahrhundert-Chance für unsere Region halten. Das größte und friedlichste Fest der Welt hier begrüßen zu dürfen, ist eine Auszeichnung für uns alle.“ Auch Stefan Gaisreiter aus Ohlstadt, selbst mehrfacher Olympia-Teilnehmer, wird dabei sein, um zu zeigen, dass viele hinter den Spielen stehen. „Olympia hat so viele positive Aspekte, so eine freundschaftliche Atmosphäre“, schwärmt er, „herrlich wie schön und verbindend Sport sein kann. Außerdem hat es die Region dringend nötig, allein von der Infrastruktur her.“

Auch von Seiten der Gegner rund um die Murnauer Ortsvereine der Grünen, SPD, der ÖDP und des Bund Natruschutz soll es eher eine optische als akkustische Kundgebung werden, erklärt Grünen-Sprecher Hans Kohl. Ohne Reden und ohne Infostände, rein durch persönliche Präsenz wollen die Gegner darauf aufmerksam machen, dass „wir Olympia 2018 aus ökologischen und finanziellen Gründen eben nicht hier haben wollen.“ Positiv sei, dass sich das Murnauer NOlympia-Bündnis durch diese Aktion fester formiert habe, erklärt Rolf Beuting von der ÖDP. „Wir haben noch weitere vereinbart.“ Der Veranstaltung in Schwaiganger blickt er gelassen entgegen. „Erster Adressat ist für mich ohnehin nicht das IOC, sondern die Bevölkerung, die müssen aufgeklärt werden, was Olympia wirklich für sie bedeutet.“ Und so wünscht er sich, dass die Veranstaltung in Schwaiganger sachlich bleibt, „wer weiß, vielleicht gehen wir zum Weißwurstessen, um Argumente auszutauschen.“ sp

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