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In Eschenlohe angekommen: Angelika Pasch und ihr Sohn Michael Pasch betreiben die Seniorentagesstätte im ehemaligen Siemens-Kurheim.

Senioren

Zwei, die sich gesucht und gefunden haben

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Eschenlohe - In Eschenlohe steht ein wichtiger Infrastruktur-Pfeiler, wenn es um die Versorgung von Senioren geht, die auf Hilfe angewiesen oder demenzkrank sind: die „größte Tagespflege-Einrichtung südlich von München“. Das betont Michael Pasch, der mit seiner Mutter Angelika am 1. April den Betrieb im früheren Siemens-Kurheim aufgenommen hat.

Die Paschs können mit 32 Plätzen aufwarten, seit sie mit ihrer Seniorentagesstätte von Oberau nach Eschenlohe umgezogen sind. Beim Neustart schafften die Beteiligten im zweiten Versuch eine terminliche Punktlandung. Der ursprünglich geplante Beginn zum Jahresanfang hatte sich nicht halten lassen, weil die Genehmigung für den Umbau der gemeindeeigenen Anlage auf sich hatte warten lassen.

Nun herrscht große Zufriedenheit bei den Vertragspartnern, die sich langfristig aneinander gebunden haben: „Ich bin sehr glücklich darüber“, betont Eschenlohes Bürgermeister Anton Kölbl (CSU). „Von all dem, was in den vergangenen sieben Jahren an Gedanken und Anfragen aufgetaucht ist, ist das die mit Abstand beste Lösung.“ Und Michael Pasch beteuert: „Die Räumlichkeiten sind ein Traum, wirklich schön“: alles neu umgebaut, barrierefrei, den aktuellen Richtlinien entsprechend, wunderbar gelegen mit Blick auf die Berge und der Möglichkeit, sich im Freien aufzuhalten, zählt Pasch die Vorzüge auf. „Das merken auch die Tagesgäste, die schwärmen richtig“, sagt er – und kommt zu dem Schluss: „Wir haben uns nicht nur vergrößert, sondern auch verbessert.“

Mit dem Einzug hat sich ein Problem in Wohlgefallen aufgelöst, das Kölbl über Jahre beschäftigt hat: Siemens, das Mitarbeiter lange Zeit für Kuren nach Eschenlohe geschickt hatte, hatte vor zehn Jahren seinen Rückzug aus dem Dorf angekündigt. Sieben Jahre stand die Anlage schließlich leer. Während das ehemalige Hausmeisterhaus im Norden vor zwei Jahren nach einem Umbau vermietet wurde, erwies es sich als deutlich schwieriger, eine Folgenutzung für die Kuranlage selbst zu finden. Das Objekt entwickelte sich für die Gemeinde zum Klotz am Bein. All das: vergessen. Geduld und Ausdauer zahlten sich für Kölbl und den Gemeinderat am Ende aus. Für die frühere Kuranlage fand sich mit der Tagesstätte der Paschs eine offenbar ziemlich perfekte Lösung.

Pasch bestätigt: „Wir haben uns gesucht und gefunden.“ Die Betreiber konnten mit zwölf Plätzen in den alten Räumen in Oberau die Nachfrage nicht mehr befriedigen, „wir mussten schnellstmöglich raus“. Aktuell kommen bereits 16 bis 18 Tagesgäste aus dem ganzen Landkreis per Fahrdienst nach Eschenlohe, nach und nach sollen es mehr werden. In der Einrichtung werden pflegebedürftige Menschen, oft auch Demenzkranke, tagsüber in einer Gemeinschaft betreut und ihre Angehörigen dadurch entlastet. Ab 1. Mai, wenn eine neue Beschäftigungstherapeutin ihren Dienst aufnimmt, sind neben den beiden Paschs fünf Mitarbeiter in der Tagesstätte tätig. Für Senioren stehen rund 600 Quadratmeter zur Verfügung.

Während der Umbau im Inneren abgeschlossen ist, gibt es an den Außenanlagen noch zu tun. Etwa im Frühsommer soll das alte, neue Objekt dann bei einem Tag der offenen Tür präsentiert werden.

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