Acht Männer stehen vor einem blauen Lkw mit der gelben Aufschrift „Wittwer“.
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Freuen sich über den Deal: (v. l.) Autohaus-Inhaber Michael Hornung, Hornung-Geschäftsführer Robert Seidl, sein Vorgänger Gerhard Lutz, Andreas Dohmen (Verkaufsleiter Nutzfahrzeuge), Speditionsinhaber Georg Wittwer, Boris Stoimenov (Wittwer-Geschäftsführer Bulgarien), Hans Inderfurth und Daniel Zittl von der Daimler Truck AG.

Auftrag über weit mehr als 20 Millionen Euro für Autohaus Hornung

Gewaltige Investition: 250 neue Lkw für das Speditionsunternehmen Wittwer

Weit über 20 Millionen Euro investiert das Eschenloher Speditionsunternehmen Wittwer. Beim Autohaus Hornung in Garmisch-Partenkirchen hat es 250 neue Lkw bestellt.

Eschenlohe – So einen Deal hat es in der Region bisher nur selten gegeben: Mit dem Kaufabschluss für 250 neue Mercedes-Benz Actros-Sattelzugmaschinen im Gesamtwert von weit über 20 Millionen Euro hat die Eschenloher Spedition Wittwer eine gewaltige Investition getätigt. Auch für das Garmisch-Partenkirchner Autohaus Hornung als Vertreter der „Daimler Truck AG“ stellt der Auftrag ein Novum dar.

Autohaus Hornung: Das größte Einzelgeschäft in 70 Jahren Firmengeschichte

„Der aktuelle Abschluss ist das größte Einzelgeschäft in unserer 70-jährigen Firmengeschichte“, sagt Gerhard Lutz. Ende April hat er sich als Geschäftsführer in den Ruhestand verabschiedet, doch den Deal hatte er mit Speditionsinhaber Georg Wittwer und Boris Stoimenov, Geschäftsführer von Wittwers Niederlassung in Bulgarien, vorbereitet. Über mehrere Monate hinweg lief die Ausschreibung.

„Wir freuen uns sehr, dass wir als direkter Nachbar jeden Tag wieder mit unserem Produkt zu tun haben“, sagt Lutz. Denn das Autohaus Hornung betreibt seit 2016 neben dem Wittwer-Hauptsitz am Eschenloher Blauänger eine Lkw-Werkstatt. Reparaturen und Service gibt’s also nebenan. Eine Win-Win-Situation. Nicht die erste. 2018 hat die Spedition Wittwer schon einmal 164 Actros beim Autohaus Hornung gekauft. „Inzwischen ist das Unternehmen gewachsen, und wir logischerweise mit“, sagt Inhaber Michael Hornung.

Speditionsunternehmen Wittwer: 300 Mitarbeiter, derzeit 184 Lkw

1974 hat Georg Wittwers Vater das Unternehmen gegründet, mittlerweile beschäftigt es 300 Mitarbeiter – davon aktuell 200 Fahrer – und betreibt neben dem Hauptsitz Eschenlohe Standorte in Bulgarien und Italien. Wittwer zufolge sind derzeit 184 Lkw seiner Firma auf Europas Straßen unterwegs. Darüber hinaus verfügt sie über 295 Auflieger in verschiedenen Varianten. „Die Nachfrage nach Lkw ist enorm hoch“, sagt der 56-Jährige.

Ab Februar 2022 bekommt er die neuen Sattelzugmaschinen, dann beginnt die Auslieferung. Bis September 2023 sollen alle 250 Fahrzeuge bei Wittwer eintreffen. Im Gegenzug erfolgt die Rücknahme von 160 Fahrzeugen gleichen Typs durch die Daimler Truck AG.

Neue Sattelzugmaschinen: Hohe Sicherheit und Kraftstoffersparnis

Die Neuzugänge vom Typ Actros F 1845 LS mit 12,8 Litern Hubraum verfügen über eine Reihe von Sicherheitssystemen wie einen Stabilitäts-, einen Spurhalte- und Aufmerksamkeits-Assistenten, über die aktuellste Motorengeneration und über einen „intelligenten Tempomaten“, der das Fahrzeug vorausschauend beschleunigt, Rollphasen aktiv nutzt und die Gangwahl automatisch der Topographie und den Streckengegebenheiten anpasst. Damit ist eine Kraftstoffersparnis von bis zu fünf Prozent gegenüber dem Vormodell verbunden.

Lkw-technisch also ist Wittwer bestens ausgestattet. Mitarbeiter zu finden aber gestaltet sich als schwierig. „Immer weniger Fahrer sind bereit, diesen Job zu machen“, bedauert Wittwer. „Obwohl wir gut zahlen.“ Zudem bildet das Unternehmen seine Fahrer selbst aus.

Speditionsunternehmen Wittwer: Brexit kein Problem

Die Kunden kommen aus der Lebensmittel-, Futtermittel-, Papier-, Kunststoff- und Recyclingindustrie, zudem aus dem Handel und der Herstellung diverser Industriegüter. Die Hauptstrecke führt über Griechenland, Sizilien, Italien, Österreich, Deutschland und Benelux, bis hinüber nach England und Schottland. „In diesem Bereich haben wir einen regen Ladungsaustausch. Das macht uns sehr effizient, weil wir wenig Leer-Kilometer haben.“ Auch der Brexit, der Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union, habe dem Unternehmen nicht geschadet– im Gegenteil: „Immer weniger Spediteure sind bereit, nach England zu fahren, weil die Verzollungen für sie einen Riesenaufwand bedeuten.“ Wittwer aber hat sich darauf spezialisiert, wickelt die Verzollungen selbst ab. „Da haben wir uns ein echtes Alleinstellungsmerkmal erarbeitet.“

Heino Herpen

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