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Großes Vorhaben: Bürgermeister Anton Kölbl (r.) und Franz Steffl (Tourist-Info) zeigen die meterlangen Pläne für das Auerberg-Projekt, bei dem auch der Neubau der B 2 eine wesentliche Rolle spielt. 

Bürgermeister stellt Auerberg-Projekt vor

Den Verkehrskollaps verhindern

Die Pläne für den vierspurigen Ausbau der B 2 mit dem Auerbergtunnel nahmen fast die gesamte Länge des Sitzungstisches im Eschenloher Rathaus in Anspruch. Bei der Gemeinderatssitzung stellte Bürgermeister Anton Kölbl (CSU) die Einzelheiten des Großprojektes vor, das sich im Planfeststellungsverfahren befindet.

Eschenlohe – Besonderes Augenmerk widmeten die Eschenloher Räte in der jüngsten Sitzung der Situation, die durch die drohende Schließung der beiden Tunnel an der Olympiastraße entsteht. „Wenn die Tunnel wegen ihrer Baufälligkeit endgültig geschlossen werden und die Autobahn wegen eines Unfalls gesperrt ist, fahren alle durch unseren Ort“, sagte Rathaus-Chef Kölbl. Dieses Szenario sei bereits mehrmals eingetroffen, wenn etwa in den Röhren Renovierungsarbeiten stattgefunden hätten.

Bei einer Informationsveranstaltung für Landwirte, die von den Abtretungen für das Projekt betroffen sind, hätten sich einige Eschenloher Grundeigentümer erleichtert gezeigt, zumal der Umbau des bisher geplanten Zubringers zwischen der B 2 bei Eschenlohe und der Anschlussstelle an der Autobahn A 95 durch die neuen Planungen in Weghaus vom Tisch sei, erklärt Kölbl. Für dieses Vorhaben, für das ein rund fünf Meter hoher Damm für die neue Straße zwischen der B 2 und der Autobahn-Anschlussstelle Eschenlohe aufgeschüttet worden wäre, hätten größere Flächen geopfert werden müssen.

Von der Weghauser Halbanschlussstelle sollen die Autofahrer künftig zwar in Richtung Garmisch-Partenkirchen auf die A 95 auffahren können, aber nicht in Richtung München. Überdies wird es dort eine Abfahrt aus Richtung Kreisort geben. Kurios dabei: Die Abfahrt liegt größtenteils auf Eschenloher Flur, die Auffahrt auf Ohlstädter Gemarkung. Deshalb seien bei der Infoveranstaltung auch alle direkt betroffenen Ohlstädter Landwirte eingeladen worden. Während die Eschenloher an dieser Stelle 4140 Quadratmeter Grund abgeben müssen, sind es für die Ohlstädter mit rund 820 Quadratmetern erheblich weniger.

Auch für den Neubau eines Teilstücks der B 2 am Vestbichl wird Grund von privaten Eigentümern benötigt. „Aber die meisten Flächen in diesem Bereich und auch in Richtung des künftigen Auerbergtunnels gehören der Gemeinde“, sagte Kölbl. Die Pläne für das Gesamtprojekt liegen bis zum 11. Oktober in den Rathäusern von Eschenlohe und Oberau sowie in den Verwaltungsgemeinschaften von Ohlstadt, Saulgrub und Habach aus. In den beiden letztgenannten Gemeinden deshalb, weil auf ihren Gebieten Ausgleichsflächen für das Vorhaben benötigt werden. Die Einwendungsfrist läuft bis zum 25. Oktober. „Wir hoffen nur, dass der Bund Naturschutz, der das Projekt komplett ablehnt, keine Klage dagegen erhebt“, sagt Kölbl. „Denn bei der drohenden Tunnelschließung hätte unsere Gemeinde dann ein großes Problem.“

Im Ohlstädter Gemeinderat sei das Projekt noch nicht angesprochen worden, teilt der dortige Bürgermeister Christian Scheuerer (parteifrei) mit. Von den Grundabtretungen betroffen seien zwei Landwirte. Er selbst sehe die Planungen recht positiv: „Einmal wegen der Reduzierung des Flächenverbrauchs in Eschenlohe – da muss man über die Gemeindegrenzen schauen, und zweitens wird durch die Auffahrt bei Weghaus die Geschwindigkeit des Verkehrs an der Ohlstädter Einfahrt zur B 2 niedriger, wodurch es voraussichtlich zu einer gewissen Verkehrsberuhigung kommt.“ Die vorliegenden Pläne bezeichnete er als „umweltgerechte, Natur schonende Lösung“.

Heino Herpen

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