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Willkommen in Partenkirchen: Der große Kreisel an der Ortseinfahrt wird das neue Nadelöhr. 

Verkehrsentlastung kostet 108 Millionen Euro

Auerbergtunnel: Eschenlohe atmet auf, Garmisch-Partenkirchen schnaubt wütend

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Der vierspurige Auerbergtunnel für 108 Millionen Euro kommt - diese Nachricht sorgt allerdings für gespaltene Reaktionen. Eschenlohe freut‘s, Garmisch-Partenkirchen bangt.

Landkreis – 108 Millionen Euro für die Verkehrsentlastung von Eschenlohe sowie in der Folge für den vierspurigen Auerbergtunnel bis Oberau – das Projekt ist beschlossene Sache. Diese Nachricht überbrachte am vergangenen Freitag CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt in die Region. Die Reaktionen darauf sind gespalten – wie üblich bei einer derartigen Thematik. Es gibt die Befürworter, die nun aufatmen. Auf der anderen Seite trommeln die Gegner, die wutschnaubend darauf verweisen, den Verkehr doch besser auf die Schiene zu bringen, alle Mittel in nachhaltigere Alternativen zu investieren.

Irgendwo mittendrin hängt Dr. Sigrid Meierhofer fest. „Den Eschenlohern ist es ja zu gönnen, dass sie diese Umfahrung bekommen“, betont die Garmisch-Partenkirchner Bürgermeisterin (SPD). Sie sieht dieses neue Großprojekt grundsätzlich zweigeteilt: „Die Entlastung von Eschenlohe ist eine Sache, die andere die Durchgängigkeit für das Loisachtal.“ Und dieser zweite Punkt, der durch den Bau des Auerbergtunnels vom Autobahnende bis nach Oberau verwirklicht wird, findet die Rathaus-Chefin „nicht so toll“. Und das ist stark untertrieben. „Ich halte diesen zweiten Abschnitt für höchst problematisch.“ Ihre große Befürchtung: „Dadurch verlagert sich die Engstelle nach Partenkirchen.“ Und das liegt der Bürgermeisterin doch schwer im Magen.

Auerbergtunnel: Bürgermeisterin Sigrid Meierhofer sorgt sich um ihren Ort

So sehr die Eschenloher nun aufatmen, so sehr sorgt sich Meierhofer um ihren Ort. Sie kann das Vorgehen der Straßenbaubehörden nicht verstehen, sieht eine Realisierung des Wanktunnels im Vorfeld der Auerberg-Route als dringend notwendig an. „Darauf habe ich auch bei allen Gesprächen immer wieder aufmerksam gemacht.“ Dass die Umgehung des Ortsteils Partenkirchen in der ursprünglichen Planung ins zweite – oder nun vierte – Glied gerutscht ist, geht zurück auf die Zeit vor der alpinen Ski-Weltmeisterschaft 2011. Damals wurde der Kramertunnel vorgezogen, der bis zu den Titelkämpfen hätte fertiggestellt werden können. Die Klage des Bund Naturschutz aber bremste dieses Vorhaben aus. An der Reihenfolge der Baumaßnahme änderte dies aber nichts mehr.

Glaubt sie Gerüchten, droht der Wanktunnel nun sogar in der Gunst der obersten Planer ein Stück weit nach hinten zu rutschen. „Ich höre da so Geschichten“, sagt sie vorsichtig, ohne konkreter zu werden. „Jede dieser Baumaßnahmen bindet ja auch Mitarbeiter beim Straßenbau.“ Meierhofer pocht darauf, dass zumindest noch einmal Verkehrszählungen stattfinden. „Die letzten sind von 2000 oder 2001, da bräuchte es dringend repräsentative Zahlen.“

Auerbergtunnel: „Die CSU investiert ins Gestern, als ob es kein Morgen gäbe“

Auch wenn die Freigabe für die Gesamtmaßnahme A95/B2 Auerbergtunnel nun erteilt ist, Meierhofer wirft die Flinte noch nicht ins Korn. Die Bürgermeisterin verweist beispielsweise auf den Alpen plan, der ihrer Ansicht nach keine weitere Alpentraverse zulasse. Auch habe sie bereits Kontakt mit Andre Scheerer aufgenommen, der den neuen Runden Tisch als Fortführung der Zwei-Tunnel-Initiative leitet. „Wir werden auf jeden Fall eine Eingabe machen“, betont Meierhofer. Ziel soll CSU-Mann Dobrindt persönlich sein, um ihm die Garmisch-Partenkirchner Anliegen vorzutragen.

Einen Mann weiß sie schon auf ihrer Seite: Andreas Krahl, den Landtagsabgeordneten von Bündnis 90/Die Grünen. Der wettert in einer Pressemitteilung gegen das Projekt Auerberg. „Die CSU investiert ins Gestern, als ob es kein Morgen gäbe“, poltert der Seehauser. „Wir leiten immer mehr Autos durch immer mehr Straßen und Tunnel in die Berge und lassen gleichzeitig die Schieneninfrastruktur zerfallen.“ Er zieht einen Vergleich mit den Nachbarn in Österreich. „Tirol investiert derweil in den Ausbau des Schienennetzes und schließt seine Straßen für den Durchgangsverkehr.“

Kopfschütteln löst die Nachricht auch beim Fahrgastverband Pro Bahn aus. „Plötzlich steht hier ein dreistelliger Millionenbetrag zur Verfügung, während der Bund beim Ausbau Werdenfelsbahn immer vortäuscht, dass eine Finanzierung nicht möglich sei,“ wundert sich Norbert Moy, Sprecher der Regionalgruppe Oberland. Derweil verfalle die Infrastruktur vor Ort immer mehr. „Eine bodenlose Unverschämtheit.“

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