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Immer schön anzuschauen: Die nicht nur für den Festzug hübsch gemachten Eschenloher Frauen. 

„Schätzen lernen, was Heimat ist“

Mit rund 500 Festgästen hat der Gebirgstrachtenerhaltungsverein „D´Loisachtaler“ Eschenlohe am Sonntag sein 110-jähriges Gründungsfest gefeiert. Das Wetter hat den Organisatoren aber leider einen Strich durch das ursprünglich geplante Programm gemacht.

Eschenlohe – Der Regen hatte die ganze schöne Planung zunichte gemacht. Über Nacht hatte er sich nach Eschenlohe geschlichen und am Vormittag hartnäckig festgesetzt im Dorf, so dass die blau-weißen Fahnen an den Häusern, die eigentlich den Festzug würdig umrahmen sollten, nur so trieften.

Der auf dem Dorfplatz geplante Festgottesdienst fiel wortwörtlich ins Wasser und musste ins Festzelt am Trachtenheim verlegt werden. „Dazu haben wir uns ganz kurzfristig entschieden“, sagte Michael Höck, Vize-Vorsitzender des Trachtenvereins. „Uns blieb gar nichts anderes übrig.“

Dort freilich feierte Pfarrer Siegbert Schindele mit den Gläubigen eine festliche Messe, während der ebenfalls geplante Festzug durch den Ort komplett entfallen musste.

Da konnte man schon die Wut kriegen auf den Regen. Oder man konnte ihn positiv nehmen, so wie Pfarrer Schindele das in seiner Predigt versuchte, denn: „Regen ist Segen für die Natur.“ Und so, wie das Nass ein Segen sei, sei auch die Gemeinschaft, die die Eschenloher Trachtler leben und vorleben „ein Segen für die Seele von uns Menschen“.

In der Messe, die von den Eschenloher Sängern und der Musikkapelle umrahmt wurde, betonte Schindele die Bedeutung des Vereins für die Kinder und Jugendlichen, die als dessen Mitglieder „schätzen lernen, was Heimat ist“.

Viele Nachwuchstrachtler waren, gekleidet in Werdenfelser Tracht oder Festtagsg’wand gekommen; darunter auch zahlreiche Plattlergruppen benachbarter Trachtenvereine, die anlässlich des 110. Geburtstages Ehrentänze aufführten. Ebenfalls gekommen waren Abordnungen der Ortsvereine sowie vieler Nachbarvereine.

In seinem Grußwort würdigte Landrat Anton Speer so dann den „lebendigen Verein“, der sich mit „viel Herzblut der Tradition und dem Brauchtum widmet“, als „nicht mehr aus dem Dorfleben wegzudenken“.

Laut dem Eschenloher Bürgermeister Anton Kölbl „präsentiert sich der Verein trotz der schnelllebigen Zeit hervorragend“. Er fördere das Heimatbewusstsein und den Zusammenhalt. Kölbls Appell: „Seid’s weiterhin Vorbild.“ Dann müsse er sich um die Zukunft des Brauchtums und der Tradition keine Sorgen machen.

Franziska Seliger

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