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Will in Eschenlohe wieder kandidieren: Anton Kölbl.

Wahl in Eschenlohe: Amtsinhaber will weitermachen, ein Urgestein hört auf

Anton Kölbls dritte Bürgermeister-Kandidatur: Der „Kommunalpatriot“ tritt wieder an

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Er gilt als Prototyp des Dorf-Bürgermeisters: Der Eschenloher Rathaus-Chef Anton Kölbl (CSU) plant, sich 2020 ein drittes Mal zur Wahl zu stellen. Ein Urgestein der Eschenloher Ortspolitik hört hingegen auf.

Eschenlohe Mitte des Jahres stand seine Entscheidung. Anton Kölbl hatte sich mit der Familie, seiner Frau Eva besprochen. „Letztendlich sagen alle: Wir reden dir nicht dazwischen, du musst es auch aushalten.“ Doch der Entschluss, den Kölbl fällt, (be-)trifft immer das nächste Umfeld. Er weiß: „Da lässt man auch den Druck ab. Und das Amt ist nicht immer ein Honigschlecken.“ Er meint den ehrenamtlichen Bürgermeisterposten von Eschenlohe, den er seit 2008 ausfüllt – und den er bei der Wahl am 15. März 2020 verteidigen möchte.

Denn auch wenn Negatives nicht ausbleibt – die andere Seite überwiegt bei weitem: das Gefühl, etwas für seinen Ort bewegen, gestalten zu können, daran mitzuwirken, dass Weichen richtig gestellt werden. Für Kölbl geht es nicht um einen x-beliebigen Job auf Zeit. Der 60-Jährige nennt sich selbst „Kommunalpatriot“, war fast sein ganzes Leben lang „irgendwie für die Gemeinde tätig“. Die Bezeichnung drückt aber wohl auch die tiefe, emotionale Verbundenheit zur Heimat, speziell zur Gemeinde aus – und der Wille, 100 Prozent für sie zu geben. Seine Antwort auf die Frage, warum er erneut kandidieren wird, klingt nach einem nüchternen Allgemeinplatz – doch Kölbl meint genau das, was er sagt: „Ich mache das, weil ich mich weiterhin einbringen will für die Gemeinde.“

Eschenlohes Bürgermeister Anton Kölbl: Seit jeher immer im Dienst der Gemeinde

Kölbl kennt es nicht anders. Bevor er 2008 – damals gegen Gottfried Höck – erstmals das Bürgermeisteramt geholt hatte, war er 18 Jahre lang Zweiter sowie rund 10 Jahre Erster Kommandant der Feuerwehr Eschenlohe gewesen. Eine Zeitspanne, in der verheerende Überflutungen die 1600 Einwohner große Kommune heimgesucht hatten und Kölbl die Galionsfigur im Anti-Hochwasser-Einsatz wurde. 2014 bestätigten die Eschenloher Kölbl im Amt: ohne Gegenkandidat, mit rund 85 Prozent der Stimmen. Er scheint einer der Bürgermeister zu sein, die felsenfest im Sattel sitzen, neigt aber in keiner Weise dazu, die Wahl als Selbstläufer zu betrachten. „Vielleicht kommt auch jemand anders dran“, sagt er. Ihm geht es darum, für diesen Fall das Zeichen gesetzt zu haben, dass er sich gerne weiter eingebracht hätte. Eine Entscheidung, die gereift ist: „Für Schnellschüsse geht es um ein viel zu wichtiges Amt.“

Der CSU-Ortsvorsitzende behielt die Entscheidung zunächst für sich, teilte sie erst aktuell den Gemeinderäten mit. Kölbl, den seine beiden Töchter zum dreifachen Opa machten, schätzt es, dass in der alltäglichen Arbeit des Gremiums die Fraktionszugehörigkeit zu CSU, Freien Wählern, SPD und Bayernpartei keine Rolle spielt. Ein Zustand, den er mit der eher späten Positionierung möglichst lange bewahren wollte.

Bei der Abwägung spielte eine Rolle, wie der Ort zu ihm steht: „Die Gemeinde zeigt sich sehr liberal und aufgeschlossen – das finde ich schwer in Ordnung.“ Kölbl würde nicht Bürgermeister bleiben wollen, wenn „die Leute ungut werden, mich anschießen und ich mich nicht mehr über die Straße traue aus Angst, dass man mich blöd anredet“. Er hat keine Entscheidung für die ferne Zukunft getroffen, geht aber mit Blick auf sein Alter eher davon aus, dass er bei einer Wiederwahl seine letzte Amtsperiode absolvieren würde. Bis 2026 dürften wichtige Projekte abgeschlossen sein: der Bau der Autobahn-Halbanschlussstelle Weghaus samt Schließung der Eschenloher Tunnel für den Verkehr ebenso wie die Errichtung von bezahlbarem Wohnraum an der Murnauer Straße. Die Zeiten, in denen die Gemeinde ihr Tafelsilber verkaufen musste, sind vorbei. Mittlerweile kann sie es sich leisten, wieder Grundstücke zu erwerben.

Bürgermeister-Wahl in Eschenlohe: Noch steht kein Gegenkandidat fest 

Kölbl tritt also zur Wahl an – ein Urgestein der Ortspolitik dagegen ab: Brigitte Mangold-Rößler von den Freien Wählern Eschenlohe. „Ich höre auf“, bestätigt die Zweite Bürgermeisterin am Montag. Seit 1996 und damit die vierte Periode sitzt Mangold-Rößler im Gemeinderat, nun soll „altersbedingt“ Schluss sein, wie die 74-Jährige erklärt. „Auch wenn es mir noch Spaß macht – ich bin auch einfach schon zu lange dabei.“ Nun sollen Jüngere ran. Mit 80 Jahren noch in Verantwortung stehen? „Dafür ist das Amt zu wichtig“, sagt Mangold-Rößler, die bereits in den Dienstjahren von Kölbl-Vorgänger Peter Stahr (SPD) Dritte Bürgermeisterin gewesen war.

Ob die Freien Wähler einen Bewerber in die Wahl des Rathaus-Chefs schicken werden, vermag Mangold-Rößler aktuell nicht zu sagen. Bislang hat niemand seinen Finger gehoben. Auch bei der Bayernpartei gibt es nach Angaben von Gemeinderat Beppo Geiger „bis jetzt noch keinen Kandidaten“.


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