Fast leergeräumt: der Holzlagerplatz. Zu sehen ist unter anderem der Hackschnitzelhaufen, der aus Sicht des Rathauschefs eine Gefahr darstellt.
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Fast leergeräumt: der Holzlagerplatz. Zu sehen ist unter anderem der Hackschnitzelhaufen, der aus Sicht des Rathauschefs eine Gefahr darstellt.

Keine Einigung beim Pachtvertrag

Holzlagerplatz: Tischtuch zwischen WBV und Gemeinde Eschenlohe ist zerschnitten

  • Roland Lory
    vonRoland Lory
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Die Waldbesitzervereinigung Ammer-Loisach und die Gemeinde Eschenlohe haben sich zerstritten. In dem Konflikt geht es um den zentralen Holzlagerplatz der WBV. Ein neuer Pachtvertrag kam nicht zustande.

  • Die Gemeinde Eschenlohe und die Waldbesitzervereinigung Ammer-Loisach (WBV) sind im Clinch.
  • Es geht um den zentralen Lagerplatz der WBV.
  • Ein neuer Pachtvertrag kam nicht zustande, daher braucht die WBV nun einen neuen Lagerplatz.

Eschenlohe – Rund 30 Jahre lang verfügte die Waldbesitzervereinigung Ammer-Loisach (WBV) über einen zentralen Lagerplatz bei Eschenlohe. Er befindet sich zwischen der B 2 und der Autobahn auf Höhe des Gewerbegebiets Blauänger. Doch mittlerweile liegt dort so gut wie kein Holz mehr. Der Vertrag mit der Gemeinde Eschenlohe, der die Fläche gehört, ist Ende 2020 ausgelaufen. Zu einer Verlängerung kam es nicht. Die Parteien konnten sich nicht einigen. Beziehungsweise: Die WBV akzeptierte die Bedingungen der Gemeinde nicht.

Anders gelaufen als gedacht

Eines Tages saßen WBV-Geschäftsführer Thomas Grebenstein und der Vorsitzende Felix Wörmann mit Bürgermeister Anton Kölbl (CSU) und Kämmerer Christoph Gratz an einem Tisch, um die Sache zu besprechen. „Wir dachten, es sei ein Konsens hergestellt, mit dem beide Seiten gut leben können“, sagt Grebenstein. Im vorgelegten Pachtvertrag sei dann aber etwas anderes gestanden. Wörmann sagt: „Wir haben gemeint, wir sind auf einem guten Weg.“ Doch dann sei es anders gelaufen. „Das ist sehr bitter, weil wir den Platz notwendig bräuchten.“

Große Pachtfläche

Bis dato hatte die WBV 14 000 Quadratmeter gepachtet und davon laut Grebenstein 12 000 Quadratmeter genutzt, wobei Teile unterverpachtet waren. Zum Beispiel an die Bayerischen Staatsforsten.

WBV wollte langfristige Lösung

Das Angebot der Gemeinde war nun, dass die WBV 2600 Quadratmeter für 1400 Euro im Jahr pachten kann – zunächst bis Ende 2022. Früher war die Laufzeit deutlich großzügiger. Ein Vertrag lief von 2004 bis 2018. Danach wurde er um zwei Jahre verlängert. „Uns wäre an einer langfristigen Lösung gelegen gewesen“, sagt Grebenstein.

Fläche ist der WBV zu klein

2600 Quadratmeter sind nach Wörmanns Meinung „unakzeptabel“, denn man brauche eine größere Fläche, falls mal wieder ein Notfall in Gestalt eines schweren Sturms eintritt. 2600 Quadratmeter reichten da „hinten und vorne nicht“. Auch das Vertragsende am 31. Dezember behagte der WBV nicht. Wegen des Energieholzes hätte die Selbsthilfeorganisation, die knapp 1000 Mitglieder und ihren Sitz in Murnau hat, gerne einen Kontrakt gehabt, der am 30. April endet. „Bis 31. Dezember, das hilft uns nichts“, betont Grebenstein.

Ein genervter Bürgermeister

Kurz und gut: WBV und Gemeinde kamen nicht auf einen Nenner. Bürgermeister Anton Kölbl (CSU) ist sichtlich genervt von der ganzen Thematik. „„Mich kast das total an. Die Gemeinde sagt, was dort passiert, und nicht die WBV. Die tun so, als ob das ihr Grundstück wäre.“ Die WBV-Leute hätten eine „falsche Wahrnehmung“. Bisher habe die Kommune draufgezahlt. Denn sie müsse für den Wege- und Brückenunterhalt aufkommen. Kölbl fragt: „Warum sollte die Gemeinde die WBV subventionieren?“ Diese habe bisher knapp 3000 Quadratmeter genutzt und den Rest weiterverpachtet. 1400 Euro Pacht sind seiner Meinung nach „spottbillig“. Die WBV hätte die Fläche „für einen Appel und ein Ei“ bekommen. Dass der Organisation nur ein kurzfristiger Vertrag angeboten wurde, begründet Kölbl damit, dass die Gemeinde damit besser auf Entwicklungen reagieren könne.

Kölbls Mahnung

Was ihn auch stört: Die Gemeinde hat die WBV seinen Worten zufolge mehrfach auf eine gefährliche Stelle hingewiesen: eine Wand an einem Hackschnitzelhaufen. „Das kann einstürzen“, warnt der Bürgermeister. Es sind Schrebergärten in der Nähe, Kinder sind nach Kölbls Meinung gefährdet. Grebenstein sagt, die WBV habe Unternehmer, die Material holen, darauf hingewiesen.

Gemeinde verpachtet Teil an Staatsforsten

Einen Teil des Areals hat die Gemeinde mittlerweile an die Bayerischen Staatsforsten verpachtet, einen anderen will die Kommune für eigene Zwecke verwenden.

Flächen für Sturmholz

Wenn viel Sturmholz anfällt, könne man auch andere Flächen bereitstellen, sagt Kölbl. Die Gemeinde würde sich gegen eine Holzlagerung im Notfall nicht wehren.

WBV braucht neuen Lagerplatz

Die WBV muss sich jedenfalls einen anderen zentralen Lagerplatz suchen. „Das wird nicht einfach“, sagt der Vorsitzende Wörmann.

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