„Betreten verboten“ heißt es am Holzlagerplatz bei Eschenlohe.
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„Betreten verboten“ heißt es am Holzlagerplatz bei Eschenlohe.

WBV im Clinch mit der Gemeinde

Holzlagerplatz in Eschenlohe: Streit geht in die nächste Runde

  • Roland Lory
    vonRoland Lory
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Die Waldbesitzervereinigung Ammer-Loisach (WBV) möchte einige Aussagen des Eschenloher Bürgermeisters Anton Kölbl (CSU) in Sachen Holzlagerplatz nicht stehen lassen. Etwa, dass die Gemeinde bisher draufgezahlt habe. „Wir können uns das beim besten Willen nicht vorstellen“, schreibt WBV-Geschäftsführer Thomas Grebenstein in einer ans Tagblatt gerichteten E-Mail.

  • Der Streit zwischen der WBV Ammer-Loisach und der Gemeinde Eschenlohe in puncto Holzlagerplatz geht in die nächste Runde.
  • Die Waldbesitzervereinigung weist Aussagen von Rathauschef Anton Kölbl (CSU) zurück.
  • Der Bürgermeister bleibt bei seinem Standpunkt.

Eschenlohe - Die Gemeinde Eschenlohe und die WBV haben sich zerstritten. Dabei geht es um den zentralen Holzlagerplatz der WBV. Ein neuer Pachtvertrag kam nicht zustande.

25 000 Euro Pacht seit 2013

„Wir haben der Gemeinde seit 2013, als wir und die Bayerischen Staatsforsten anfingen, den Platz in Wert zu setzen und zu nutzen, über 25 000 Euro Pacht überwiesen“, sagt Grebenstein. Die Infrastruktur (befahrbare Wege) habe die WBV gemeinsam mit den Bayerischen Staatsforsten angelegt, die Gemeinde habe sich daran nicht beteiligt.

Debatte um Zufahrt

Grebenstein moniert unter anderem, dass die Kommune die Zufahrt instand setzen ließ, ohne die WBV zu informieren. Dabei hätte seiner Aussage nach die WBV dies organisieren sollen. Kölbl sagt: „Es war Gefahr in Verzug, weil Schlaglöcher da waren.“ Und zwar in einer Größenordnung, „wo man was machen musste. Ich bin der Verkehrssicherungspflichtige“. Kölbl hatte in dem Tagblatt-Artikel auch die Frage gestellt, warum die Gemeinde die WBV „subventionieren“ sollte. Grebenstein weist dies zurück. Die WBV sei nicht von der Gemeinde „subventioniert“ worden. „Rechnen wir alle Einnahmen und Ausgaben auf, ist der Platz für die WBV finanziell eine ,Nullnummer‘.“

Kölbl nennt Schäden

Kölbl bleibt dabei: Die Gemeinde habe den Bestand mit den Pachteinnahmen nicht erhalten können. Er verweist auf kaputte Brücken und durch schwere Holzlaster beschädigte Feldwege, wo diese eigentlich gar nicht fahren dürften.

Grebenstein nicht erwünscht

Grebenstein schreibt auch von „Falschinformationen“, die den Entscheidungsträgern, also den Gemeinderäten, an die Hand gegeben worden seien. Kölbl hält dagegen: „Ich habe alles im Gemeinderat kommuniziert.“ Grebenstein bedauert auch sehr, „dass uns nur sehr wenig Möglichkeit gegeben wurde, offene Fragen und Gerüchte rund um den Lagerplatz und die WBV vor dem Gemeinderat zu klären“. Der WBV-Vorsitzende Felix Wörmann sprach in dem Gremium vor. Grebenstein bekam diese Möglichkeit nicht. Das hat offenbar seinen Grund. Kölbl verkehrt mit dem Geschäftsführer nach eigener Aussage nur noch schriftlich. Kölbl gefiel die Tonart nicht, die Grebenstein am Telefon anschlug. „Man redet mit einem Bürgermeister nicht so“, betont der Rathauschef.

WBV streckt Fühler aus

Für den Wald, die Forst- und Holzwirtschaft sowie die Waldbesitzer hatte der zentrale Lagerplatz laut Grebenstein große Bedeutung. Die WBV hat bereits die Fühler ausgestreckt, um einen neuen zu finden. Im Auge hat die Organisation Flächen im Gebiet der Gemeinden Spatzenhausen, Seehausen und Riegsee. Ein wichtiges Kriterium ist: Der Platz muss wegen des Borkenkäfers mindestens 500 Meter vom nächsten Fichtenwald entfernt sein. „Es ist nicht unmöglich, etwas zu finden“, sagt Grebenstein. Ein konkretes Angebote hat die WBV bereits bekommen.

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