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Sauberer Strom: Westlich der Autobahnausfahrt bei Eschenlohe steht der Solarpark. 

Energiewende in Eschenlohe

Projekt Solarpark  schreitet voran 

Das Großprojekt Solarpark Eschenlohe schreitet voran. Ein Teil der Anlage ist bereits am Netz, beim anderen soll dieser Schritt im Frühjahr 2019 erfolgen. Die Betreiberfirma investiert insgesamt 2,4 Millionen Euro.

Eschenlohe – Ende 2018 ist am Solarpark in Eschenlohe noch einmal hart gearbeitet worden. Um einen bestimmten Tarif zu bekommen, hatte die Firma Vispiron, die die große Freiflächenphotovoltaikanlage an der Autobahnausfahrt baut und betreibt, den zweiten Abschnitt bis 15. Dezember fertigzustellen. Laut Projektingenieur Stefan Fußeder musste die Anlage im südlichen Teil des Areals „innerhalb von nur drei Wochen“ errichtet werden – „trotz widriger Wetterverhältnisse“. Bei Vispiron rechnet man damit, dass sie im März oder April 2019 in Betrieb genommen werden kann. Sie hat eine Leistung von rund 1700 Kilowatt-Peak.

Die Anlage im nördlichen Teil mit 750 Kilowatt-Peak wurde bereits im Sommer 2018 platziert und Anfang November an das Mittelspannungsnetz angeschlossen. Im Frühjahr 2019 will Vispiron – der Investor hat seinen Sitz in München – eine kleine Eröffnungsfeier organisieren.

Das Areal soll noch begrünt werden. Im Norden, so der Plan, pflanzt man Bäume an, auf der Westseite eine Hecke. Möglicherweise werden Schafe auf der Fläche weiden. Nach Fußeders Auskunft ist dies „angedacht. Wir müssen noch einen Schäfer finden“. 

Das ganze Projekt, in das die Betreiberfirma 2,4 Millionen Euro steckt, war nicht unumstritten. So erhoben Bauern Bedenken, unter anderem weil landwirtschaftlicher Grund dafür geopfert werde. Der Gemeinderat befasste sich intensiv mit der Thematik. So musste der Flächennutzungsplan geändert, ein Bebauungs- und Grünordnungsplan aufgestellt sowie ein umfangreiches Vertragswerk in trockene Tücher gebracht werden. Darin sichert sich die Kommune zum Beispiel ein Betretungsrecht. Der Investor verpflichtet sich, die Planungskosten zu übernehmen und die Anlage wieder abzubauen, falls sie nicht mehr benötigt werden sollte. „Wir haben alle Register gezogen, die man sich vorstellen kann“, betont Bürgermeister Anton Kölbl (CSU). Er steht voll hinter dem Solarpark. „Man kann nicht sagen, wir schalten Atomkraftwerke und steigen aus der Braunkohle aus und das andere blockieren wir. Das geht nicht.“ Auch den Standort hält er für vertretbar. „Wenn nicht an einer Autobahn, wo dann?“

Bemerkenswert findet Kölbl, dass der Solarpark laut Energieatlas etwas mehr Jahresenergiemenge liefern wird als das Schachtkraftwerk in Großweil. Rund 2,7 Millionen Kilowattstunden saubere Sonnenenergie sollen Jahr für Jahr in Eschenlohe gewonnen werden. Das würde rein rechnerisch für die knapp 600 Privathaushalte des Loisach-Dorfs völlig reichen. Das Areal an der Autobahn gehört einer Privatperson, die es an Vispiron langfristig verpachtet.

Roland Lory

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