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Ort der Bildung: die Almakademie, die in der Eschenloher Grundschule zuhause ist. 

Gedankenspiele verworfen 

Almakademie Eschenlohe erhält Absage vom Ministerium: Landrat will „am Ball bleiben“

Es ist das Ergebnis einer Prüfung: Das Angebot der Almakademie Eschenlohe wird nicht weiter ausgebaut. Zumindest nicht bei der aktuellen Situation.

Eschenlohe – Bis vor ein paar Jahren war der Landkreis Garmisch-Partenkirchen ein weißer Fleck, was Ausbildungsmöglichkeiten für Landwirte angeht. Da gab es gar nichts. Doch 2014 änderte sich dies. Damals wurde die Almakademie in Eschenlohe ins Leben gerufen. Dort kann sich der hiesige Agrar-Nachwuchs das nötige Wissen im Rahmen des Bildungsprogramms Landwirt (BiLA) aneignen. Der Unterricht findet in einem Raum der Grundschule Eschenlohe statt.

In den vergangenen Jahren gab es dann Gedankenspiele, das Angebot auszuweiten. „Im Zentrum der Überlegungen standen der Ausbau des Bildungsangebots im Bereich der Hauswirtschaft sowie der Themenbereich der Diversifizierung“, erklärt Christina Köstler vom Pressereferat des Bayerischen Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten. Unter Diversifizierung versteht man die Entwicklung zusätzlicher Einkommensstandbeine. „Unser Haus hat die Möglichkeiten und den Bedarf dazu geprüft. Da aber offenbar kein nennenswerter Bedarf für die angedachte einsemestrige Landwirtschaftsschule, Abteilung Hauswirtschaft, in Vollzeitform und auch keine Notwendigkeit für den Ausbau entsprechender Angebote im Bereich der Diversifizierung bestehen“, werde dieser nun nicht weiter verfolgt, sagt Köstler. Aufgrund des Internat-Betriebs an den beiden umliegenden Vollzeitschulen Holzkirchen und Traunstein sind diese der Pressesprecherin zufolge auch für Interessentinnen aus dem Raum Garmisch-Partenkirchen nutzbar.

„Vielleicht schaut es in fünf Jahren anders aus“

An Gesprächen über einen etwaigen Ausbau in Eschenlohe war unter anderem Bezirks- und Kreisbäuerin Christine Singer beteiligt. Dass das Angebot nicht ausgeweitet wird, findet sie nachvollziehbar. Es mache keinen Sinn, die Sache mit Gewalt voranzutreiben. „Momentan sehen wir keinen großen Bedarf.“ Singer ist es wichtig, öffentliche Mittel mit Sachverstand einzusetzen. Mit dem BiLa habe man „viel erreicht. Wir haben für unseren Landkreis etwas Gutes geschaffen“, betont die Hofheimerin. „Wenn Bedarf entsteht, werden wir uns drum kümmern. Vielleicht schaut es in fünf Jahren anders aus.“

Landrat Anton Speer (Freie Wähler) ging auf den Nicht-Ausbau kürzlich im Rahmen der Eschenloher Bürgerversammlung ein. Bezüglich einer Angebotsausweitung „sind wir vom Ministerium ausgebremst worden“, sagte er: „Aber wir werden am Ball bleiben.“

Das Bildungsprogramm Landwirt wird weiter gut angenommen. Derzeit beteiligen sich 35 Personen. Start war im November 2018. 2020 endet die Ausbildung. Die meisten Teilnehmer stammen aus dem Landkreis Garmisch-Partenkirchen.  

Roland Lory  

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