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Das Nadelöhr schlechthin: Die B2 soll in einigen Jahren durch den Auerbergtunnel ersetzt werden.

Frohe Kunde für Eschenlohe

Erlösende Nachricht: Grünes Licht für den Auerbergtunnel

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer hat die Finanzierungszusage und Baufreigabe für die Bundesstraße 2 neu mit Auerbergtunnel erteilt. Für Eschenlohe eine Erlösung.

  • Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer hat die Freigabe für den Auerbergtunnel gegeben.
  • Die Nachricht ist für die Region eine Erlösung.
  • Auch Alexander Dobrindt zeigt sich begeistert.

    Eschenlohe/Oberau – Anton Kölbl musste schmunzeln, als er am Freitag gegen 14.30 Uhr den Anruf bekam. In der Früh im Bauhof hatte der Eschenloher Bürgermeister (CSU) noch mit den Mitarbeitern darüber philosophiert, wie es denn mit den Tunneln weitergehen werde. Schließlich müssten dort wieder Sturmschäden beseitigt werden. Freilich kamen alle wieder auf die neue Umgehung zu sprechen. Und dann besagter Anruf. Alexander Dobrindt meldete sich am anderen Ende. Der frühere Bundesverkehrsminister und jetzige Landesgruppenchef der CSU im Bundestag. Die Nachricht, die er überbrachte, nennt Kölbl eine „erlösende“. Andreas Scheuer, Dobrindts Nachfolger im Amt des Verkehrsministers, hat am Freitag die Finanzierungszusage und Baufreigabe für die Bundesstraße 2 neu mit Auerbergtunnel erteilt.

Auerbergtunnel (Bayern): Ein guter Tag für Eschenlohe

„Das ist ein guter Tag für Eschenlohe“, sagt Kölbl fast ein wenig berührt. Er korrigiert sich sogar: „Besser kann er doch eigentlich nicht sein.“ Logisch: „Wer kriegt schon eine weitere, also zweite Autobahnauffahrt?“ In Eschenlohe, dem 1600-Seelen-Dorf im Loisachtal, wird es gar nicht mehr so lange dauern.

Alexander Dobrindt: “Planungen schon weit“

Das Projekt B2 neu mit Auerbergtunnel ist neben der West-Umfahrung Oberau und dem Kramertunnel nochmals eine echte Hausnummer für den Landkreis. 108,2 Millionen Euro soll der 3,8 Kilometer lange, vierspurige Ausbau bis Oberau nach aktuellem Stand kosten. Diese Mittel sind am Freitag freigegeben worden. Bauabschnitt eins wird – wie angekündigt – die neu zu errichtende, halbseitige Anschlussstelle bei Weghaus sein, die den von Murnau gen Süden fahrenden Verkehr frühzeitig auf die Autobahn lenkt. Dazu kommt die Umgehung der alten Eschenloher Tunnel über den Durchbruch am jetzigen Autobahnende – als Anschluss an die künftige Staatsstraße nach Oberau. „Das kann jetzt sogar schnell gehen, denn die Planungen sind schon ziemlich weit“, kündigt Dobrindt an. „Die Finanzierungszusage bedeutet, dass die Straßenbaubehörde nun die Ausschreibungen machen und vorzeitig mit dem Bau beginnen kann.“

Weitere Ortsumfahrung

Den Mehrwert für Eschenlohe fasst Kölbl schnell und einfach zusammen: „Obwohl wir bereits seit 1936 eine Umfahrung haben, bekommen wir nun eine weitere Ortsumfahrung mit der Auffahrt Weghaus sowie eine erhebliche Verkehrsreduzierung.“ Die Autolawine von Süden dürfte künftig komplett am Ort vorbeifließen, von Norden „wird es wohl nur noch Eschenloher Verkehr sein“, prognostiziert der Bürgermeister, der sich 2013 erstmals mit dem Thema befasst hatte. „Das ist wirklich eine gute Nachricht.“

Dobrindt zeigt sich begeistert

Das sieht Dobrindt ähnlich. „Ich bin begeistert“, sagt der Peißenberger. „So kann das Jahr 2020 beginnen.“ Die Umgestaltung der Verkehrsführung am Ende der A95 und der B2 weiter bis Oberau sieht er als „dringend nötigen Lückenschluss, der nach der Umfahrung Oberau und dem Kramertunnel jetzt noch auf der To-Do-Liste stand“. Minister Scheuer würdigt er für dessen Einsatz für die Region, „Er macht sich echt verdient.“ Aber auch Dobrindt selbst schnauft tief durch, dass dieses Projekt für seinen Heimatwahlkreis noch realisiert wird. „Das ist schon ein gutes Gefühl“, räumt er ein. „Allerdings steckt da viel Arbeit dahinter, solche Dinge fallen nicht einfach vom Himmel.“

Dem Bau steht nichts mehr im Wege

Wann es explizit losgehen wird, das kann auch Dobrindt nicht sagen. „Dem Bau steht aber nichts mehr im Wege.“ Laut Auskunft der Autobahndirektion Süd ist für die Anschlussstelle Weghaus sowie die Tunnel-Umfahrung mit einer relativ kurzen Bauzeit von einem bis zwei Jahre zu rechnen. Im Budget inbegriffen ist aber bereits der zirka zwei Kilometer lange Auerbergtunnel. Für die Verbindung vom Autobahnende bis zur Anschlussstelle Oberau Nord rechnen die Experten mit fünf bis sechs Jahren als Realisierungs-Zeitraum.

Christian Fellner

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