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Ihm reicht’s: Peter Mangold vor dem Nachbargrundstück mit der aus seiner Sicht nicht vorhandenen Flutmulde. Rechts im Hintergrund ist der Achelegraben zu sehen. 

Hochwasserschutz in Eschenlohe

Anlieger des Achelegrabens kämpft „gegen Windmühlen“ 

Nach der großen Hochwasser-Verbauung an der Loisach in Eschenlohe steht dort noch das Thema Achelegraben auf der Agenda. Ein Büro soll ein Konzept erstellen. 

Eschenlohe – In dem roten Ordner ist alles drin. Schreiben von und an Behörden, Pläne, Fotos und so weiter. Er zeugt vom Papierkrieg der Mangolds. „Es ist ein Kampf gegen Windmühlen“, sagt Peter Mangold und spricht von „komischen Sachen, die da abgelaufen sind“.

Die Familie lebt an der Höllensteinstraße am Achelegraben. Der bereitet bei starkem Regen immer wieder Probleme, weil er kein Gefälle hat und das Wasser daher nicht richtig abläuft. Auf dem Nachbargrundstück ist in den vergangenen Jahren ein Mehrfamilienhaus errichtet worden. Mangold beklagt, dass dort eine Flutmulde nicht so wie geplant angelegt worden sei. Aus Sicht des 59-Jährigen existiert sie gar nicht. Der Nachbar „hat das Gelände abgeschrägt, damit das Wasser in den Graben reinläuft“. Mangolds befürchten, dass ihr Anwesen bei Starkregen künftig mehr Wasser abbekommt. „Für eine Flutmulde gibt es Kriterien“, betont Mangold. Die sieht er nicht erfüllt. Mit dem Nachbarn steht er offenbar auf Kriegsfuß. „Der macht, was er will.“ Vom Eigentümer des Nachbargrundstücks war keine Stellungnahme erhältlich.

Bemerkenswert: Die Kreisbehörde sieht kein Problem. „Ein Mitarbeiter der Fachkundigen Stelle Wasserwirtschaft (FkSt) am Landratsamt Garmisch-Partenkirchen hat sich die Situation vor Ort angesehen und ist zu dem Ergebnis gekommen, dass die Flutmulde offensichtlich so ausgeführt wurde, wie geplant“, teilt Sprecher Stephan Scharf mit. Mangold hält dagegen: „Mit einer Flutmulde hat das definitiv nichts zu tun.“ Johannes Riedl vom Wasserwirtschaftsamt (WWA) weist darauf hin, dass das Landratsamt die Bauaufsicht hat. „Das Bauamt muss schauen, ob das, was gebaut ist, der Genehmigung entspricht.“ Mangold hat auch schon probiert, bei Landrat Anton Speer (Freie Wähler) einen Termin zu bekommen. Gelungen ist ihm das nicht.

Bürgermeister Anton Kölbl (CSU) ist der Fall bekannt – und der Fall Achelegraben sowieso. Seitdem die Hochwaserverbauung an der Loisach steht, ist der Graben „Dauerthema“. X-mal war er damit beim WWA. „Wir haben alles durchmessen lassen, haben die Verrohrungen mit der Kamera befahren lassen.“ Das Problem ist das mangelnde Gefälle am Achelegraben, wodurch das Wasser, wie erwähnt, nicht gescheit abließen kann. Er beginnt am südlichen Bahnübergang und mündet nach rund zwei Kilometern an der Autobahnabfahrt in Gräben. Der Achelegraben wird laut Kölbl auch gelegentlich geräumt.

Der Gemeinderat hat sich jedenfalls des Themas angenommen. Die Kommune hat sich für das bayerische Sonderförderprogramm gegen Sturzfluten beworben und wurde aufgenommen. „Nächster Schritt ist die Auftragsvergabe an ein Büro“, erklärt der Rathauschef. Es soll dann das gesamte Einzugsgebiet des Achelegrabens untersuchen, und das ist nicht klein. So gehört der ganze Bergstock am Kalvarienberg dazu. „Ohne Gesamtkonzept braucht man so ein Thema gar nicht anfangen“, betont Kölbl. Eine vorstellbare Lösung wäre der Bau eines Pumpwerks. Ob es tatsächlich errichtet wird? Man wird sehen. WWA-Abteilungsleiter Riedl spricht von einer „vertrackten Angelegenheit. Etwas zu machen, ist sauschwierig“.

Roland Lory

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