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Vergangene Zeiten: Passanten beobachten 2006 Hochwasserschutzarbeiten in Eschenlohe.

Pläne des Wasserwirtschaftsamts Weilheim

Strenge Auflagen für Hochwasser-Gebiete in Eschenlohe

Auf Landwirte und Grundeigentümer, die Flächen in den ausgewiesenen Überschwemmungsgebieten der Loisach rund um Eschenlohe besitzen, kommen Verbote zu. So ist dort untersagt, Ölheizungen in Gebäude einzubauen oder Siloballen zu lagern.

Eschenlohe – Die Eschenloher sind leidgeprüft, was die Überschwemmungen der Loisach anbelangt. Mit neu ausgearbeiteten Plänen für die Überflutungsgebiete bei Hochwasserlagen ist das Wasserwirtschaftsamt Weilheim an diverse Kommunen herangetreten, die am Flusslauf der Loisach liegen – darunter auch an die Gemeinde Eschenlohe. Diese Pläne, die noch bis zum 22. Juni im Rathaus ausliegen, wurden nun von Bürgermeister Anton Kölbl (CSU) dem Gemeinderat vorgestellt.

In der Sitzung ging es unter anderem um eine Stellungnahme der Kommune zu dem vorliegenden Regelwerk. „Die Überflutungszonen sind genau festgelegt, das läuft ähnlich wie ein Planfeststellungsverfahren“, schickte Kölbl voraus. Der Ortskern Eschenlohes sei davon wegen des umfangreichen Hochwasserschutzes kaum betroffen, die Randbereiche aber schon – wie beispielsweise im nordöstlichen Gemeindegebiet. Insbesondere für die Überflutungszonen gelten nach seinen Worten bestimmte Auflagen. „Dabei handelt es sich größtenteils um landwirtschaftlich genutzte Flächen“, sagte Kölbl weiter.

Laut dem Wasserwirtschaftsamt ist in diesen Bereichen die Errichtung von Mauern, Wällen und ähnlichen Anlagen verboten, die den Wasserabfluss behindern können, ebenso das Aufbringen von wassergefährdenden Stoffen in den Boden. Auch die Lagerung solcher Stoffe außerhalb von Anlagen ist untersagt. Des Weiteren verboten sind das Erhöhen oder Vertiefen der Erdoberfläche, das Anlegen von Baum- und Strauchpflanzungen, soweit diese den Zielen des Hochwasserschutzes entgegenstehen, sowie die Umwandlung von Auwald in eine andere Nutzungsart. „Man darf zum Beispiel in den Überflutungszonen keine Ölheizung in ein Gebäude mit entsprechendem Tank einbauen“, sagte Kölbl. Auch die Lagerung von Siloballen sei dort nicht zulässig. Er erinnerte in diesem Zusammenhang an ein Hochwasser in Simbach am Inn, wo Siloballen zusammen mit Holzstämmen einen Wasserdurchlauf komplett verstopft hatten.

„Was wäre, wenn Hochwasser einen Meter Kies auf meine Weide schwemmt?“, wollte Ratsmitglied Ludwig Mangold (CSU) wissen. „Das ist ein Hochwasserschaden, und es wird keiner was sagen, wenn du das wieder rausfährst“, entgegnete ihm Kölbl. „Gilt das auch für Treibholz?“, fragte die Zweite Bürgermeisterin Brigitte Mangold-Rößler (Freie Wähler). Kölbl bestätigte dies – und fügte hinzu: „Es geht vielmehr darum, dass in den Überschwemmungsgebieten kein Schindluder getrieben wird.“ Auch der Bauernverband, kündigte der Rathauschef an, werde sich noch gesondert zu dem Thema äußern. 

In der Stellungnahme der Gemeinde ist festgehalten, dass sie den Plänen des Wasserwirtschaftsamtes nur zustimmt, wenn Straßen und Wege, die in den Überflutungszonen liegen, nach dem jeweiligen Stand der Technik ausgebaut und unterhalten werden dürfen. Auch wird darauf verwiesen, dass das landwirtschaftliche Gebäude im Bereich Weghaus und dessen Umgriff in der Überflutungszone liegt und dort die Errichtung von Hochwasserschutz möglich sein muss. Der Beschlussvorschlag wurde von den Ratsmitgliedern einstimmig angenommen.

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