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Rückblick und Vorausschau: Rathauschef Anton Kölbl (l.) berichtet im Brückenwirt über die Entwicklung der Gemeinde Eschenlohe. 

Bürgerversammlung im Brückenwirt

Eschenlohe ist so gut wie schuldenfrei

Finanziell wird 2019 für die Gemeinde Eschenlohe ein happiges Jahr. Sie wird wohl gut eine Million Kreisumlage zahlen müssen. Schlüsselzuweisungen vom Freistaat gibt es kaum. Doch grundsätzlich steht die Kommune sehr gut da.

Eschenlohe – Es ist schon erstaunlich: Vor zehn Jahren schob die Gemeinde Eschenlohe wegen der Hochwasserverbauung noch einen gewaltigen Schuldenberg vor sich her. 2011 belief er sich auf fast 1,9 Millionen Euro. Davon ist heute kaum mehr etwas übrig. Ende vergangenen Jahres waren es nur noch rund 166 000 Euro. Die Pro-Kopf-Verschuldung beträgt demnach gerade mal gut 100 Euro – eine sehr niedrige Summe, wenn man sich den Landesdurchschnitt bei Kommunen dieser Größe anschaut. Und dann hat die Kommune auch noch Rücklagen von fast 600 000 Euro. „Die Gemeinde Eschenlohe ist faktisch schuldenfrei“, erklärte Christoph Gratz, Kämmerer der Verwaltungsgemeinschaft Ohlstadt, am Mittwochabend im Rahmen der Bürgerversammlung im Brückenwirt. Der Finanzexperte machte zudem deutlich, dass ohne die großen Firmen im Ort der Schuldenabbau „undenkbar“ wäre.

Allerdings ist nicht alles eitel Sonnenschein. Denn die Gemeinde muss heuer wahrscheinlich mehr als eine Million Euro Kreisumlage an den Landkreis Garmisch-Partenkirchen abführen. „Pro Tag etwa 3000 Euro“, rechnete Bürgermeister Anton Kölbl (CSU) vor. „Eine stolze Zahl.“ Verschwindend gering ist dagegen die Schlüsselzuweisung, die die Kommune heuer vom Freistaat Bayern bekommt. Es sind rund 11 000 Euro. „2019 müssen wir einfach den Gürtel enger schnallen“, fasste Kämmerer Gratz zusammen. Allerdings stehen durchaus größere Projekte auf der Agenda, etwa im Sektor Trinkwasserversorgung/Abwasser und Straßenbau. „Ohne Kreditaufnahme werden wir nicht über die Runden kommen“, kündigte Gratz an.

Wie andere Gemeinden auch, engagiert sich Eschenlohe in Sachen Wohnungsbau. Östlich der Murnauer Straße sollen rund 15 Einheiten für finanziell Schwächere entstehen. „Nach derzeitiger Sachlage ist alles an Hindernissen abgearbeitet und soweit geklärt“, berichtete Kölbl. Derzeit wird der Baugenehmigungsplan erstellt, die Fachplaner arbeiten an ihren Gewerken. Seitens der Gemeinde ist noch der Bebauungsplan zu modifizieren, dann kann sie den Bauantrag einreichen.

Ob es noch in diesem Jahr mit der Errichtung losgeht, konnte der Rathauschef nicht sagen, „da alle diese Schritte Zeit benötigen. Aber bei einem Projekt dieser Größenordnung geht es auch nicht um ein paar Monate hin oder her, denn es ist weitaus wichtiger, dass alles Hand und Fuß hat, wenn man beginnt“.

Schriftliche Anfragen gingen bei der Gemeinde im Vorfeld nicht ein. Am Abend der Versammlung gab es unter anderem eine Wortmeldung, die sich auf Staus an schönen Wochenenden bezog. Viele Autofahrer weichen dann über die Garmischer Straße aus. Der Besucher fragte, ob es nicht möglich wäre, die Michael-Fischer-Straße als Einbahnstraße auszuweisen, so dass die Einfahrt von der Bundesstraße 2 in den Ort nicht mehr möglich ist.

Der Kommune ist das Problem wohlbekannt. Die Volksvertreter haben sich nach Kölbls Angaben schon öfters darüber unterhalten. Eine kurzfristige Lösung scheint nicht in Sicht zu sein. „Im Moment sind wir der Meinung, dass es nur wenige Tage im Jahr sind.“ Richtig etwas ändern werde sich erst, wenn die Tunnel geschlossen sind und der Bypass an der Autobahn gebaut ist.

Roland Lory

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