Feuersbrunst: Der Stadel an der Loisachstraße steht lichterloh in Flammen.
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Feuersbrunst: Der Stadel an der Loisachstraße steht lichterloh in Flammen.

Kripo ermittelt

Feuer in Eschenlohe: Explosives Material im brennenden Stadel

  • Manuela Schauer
    vonManuela Schauer
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Unter Einsatz ihres Lebens haben rund 100 Feuerwehrleute am Mittwochabend das Feuer in einem brennenden Stadel in Eschenlohe bekämpft. Das Gebäude, das inoffiziell als Kfz-Werkstatt genutzt wurde und in dem explosive Stoffe lagerten, wirft viele Fragen auf. Die Kriminalpolizei ermittelt in alle Richtungen.

  • Alle Hände voll zu tun hatten am Mittwochabend rund 100 Feuerwehrleute bei einem Brand in Eschenlohe.
  • In dem Stadel lagerte explosives Material.
  • Die Kripo ermittelt in alle Richtungen.

Update, Mittwoch, 18.30 Uhr:

Eschenlohe – Züngelnde Flammen erleuchteten den dunklen Nachthimmel über Eschenlohe, als am Mittwochabend gegen 21.30 Uhr ein Holzstadel an der Loisachstraße Feuer fing. Dabei kam es wiederholt zu lautstarken Explosionen. Der Grund: In dem Gebäude befanden sich neben Gasflaschen und Feuerwerksraketen auch ein 600 Liter Dieseltank, der diesen Großbrand gefährlich beschleunigte.

Einsatz bis in die frühen Morgenstunden

Rund 100 Einsatzkräfte der Feuerwehren aus Eschenlohe, Murnau und Oberau waren bis in die frühen Morgenstunden mit den Löscharbeiten beschäftigt. Dabei verletzten sich zwei Männer. Das Konstrukt brannte komplett ab – ersten Schätzungen zufolge liegt der Schaden im niedrigen sechsstelligen Bereich.

Nicht genehmigte Werkstatt

Bemerkenswert: Offenbar hatte sich in dem Stadel eine nicht genehmigte Kfz-Werkstatt befunden, wie Eschenlohes Bürgermeister Anton Kölbl (CSU) mitteilt: „Ich kann mit Sicherheit sagen, dass diese Nutzung nicht offiziell angemeldet ist. Dazu bräuchte es eine besondere Privilegierung, da solche Bauwerke normalerweise nur landwirtschaftlichen Zwecken vorbehalten sind.“ Doch im Inneren befanden sich Gefahrenstoffe wie Diesel und diverse Gasbehälter, zwei Hebebühnen sowie zwei Fahrzeuge. „Es war alles vorhanden, was ein Automechaniker benötigt“, erklärt Florian Krammer, Kommandant der Murnauer Feuerwehr.

Kripo mit Fall befasst

Die Kriminalpolizei Garmisch-Partenkirchen hat die Ermittlungen aufgenommen. Dabei werden die Beamten auch klären, ob für diese großen Mengen an Diesel eine Genehmigung vorlag. Das verriet Dienststellenleiter Richard Listle auf Tagblatt-Anfrage. Viel mehr kann er zu dem Vorfall noch nicht sagen, außer: „Wir ermitteln in alle Richtungen.“ So wird sich möglicherweise auch klären, ob ein Zusammenhang mit dem Brand des leer stehenden Bahnwärterhäuschens besteht, das den Flammen Ende November 2020 zum Opfer gefallen war. Auch hier wurde die Kripo hinzugezogen.

Sicherheitsmechanismus funktioniert

Ein Brandstifter, der für beide Taten verantwortlich sein könnte – weder Krammer noch sein Eschenloher Kollege Franz Steffl können sich das vorstellen. Beide haben eine nervenaufreibende Nacht hinter sich. Hoffend und bangend starrten die Einsatzkräfte in das lodernde Feuer. Lauschten dem zischenden Geräusch der Sicherheitsventile, die das explosive Gas langsam entließen. „Zum Glück hat dieser Mechanismus funktioniert“, sagt Krammer. Andernfalls hätte das fatale Konsequenzen haben können: Wenn eine Gasflasche zerbirst, fliegt sie viele hundert Meter weit und wird dadurch zum tödlichen Geschoss. „Da die Flugbahn nicht vorhersehbar und die Wucht enorm ist, kann das für umstehende Personen lebensgefährlich sein“, betont Krammer.

Zwei verletzte Wehrleute

Doch alles lief gut – Verletzte forderte lediglich die Glätte. Zwei Männer waren auf dem gefrorenen Löschwasser ausgerutscht – einer wurde wegen seiner Beinverletzung in die Murnauer Unfallklinik gebracht. Damit ging dieser lebensgefährliche Einsatz noch sehr glimpflich aus.

Constanze Wilz

Eschenlohe - Circa 100 Einsatzkräfte der örtlichen Feuerwehren rückten aus, kämpften gegen die Flammen. Gegen 21.20 Uhr war am Mittwoch ein Holzstadel an der Eschenloher Loisachstraße in Brand geraten.

Wegen der niedrigen Temperaturen gestalteten sich die Löscharbeiten als schwierig. Sie dauerten bis in die frühen Morgenstunden. In dem als Lagerhalle genutzten Holzstadel waren neben Fahrzeugen auch Betriebsstoffe und Gasflaschen gelagert, was die Arbeiten zusätzlich erschwerte.

In Action: Der Feuerwehrmann ist voller Löschschaum.

Verletzt wurde bei dem Brand glücklicherweise niemand. Wie das Polizeipräsidium Oberbayern Süd mitteilt, wird die Schadenshöhe im niedrigen sechsstelligen Bereich vermutet. Noch vor Ort übernahm der Kriminaldauerdienst der Kripo Weilheim die ersten Untersuchungen am Brandort. Das Fachkommissariat für Brandermittlungen der Kriminalpolizeistation Garmisch-Partenkirchen führt die weiteren Ermittlungen zur genauen Ursache.

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