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Perfekter Standort: Auf dieser Fläche westlich der Autobahn soll die Photovoltaikanlage entstehen. 

Firma baut Solarpark an der A95

Sauberer Strom aus Eschenlohe

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Die Politik hat sich die Energiewende dick auf die Fahne geschrieben. Direkt an der Autobahn bei Eschenlohe soll noch heuer ein Großprojekt entstehen, das den Landkreis in dieser Hinsicht ein gewaltiges Stück nach vorne bringt. Eine Münchner Firma baut dort einen Solarpark.

Eschenlohe – Der Eschenloher Bürgermeister Anton Kölbl (CSU) war nach der Mammutsitzung des Gemeinderats sichtlich erleichtert: „Das hat uns gefordert“, resümiert der Rathauschef. Über ein Jahr lang hatte sich das Gremium mit dem Bau einer Photovoltaik-Freiflächenanlage beschäftigt, die auf einem rund 3,5 Hektar großen Randstreifen entlang der Autobahn 95 (A 95) an der Anschlussstelle Eschenlohe entstehen soll. Jetzt gaben die Volksvertreter dafür grünes Licht. Eine energiepolitisch bedeutende Entscheidung, denn es handelt sich um den ersten Solarpark dieser Art im Landkreis, der neben einer Straße quasi auf der grünen Wiese entsteht. In anderen Regionen Deutschlands ist das ein längst übliches Bild. Zirka 2,7 Millionen Kilowattstunden saubere Sonnenenergie sollen jedes Jahr in Eschenlohe gewonnen werden. Das würde rein rechnerisch für die knapp 600 Privathaushalte des Loisach-Dorfs völlig reichen.

Die rechtlichen Voraussetzungen dafür zu schaffen, war allerdings kein Spaziergang. Konkret ging es um die entsprechende Änderung des Flächennutzungsplans, die Aufstellung eines Bebauungs- und Grünordnungsplans sowie um ein umfangreiches Vertragswerk. Darin sichert sich die Kommune zum Beispiel ein Betretungsrecht. Und der Investor, die Firma Vispiron mit Sitz in der Landeshauptstadt, verpflichtet sich, die Planungskosten zu übernehmen und die Anlage wieder abzubauen, sollte sie nicht mehr benötigt werden. „Wir konnten alles im Sinne der Gemeinde regeln“, fasst Kölbl zusammen. Ein Punkt, der im Rat länger diskutiert wurde, war das Anliegen, dass das Gelände zuverlässig gepflegt wird, um eine Ausbreitung des gefährlichen Kreuzkrauts zu verhindern. Dieses Gewächs ist für Rinder und Pferde giftig. Das Areal gehört einer Privatperson, die es an Vispiron langfristig – die Rede ist von einer 30-jährigen Laufzeit – verpachtet.

Kritische Stimmen, die sich um das Landschaftsbild sorgen, waren zuletzt nicht mehr zu hören. Als besonders störend dürften die Eschenloher die über 8000 Module auch nicht empfinden, die nach Süden ausgerichtet auf einer Stahlträger-Konstruktion installiert werden. Denn das Ganze befindet sich auf der Westseite der Autobahn, ist also vom Dorf aus gar nicht zu sehen. „Wenn nicht dort, wo dann?“, fragt sich Kölbl. Die Politik sei sich doch einig, argumentiert er, verstärkt auf erneuerbare Energien zu setzen. Also müsse man die Technik dazu akzeptieren – selbst in einer Urlaubsregion. „Das ist ein guter Beitrag für die Energiewende.“

Bei Vispiron will man mit dem Bau zügig loslegen. Der Zeitplan ist ehrgeizig: Laut Geschäftsführer Florian Schönberger, der zusammen mit Projektingenieur Stefan Fußeder die besagte Sitzung verfolgte, soll bereits heuer im Sommer der Öko-Strom aus Eschenlohe ins Netz fließen. Das Geschäftsmodell der über 500 Mitarbeiter starken Firma, die sich auf Solaranwendungen spezialisiert hat, ist simpel: Sie investiert nach eigenen Angaben rund 2,4 Millionen Euro in den Solarpark, betreibt diesen selbst und verkauft den erzeugten Strom. „Das ist rentabel“, sagt Schönberger. Nach etwa 15 bis 16 Jahren habe sich die Investition amortisiert. Der Standort in Eschenlohe sei ideal – und verspreche optimale Sonneneinstrahlung. Generell, so Schönberger, gingen Kommunen mittlerweile aufgeschlossener mit dem Thema um. „Wir stellen einen Sinneswandel fest.“

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