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Seitenhieb: Der Dorfladen in Grafenaschau wird durch den Kakao gezogen.

Gaudiwurm in Eschenlohe

„Schwoagara Hofladen“ Ziel des Spotts

In Eschenlohe hat am Sonntag mal wieder Ausnahmezustand geherrscht. 25 Mottowagen zogen durch das Loisachdorf. Rund 2000 Besucher verfolgten den Gaudiwurm, bei dem so manches lokale Thema aufgespießt wurde.

Eschenlohe – Eine riesige „Wildsau“ mit rot glühenden Augen schleppt sich behäbig durch das Ortszentrum von Eschenlohe. Es ist nicht das einzige sonderbare Wesen an diesem Tag in Eschenlohe. Erschrocken ziehen manche die Köpfe ein, da es plötzlich Holzspäne regnet. Die „Täter“ sind zwei mannsgroße „Biber“, die sich gleich darauf an einem großen Baum zu schaffen machen, der auf einem der Mottowagen aufgestellt ist. „Baum fällt!“, brüllt ein aufgeregter Förster. Kurz darauf landet das stattliche Gewächs krachend auf den Holzplanken des Gefährts. Zum Glück eilt die „Ohlstädter Knedlwehr“ unter lautem Tatü-Tata zu Hilfe.

In Kooperation mit dem örtlichen Burschenverein organisierte der Eschenloher Trachtenverein D´Loisachtaler heuer den einzigen Gaudiwurm im Staffelsee-Raum. Die Veranstaltung war ein voller Erfolg. Etwa 2000 Schaulustige strömen herbei. Der Vorsitzende des Burschenvereins, Tobias Tietz, zeigte sich zufrieden: „Es ist alles reibungslos abgelaufen, und wir freuen uns über die rege Teilnahme.“ 

Rund 25 Themenwagen mit über 250 Personen nahmen an dem Zug teil. Ein bestimmtes Motto gab es nicht. Dafür war die Versammlung überaus vielfältig. Neben Ölscheichs waren wild gewordene Affen zu sehen, Omas machten mit ihren Rollatoren die Straße unsicher und die Messdienerinnen der Kirchengemeinde „Schnackslreith“ lasen unfromme Fürbitten. Auch politische Themen wurden aufgegriffen. Unter anderem gab sich ein Maschkera als Schwaigens Bürgermeister Hubert Mangold aus und lief im Zickzack vor einem Traktor mit der Aufschrift „Schwoagara Hofladen“ her – eine Anspielung auf das Dorfladen-Projekt in Grafenaschau.

Fotos: Gaudiwurm in Eschenlohe 

Was die aktuelle Debatte über den Wolf betrifft, taten Teilnehmer ebenfalls ihre Meinung kund. „Schafbaurn jetzt brauchts nimma fluachen, denn uns Wuidara ko ma jetz a buchen!“ hieß es auf einem Plakat, das von zwei kleinen „Wölfen“ getragen wurde. Dahinter fuhr ein Gefährt mit dem Banner „Schweinepest jetz a in Eschla“. Nach dem Umzug luden die Burschen alle Feierwütigen ins Festzelt am Dorfplatz ein. Dort legte dann noch ein DJ auf.

Constanze Wilz

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