Kontrolle: Ein Polizeibeamter bei der Arbeit.
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Kontrolle: Ein Polizeibeamter bei der Arbeit.

Kontrolle auf der Autobahn bei Eschenlohe

Gefälschter Pass im Gepäck: Schleierfahnder ziehen diverse Autos aus dem Verkehr

  • Roland Lory
    vonRoland Lory
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Großkontrolle der Schleierfahnder: Beamte haben am Mittwoch auf der Autobahn bei Eschenlohe diverse Autos aus dem Verkehr gezogen.

  • Schleierfahnder haben am Mittwoch auf der Autobahn bei Eschenlohe diverse Autos aus dem Verkehr gezogen.
  • Die Polizei leitete Strafverfahren wegen verschiedener Vergehen ein.
  • Ein Mann war zum Beispiel mit einem gefälschten Pass unterwegs.

Eschenlohe – Vier Bauhelfer waren am Mittwochnachmittag auf dem Nachhauseweg. Doch die Fahrt wurde gestoppt. Die Männer gerieten auf der Autobahn bei Eschenlohe in eine Kontrolle der Murnauer Schleierfahnder.

Keine Aufenthaltserlaubnis

Dabei gab es manches zu beanstanden. Der kosovarische Fahrer (54) des Pkw mit Rosenheimer Zulassung hatte laut einer Pressemitteilung keine gültige Fahrerlaubnis. Deshalb wurde gegen ihn ein Strafverfahren eingeleitet. „Auch gegen den Halter des Fahrzeugs, der nicht vor Ort war, wird ermittelt“, sagt Thomas Haberger, Dienststellenleiter der Grenzpolizeiinspektion Murnau. Denn der Halter hätte prüfen müssen, ob der Fahrer einen Führerschein besitzt. Ein weiterer Passagier hatte angeblich seinen Pass nicht dabei. Er zeigte am Smartphone ein Foto „seines“ Passes. Auf der Dienststelle konnten die Ordnungshüter dann zweifelsfrei feststellen, dass er die falschen Personalien seines Bruders angab, um einen legalen Aufenthalt vorzutäuschen. Die Polizei leitete ein Strafverfahren ein, da der Mann weder eine Arbeits- noch eine Aufenthaltserlaubnis besaß und keine Steuern und Sozialabgaben für seinen Arbeitslohn entrichtete. Gegen den Arbeitgeber aus Rosenheim wurde ebenfalls ein Strafverfahren initiiert. Insgesamt sechs Stunden kontrollierte die Grenzpolizei in Eschenlohe. Zur Unterstützung waren Kräfte der Bereitschaftspolizei München und ein Diensthundeführer der Operativen Ergänzungsdienste Weilheim angerückt.

Weiterfahrt unterbunden

Dabei ging den Beamten auch ein 26-jähriger Bosnier ins Netz. Dieser war mit einem slowenischen Firmenfahrzeug in Richtung München unterwegs. Bei der Kontrolle zeigte er den Grenzpolizisten einen bosnischen Führerschein. Wie erste Ermittlungen ergaben, hatten ihm allerdings Behörden in Baden-Württemberg die Fahrerlaubnis wegen Trunkenheit im Verkehr entzogen. Der Mann ist jetzt mit einem Strafverfahren wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis konfrontiert. Die Beamten unterbanden die Weiterfahrt.

Reisepass manipuliert

Damit nicht genug: Gegen 15.30 Uhr geriet ein 33-jähriger pakistanischer Taxifahrer mit seinem Pkw und zwei weiteren Insassen in die Kontrolle. Der Fahrer hatte einen manipulierten pakistanischen Reisepass im Gepäck. Diesen zog die Polizei ein und übergab ihn dem Sachbearbeiter für Dokumentenfälschungen bei der Grenzpolizeiinspektion. „Nach ersten Ermittlungen handelt es sich um einen totalgefälschten Reisepass“, teilt Haberger mit. Auch in diesem Fall leitete die Polizei ein Strafverfahren ein und zog den Reisepass ein.

Minderwertige Uhren

Darüber hinaus kamen um 13.15 Uhr drei italienische Staatsbürger mit einem Mietwagen des Wegs. Sie waren zuvor aus Italien eingereist und hatten 35 minderwertige Uhren im Gepäck. Solche Uhren werden, wie die Grenzpolizei betont, oftmals in betrügerischer Absicht arglosen Bürgern am Straßenrand oder an Autobahnparkplätzen angeboten. Weitere Ermittlungen wegen Verstößen nach dem Markengesetz folggen. Die Grenzpolizei weist in diesem Zusammenhang auf Folgendes hin: Man sollte niemals am Straßenrand oder auf Autobahnparkplätzen „hochwertige“ Waren wie Uhren oder Goldschmuck kaufen. „Lassen Sie sich nicht von vermeintlichen Schnäppchen täuschen.“ Bei den angebotenen Waren handle es sich meist um minderwertige Fälschungen oder Nachahmungen. „Luxusuhren werden schon seit Jahren optisch täuschend echt gefälscht und sind für den Laien nicht erkennbar.“ Die Polizei rät, sich sich an einen Händler seines Vertrauens zu wenden. Die „Nepper, Schlepper und Bauernfänger“ gingen zumeist mit großer Raffinesse zu Werke und richteten häufig beträchtlichen Schaden an.

Keine Kfz-Steuern bezahlt

Bereits am Dienstagvormittag fiel den Schleierfahndern auf der A 95 ein Pkw mit Berliner Zulassung auf. Wie sich herausstellte, waren für den Pkw keine KFZ-Steuern entrichtet worden. Deshalb wurde dieser aus dem Verkehr gezogen. Die Beamten leiteten ein Strafverfahren ein.

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