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Geplanter Solarpark an der A95: Bauern fürchten um Landschaftsbild

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In Eschenlohe sorgt ein geplanter Solarpark - hier ein Foto einer solchen Anlage in der Oberpfalz - für kontroverse Debatten. © dpa

Ein Investor würde gerne an der Autobahn bei Eschenlohe einen Solarpark errichten. Bei Landwirten stößt dieses Großprojekt allerdings auf wenig Begeisterung.

Eschenlohe – Gegen den westlich der Autobahn 95 geplanten Solarpark regt sich vor allem seitens der Landwirtschaft erheblicher Widerstand. Dies wurde in der Sitzung des Gemeinderates Eschenlohe deutlich, wobei das Gremium mit elf zu ein Stimmen einen Billigungs- und Auslegungsbeschluss zum Bau einer solchen Anlage befürwortete.

Die insgesamt 5,7 Hektar große Fläche, auf der die 120 Meter breite und 370 Meter lange Photovoltaikanlage mit mindestens zwei Megawatt Leistung entstehen soll, wird bisher als Weide genutzt. Über drei Stunden lang hatten die Ratsmitglieder unter Leitung von Bürgermeister Anton Kölbl (CSU) über die eingegangenen Stellungnahmen der Fachbehörden, Trägern öffentlicher Belange und Privatpersonen, die bei der ersten öffentlichen Auslegung eingegangen waren, diskutiert und an die 100 Einzelbeschlüsse gefasst. Vor allem seitens des Bayerischen Bauernverbandes – insbesondere bei Ortsobmann Jakob Schönach, der ebenfalls eine Stellungnahme abgegeben hatte – stößt das Vorhaben auf wenig Begeisterung. „Das Ganze hat ein enormes Ausmaß für das Landschaftsbild“, ärgerte sich der Landwirt gegenüber der Heimatzeitung, „wir sind schließlich eine Erholungsregion“. Von der Gemeinde forderte er mehr Fingerspitzengefühl in dieser Angelegenheit: „Es fehlt jegliche Prüfung von Alternativen. Wenn ich schon landwirtschaftlichen Grund opfern muss, sollte es eine Bürgeranlage sein, zumindest sollte sie von einem regionalen Stromanbieter betrieben werden und nicht von einem Investor von außen.“ Der Gewinn eines solchen Projekts müsse in der Region bleiben.

„Wenn Atom- und Kohlekraftwerke abgeschaltet werden, können wir uns einem solchen Projekt nicht verweigern“, bezog Kölbl in der Sitzung Gegenposition. „Sonst gehen irgendwann die Lichter aus. Und dann werden wir nicht mehr gefragt, wenn solche Anlagen gebaut werden sollen.“ Der Umfang der von Kölbl vorgetragenen Stellungnahmen verriet, dass bei einem Projekt dieser Größenordnung der Teufel im Detail stecken kann. So befand etwa die Untere Naturschutzbehörde, der rund um das Gelände vorgesehene Doppelstabmattenzaun habe eine „zu dominante Kulissenwirkung“. Sie forderte einen grünen Maschendrahtzaun. Dem mochte der Gemeinderat nicht folgen, zumal ein Doppelstabmattenzaun stabiler sei. „Man sieht ihn ja ohnehin nicht, weil davor eine Hecke gepflanzt wird“, argumentierte die Zweite Bürgermeisterin Brigitte Mangold-Rößler (Freie Wähler). Auch fordert die Behörde einen Bodenabstand des Zaunes von 20 Zentimetern, um Kleinsäugern das Gelände zugänglich zu erhalten.

Dem Bund Naturschutz in Bayern wäre eine Solarnutzung auf Dächern und Fassaden lieber. Eine Verbreitung des giftigen Kreuzkrautes, das nach seinem Dafürhalten auf dem fraglichen Gelände vorkommt, befürchtet Ratsmitglied und Landwirt Johann Riesch (CSU), dessen Wirtschaftsflächen sich in unmittelbarer Nachbarschaft zum geplanten Solarpark befinden. Dies sah auch Hubert Wörle (Freie Wähler) so. Als einziger stimmte Riesch gegen den Billigungs- und Auslegungsbeschluss.

Mit dem Abend zufrieden zeigte sich Projektingenieur Stefan Fußeder von der Firma Vispiron aus München, die die Anlage bauen will: „Das Abstimmungsergebnis ist in jedem Fall positiv, jetzt müssen wir die Rückläufe bei der zweiten Auslegung abwarten. Ich gehe mit einem guten Gefühl nach Hause.“ Fußeder hofft auf einen Satzungsbeschluss des Gremiums im Frühjahr: „Dann könnten wir vielleicht schon im Mai mit dem Bau beginnen.“ Zu den Gesamtkosten des Vorhabens wollte er sich nicht äußern. Nun müssen zunächst alle vom Rat beschlossenen Änderungen in das Papier eingearbeitet werden. Ein Termin für die zweite Auslegung steht noch nicht fest.

Heino Herpen

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