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Gemeinsam anpacken: Anton Kölbl (r.) und Markus Schneider transportieren die Möbel nach Eschenlohe. 

Rektor und Bürgermeister machen gemeinsame Sache

Grundschule Eschenlohe: Nacht- und Nebelaktion für neue Büromöbel 

Dass die Büroausstattung in der Eschenloher Grundschule ausgetauscht werden muss, war schon lange klar. Nun hat Rektor Markus Schneider hochwertige Möbel bekommen. Und zwar gratis. Dank zweier Fahrten mit Bürgermeister Anton Kölbl. Es ging in die Landeshauptstadt.

Eschenlohe – Geschaut haben sie schon, die Passanten an der Arnulfstraße in München. Immerhin war es zappenduster, als die zwei Männer Schränke, Regale, und Schreibtische in einen weißen Transporter mit Garmisch-Partenkirchner Kennzeichen trugen. Gewundert haben sich die Münchner aber nicht. Städter eben. Die sind ganz anderes gewohnt. Sie wussten halt nicht, dass die zwei Männer aus dem Werdenfelser Land nicht irgendwelche Arbeiter sind. Sondern der Bürgermeister von Eschenlohe, Anton Kölbl (CSU), und der Rektor der örtlichen Grundschule, Markus Schneider. Gemeinsam fuhren beide in die Landeshauptstadt. Mit zahlreichen Möbeln im Lieferwagen kamen sie wieder nach Hause. Zahlen musste sie dafür keinen Cent. Am nächsten Tag machten sie sich deshalb gleich noch einmal gemeinsam auf den Weg.

Im Rahmen einer Büroauflösung bekam Schneider die Möbel geschenkt. Ein Glück, denn im Büro und im Sekretariat der Eschenloher Grundschule bestand großer Bedarf. „Die Sachen sind einwandfrei“, sagt Bürgermeister Kölbl. Hohe Qualität. Und er muss es wissen. Immerhin ist der Rathaus-Chef auch Schreinermeister. Es bleibt die Frage, warum der Schuldirektor sich die Möbel schenken lassen muss? Haben die Behörden keine Etats für derartige Ausgaben? „Doch, doch, die gibt es“, betont Schneider. Auch die kleine Schule in Eschenlohe hat ein Budget. Vieles musste heuer jedoch in die mediale Ausstattung investiert werden. Da kam dem Rektor der Tipp mit der Büroauflösung, den er von einem Kollegen bekommen hatte, gerade recht.

Dass sein Büro und das Schulsekretariat irgendwann neues Mobiliar benötigen, war schon seit dem schweren Hochwasser 2005 in Eschenlohe klar. Nachdem vieles zerstört worden war, habe man damals gespendete Möbel ins Schulhaus gestellt. Hauptsächlich schwere, dunkle Stücke aus den 1960er Jahren. Zusammengepasst haben sie nicht wirklich, sagt der Rathaus-Chef. „Ein wahres Sammelsurium.“ Optische Kriterien waren damals aufgrund der Notlage im Dorf eben nicht wichtig.

Von dem Angebot des Bürgermeisters, sich höchstpersönlich mit auf den Weg nach München zu machen, war der Schulleiter begeistert. „Herr Kölbl ist einfach ein Macher“, sagt er und lacht. Zudem hatte er eben einen Lieferwagen, mit dem sie die Möbel transportieren konnten. Das war nicht nur eine nette Geste, sondern auch sehr praktisch. Angeliefert bekommen hätte Schneider die Schränke, Schreibtische und Rollcontainer nämlich nicht.

Quasi in einer Nacht- und Nebelaktion haben er und Kölbl gemeinsam angepackt. Nicht etwa deshalb, um ihr Vorhaben geheim zu halten. Tagsüber wäre der Transport einfach nicht möglich gewesen. Wegen den Mitarbeitern in der Münchner Firma. Auf diese mussten die Werdenfelser Rücksicht nehmen. „Darum konnten wir erst nach Feierabend ab 19 Uhr tätig werden“, sagt Schneider. Einen Teil der neuen Einrichtung hat er bereits vor den Weihnachtsferien in seinem Büro aufgestellt. Auch in der Grundschule Oberau, an der Schneider ebenfalls Rektor ist, wird vermutlich demnächst der ein oder andere Schrank des Münchner Ensembles stehen.

Magdalena Kratzer

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