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Wildschweine im Fokus: Schwarzwild in den Alpen aktiv anzukirren, findet Wildbiologe Niels Hahn (r.) problematisch. Links steht Rudolf Utzschneider, Vorsitzender des Vereins Wald Wild Jagd, rechts am Tisch sitzt Dr. Ellen Baum, Leiterin des Veterinäramtes.

Schwarzkittel auf dem Vormarsch

Wildschweine vermehren sich explosionsartig: Aber wie ist dem beizukommen?

Wie ist der explosionsartigen Vermehrung der Wildsauen beizukommen? Mit diesem Thema beschäftigten sich Experten bei einem Vortragsabend in Eschenlohe.

Eschenlohe – Wildschweine stehen seit einiger Zeit verstärkt im Fokus. Denn es werden immer mehr, womit auch die Flurschäden zunehmen. Ferner besteht die Gefahr, dass die Afrikanische Schweinepest irgendwann Deutschland erreicht. Zum Verzehr taugen die Schwarzkittel in den hiesigen Breiten wegen der Becquerel-Belastung oft nicht, so dass sie entsorgt werden müssen.

Vor diesem Hintergrund hat der Verein Wald Wild Jagd dem Wildsau-Thema einen Abend im Eschenloher Brückenwirt gewidmet. Eingeladen waren Bauernobmänner, Jagdvorstände, Jäger, die Waldbesitzervereinigung und einige mehr. Während Anfang dieses Jahrtausends so gut wie keine Wildschweine im Landkreis Garmisch-Partenkirchen erlegt wurden, änderte sich dies in der Folge deutlich. 2012 wurden zum Beispiel 58 zur Strecke gebracht, 2015 waren es 128 und vor zwei Jahren 65. Aus Sicht von Berufsjäger Alexander Mania, Schwarzwildberater des Bezirks Oberbayern, ist nicht der Maisanbau schuld an der Ausbreitung des Schwarzwilds. Ein Faktor sei die „Urbanisierung der Jägerschaft“. Also der Umstand, dass der Jagdpächter oft nicht mehr aus dem Nachbardorf kommt, sondern aus der Stadt. Ein weiterer Grund ist laut Mania die „Populationsdynamik“ der Schweine. „Die kommen gleich nach den Mäusen.“ Darüber hinaus sind die Wildsauen sehr anpassungsfähig.

Das Gebirge ist nach Aussage des Wildbiologen Niels Hahn für die Art jedoch ein „suboptimaler Lebensraum. Sie tun sich hier im Winter schwer“. Gleichwohl wurden auf 1500 Meter Höhe Exemplare gesichtet. Schwarzwildberater Mania hatte einige Tipps parat, wie man dem Tier begegnen kann. So sollte man Sammelansitze organisieren, gefährdete Flächen beobachten und die Jungjäger einbinden. „Das sind die Motiviertesten überhaupt.“ Zudem hält es der Berufsjäger für ratsam, geeignete Hunderassen heranzuziehen und deren Einsatz zu fördern. Große seien jedoch gefährdet. Grundsätzlich ist laut Mania Zusammenarbeit angesagt, Egoismen seien hintanzustellen. „Über allem muss das Wort Gemeinschaft stehen.“

Auch ums Thema Kirrjagd ging es an dem Abend. Wildbiologe Hahn hält diese im Alpenraum für „problematisch“. Denn damit würden die Wildschweine ja angelockt. Eine Möglichkeit ist auch die Errichtung eines so genannten Saufangs, also einer Lebendfalle. Im Landkreis wurden bis dato zwei genehmigt. Und zwar in Uffing und Riegsee, wie Stephan Scharf, Sprecher des Landratsamts, mitteilte. Schwarzwildberater Mania betonte allerdings, dass ein Saufang „kein Allheilmittel“ sei. „Überlegen Sie sich das gut.“ Die Errichtung einer solchen Konstruktion muss beim Landratsamt beantragt werden. Auch im Kreis Weilheim-Schongau sind bereits Saufänge abgesegnet worden.

Über die Afrikanische Schweinepest (ASP) informierte derweil Dr. Ellen Baum, Leiterin des Veterinäramtes Garmisch-Partenkirchen. Dabei stellte sie unmissverständlich klar: „Es ist nicht die Frage, ob die ASP kommt, sondern wann.“

Ein Ausbruch hätte nach Angaben des Wildbiologen Hahn „immense wirtschaftliche Auswirkungen“. Einen Impfstoff gibt es bis dato nicht. „Es ist auch keiner in Aussicht.“ Die ASP breitet sich in den Wildschweinbeständen vieler Regionen Osteuropas immer weiter aus. Vor Kurzem wurde die Krankheit erstmals in Ungarn bei einem verendeten Schwarzkittel festgestellt.

Roland Lory

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