Die vorhandene Anlage der Firma Vispiron befindet sich direkt an der Autobahn bei Eschenlohe.
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Die vorhandene Anlage der Firma Vispiron befindet sich direkt an der Autobahn bei Eschenlohe.

Energiewende

Gemeinderat Eschenlohe lehnt zweiten Solarpark ab

Eine große Photovoltaikanlage steht bereits an der Autobahn bei Eschenlohe. Nun wollte ein Grainauer in der Nähe der Grenze zu Schwaigen ebenfalls eine solche Konstruktion hinstellen. Der Eschenloher Gemeinderat erteilte dem Projekt jedoch am Donnerstagabend eine klare Absage.

  • Der Eschenloher Gemeinderat lehnt einen zweiten Solarpark ab.
  • Dies ist das Ergebnis der Sitzung am Donnerstagabend.
  • Die betroffene Fläche liegt im Bereich eines FFH- und SPA-Gebietes.

Eschenlohe – Mit dem Antrag auf Änderung des Flächennutzungsplanes für ein Areal an der Schwaigener Straße ist ein Grundeigentümer aus Grainau beim Eschenloher Gemeinderat gescheitert. Das Gremium lehnte das Papier, das die Errichtung einer Freiflächen-Photovoltaikanlage nahe der Schwaigener Gemeindegrenze vorsieht, am Donnerstag einstimmig ab.

Verstoß gegen Anbindegebot

„Gemäß dem Landesentwicklungsprogramm Bayern sollen Freiflächen-Photovoltaikanlagen auf vorbelasteten Standorten realisiert werden“, sagte Bürgermeister Anton Kölbl (CSU). „Die betroffene Fläche liegt aber im Bereich eines FFH- und SPA-Gebietes sowie eines Biotops.“ SPA-Gebiete sind Europäische Vogelschutzgebiete. In diesem Zusammenhang zitierte er aus dem Regionalplan Oberland Teil B I, nach dem Natur und Landschaft in ihrer Vielfalt und ihrer ökologischen Funktion erhalten bleiben sollen. „Zu diesem Zweck sollen die schutzwürdigen Biotopflächen gesichert, optimiert und zu Biotopverbundsystemen ergänzt werden“, sagte der Rathauschef. So gelte es, wesentliche andere Nutzungen und Veränderungen schützenswerter Biotope zu vermeiden. Zudem befinde sich das im Antrag genannte Grundstück weder im Bebauungsbereich noch an der Autobahn oder der Bahnstrecke, sondern im Außenbereich in der freien Landschaft. „Dies verstößt gegen das Anbindegebot des Landesentwicklungsplans Bayern und führt zu einer Zersiedelung der Landschaft, und somit zu einer Störung des Landschaftsbildes.“ Außerdem bestehe nahe der in Eschenlohe vorbeiführenden Autobahn A 95 bereits ein großer Solarpark, welcher nach Ansicht der Gemeinde ausreichend sei.

Sehr lang, sehr schmal

Auch ging Kölbl auf die spezielle Situation vor Ort ein: „Das betreffende Grundstück ist sehr lang, aber auch sehr schmal. Man muss ja auch eine Durchfahrt berücksichtigen, dann wir es für die Module sehr eng.“ Zudem existiere dort weit und breit kein Transformator, der für die Einspeisung ins Netz notwendig sei: „Und der ist sehr teuer.“ Auch Ratsmitglied Anton Schönach (CSU) verwies auf das Anbindegebot: „So etwas kann ich mir in der freien Landschaft überhaupt nicht vorstellen.“

Thomas Oswald (FW), der sich ebenfalls nicht mit der Idee anfreunden konnte, ergänzte: „Für mich gehören Photovoltaikanlagen aufs Dach drauf. Selbst an der Autobahn würde ich ‚Nein’ sagen.“ Die Ablehnung des Antrags mit 13:0-Stimmen durch das Gremium war die logische Folge.

Heino Herpen

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