Sauer: Thomas Rechberg aus Eschenlohe.
+
Sauer: Thomas Rechberg aus Eschenlohe.

Grundeigentümer äußert heftige Kritik an Landrat Speer

UNESCO-Weltkulturerbe: Rechberg fühlt sich „betrogen“

  • Roland Lory
    vonRoland Lory
    schließen

Die Vorwürfe reißen nicht ab. Ein weiterer Grundeigentümer äußert Kritik, was die Bewerbung für das Prädikat UNESCO-Weltkulturerbe betrifft.

  • Mit Thomas Rechberg äußert der nächste Grundeigentümer Kritik in Zusammenhang mit der Bewerbung für das Prädikat UNESCO-Weltkulturerbe.
  • Er beklagt, dass trotz seines Widerspruchs weiterhin bestimmte Flächen im geplanten Gebiet enthalten seien.
  • Die Kreisbehörde lädt den Eschenloher (68) ins Landratsamt ein, um die Punkte zu besprechen.

Eschenlohe – Man kann nicht sagen, dass es gerade gut läuft für Landrat Anton Speer (Freie Wähler) im Hinblick auf die Bewerbung für das UNESCO-Weltkulturerbe. Denn vor allem im Nordlandkreis hagelt es Kritik am Vorgehen der Kreisbehörde. Den Anfang machte im Februar im Murnauer Marktgemeinderat Rudolf Utzschneider. Der CSU-Fraktionssprecher konfrontierte Speer und Peter Strohwasser, Leiter der Unteren Naturschutzbehörde, im Kultur- und Tagungszentrum mit einem ganzen Fragenkatalog und diversen Vorwürfen. Einer davon: Stellungnahmen von örtlichen Landwirten seien zwar „in Teilen berücksichtigt“, jedoch „an entscheidenden Stellen ignoriert“ worden.

Zach fühlt sich belogen

Anfang März machte der Ohlstadter Mandatsträger Georg Zach (BVO) seinem Ärger in der Sitzung des Gemeinderats Luft: „Es hieß von Anfang an, das Ganze ist freiwillig, und die Flächen können jederzeit wieder rausgenommen werden. Das stimmt aber so nicht, jetzt heißt es, man kann an den Plänen nichts mehr ändern.“ Er fühle sich von Landrat Speer in diesem Punkt belogen, sagte der Lokalpolitiker (wir berichteten).

Rechberg spricht von „Vertrauensmissbrauch“

Auch der Eschenloher Thomas Rechberg ist alles andere als einverstanden mit dem Vorgehen der Kreisbehörde. „Als im großen Umfang betroffener Eigentümer haben wir vehement einer Einbeziehung unserer Flächen widersprochen“, heißt es in einem Offenen Brief an Speer. „Dennoch sind außer einer kleineren Fläche alle weiteren Flächen weiterhin im Weltkulturerbegebiet umfasst.“ Das stellt nach Rechbergs Meinung „einen erheblichen Vertrauensmissbrauch dar“. Der Offene Brief liegt dem Tagblatt vor.

Zweifel an der Freiwilligkeit

Bestärkt fühlt sich der 68-Jährige, der den familieneigenen Forstbetrieb verwaltet, durch eine Speer-Aussage, „dass auch weiterhin Flächen herausgenommen und hinzugefügt werden können, wenn dies fachlich geprüft und möglich ist“. Rechberg fragt sich: „Wer entscheidet denn über die fachliche Prüfung? Die Naturschutzbehörde! Wo bitte ist dabei die versprochene angebliche Freiwilligkeit, Herr Landrat Speer?“ Rechberg, dessen Familie Flächen am Heuberg und im Moos besitzt, findet: „Das wird einfach übergestülpt.“ Der Agraringenieur fühlt sich „betrogen“, wie er dem Tagblatt sagte. „Die Grundeigentümer geben langfristig ihr Eigentum auf.“ Das sei nicht schönzureden.

Nachteile befürchtet

Er verweist auch auf die vielen unverteilten Gemeindeareale mit Weiderechten aus der Zeit der Säkularisation, die allesamt betroffen seien, zum Beispiel das Gebiet an der Kuhalm. „Auch wir sind Teilhaber an diesen Flächen und haben vehement widersprochen.“ Rechberg befürchtet, dass mit dem Weltkulturerbe-Siegel Nachteile für die Grundeigentümer einhergehen. „Das ist eine Riesengefahr.“ Dabei verweist er auf die Diskussion um Windräder in der Nähe der Wieskirche.

Einladung ins Landratsamt

Die Kreisbehörde wollte sich inhaltlich nicht zu dem Schreiben äußern. „Wir laden Herrn Rechberg ins Landratsamt ein“, teilte Sprecher Stephan Scharf mit. Auch der Landrat werde an dem Gespräch teilnehmen. „Alles Weitere wird man sehen.“

Auch interessant: Es gibt noch Spielraum bei den Flächen

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare