+
Feierliche Übergabe: Die ersten acht neuen Mercedes-Benz-Zugmaschinen nimmt Geschäftsführer Georg Wittwer (2.v.l.) im Lkw-Werk in Wörth am Rhein in Empfang – hier im Beisein von (v.l.) Andreas Dohmen (Verkaufsleiter Nutzfahrzeuge Autohaus Hornung), Irina Velichkova (Geschäftsführerin Wittwer Bulgaria ood), Boris Stoimenov (Geschäftsführer Wittwer Bulgaria ood), Gerhard Lutz (Geschäftsführer Autohaus Hornung) und Hans Inderfurth (Großkundenbetreuer Daimler AG). 

Das gab‘s noch nie in der Firmengeschichte des Autohauses

Rekordauftrag! Spedition Wittwer und Autohaus Hornung schließen Mega-Deal ab

  • schließen

So sehen Wirtschaftsförderung in Vollendung und eine spezielle Art der Nachbarschaftshilfe aus: Wittwer beschert dem Autohaus Hornung den größten Einzelauftrag der Firmengeschichte. Die Eschenloher Spedition ordert 152 Sattelzugmaschinen. 

Eschenlohe – Das Geschäft manövriert diePartner in eine klassische Win-win-Situation: Das Autohaus Hornung hat nie zuvor einen größeren Einzelauftrag verbucht, und die Eschenloher Wittwer Spedition & Logistik GmbH handelte ein attraktives Rundum-sorglos-Paket für sich aus. Kurzum: Die beiden Unternehmen haben sich auf einen spektakulären Deal geeinigt. Wittwer kauft bei Hornung innerhalb von rund eineinhalb Jahren 152 Mercedes-Benz-Sattelzugmaschinen inklusive Vollservicevertrag, der Reparaturen abdeckt. Gesamtvolumen: knapp 14 Millionen Euro.

„Wir freuen uns sehr, dass wir das geschafft haben“, sagt Hornung-Geschäftsführer Gerhard Lutz – immerhin machte er damit „den größten Einzelauftrag in 67 Jahren Firmengeschichte“ perfekt. Dabei spielte räumliche Nähe eine große Rolle. Den „letzten Ausschlag“, glaubt Lutz, habe die 2016 am Eschenloher Blauänger neu eröffnete Hornung-Lkw-Werkstatt gegeben. Das bestätigt Speditions-Geschäftsführer Georg Wittwer und verweist auf die guten Erfahrungen: „Neben dem Produkt“ sei die Werkstatt „in direkter Nachbarschaft zu uns“ maßgeblich für diese Bestellung gewesen. Die für den Fernverkehr gedachten, 450 PS starken Actros-Lkw müssen vom einen Betrieb zum anderen gerade mal 50 Meter zurücklegen.

Fast zehn Jahre um Auftrag gekämpft

Der Kauf bedeutet auch für Wittwer einen Rekord: Noch nie zuvor hat sein Unternehmen annähernd so viele Zugmaschinen auf einen Streich erworben. Vor rund sechs Jahren hatte die Spedition einmal 25 Stück angeschafft – bislang der Spitzenwert. Nun dringt man in ganz andere Sphären vor. Dabei lobt Wittwer seinen Verhandlungspartner in den höchsten Tönen: „Herr Lutz hat uns maßgeblich geholfen mit dem ganzen Paket.“ So sei Wittwer kurzfristig zum A-Kunden aufgestiegen und habe höhere Rabatte erhalten. Der Hornung-Geschäftsführer lässt seinerseits keinen Zweifel aufkommen, welche Priorität er diesem Großauftrag beimisst. „Wir haben in der Ausschreibung fast zehn Monate lang gekämpft.“ Es galt, sich gegen MAN, Scania, Volvo und DAF durchzusetzen, die mit insRennen gingen. Die Wahl fiel auf Mercedes-Benz. „Da die Flotte der Spedition Wittwerüberwiegend aus Lkw anderer Hersteller bestand, ist dieser Auftrag ein großer Erfolg für uns“, betont Lutz. Mercedes spielte mit rund 30 von etwa 160 Fahrzeugen in der Wittwer-Flotte bisher eine kleinere Rolle – und wird künftig vor MAN zum Hauptdarsteller aufsteigen. Das stärke den Eschenloher Hornung-Standort und schaffe Arbeitsplätze, betont Wittwer. Lutz bestätigt, dass der Betrieb die Größe der Werkstatt-Mannschaft angepasst und zwei Lehrlinge übernommen habe. Hornung beschäftigt nun rund 20 Mitarbeiter in Eschenlohe. Lutz spricht angesichts des Deals von „Wirtschaftsförderung par excellence. Und das Geld bleibt im Landkreis“.

Flotte kommt in Eschenlohe in die Werkstatt

Wittwer tauscht den Großteil seiner Lkw aus und stockt den Fuhrpark auf, der in eineinhalb Jahren 165 Lkw umfassen wird. Der deutsche Standort wächst von derzeit 18 Fahrzeugen auf 25. Das Gros von aktuell 142 gehört zu der bulgarischen Firma, die Wittwer vor vier Jahren in Blagoevgrad gegründet hat, weil er auf dem Balkan anders als in Deutschland genügend Fernfahrer findet, die Rundläufe zwischen Griechenland und Großbritannien – neben Italien WittwersKernländer – bestreiten. Auch der bulgarische Flottenteil kommt zur Wartung in Hornungs Werkstatt. Seine Brummis, die vor allem Papierrollen, Abfälle zur Weiterverwertung, Altpapier, Metallspähne, klassische Abfälle, Ersatzteile für die Autoindustrie und Getreide transportieren, seien „toujours im Einsatz“, sagt Wittwer, der 59 von 242 Mitarbeitern in Eschenlohe beschäftigt. An die 20 Millionen Kilometer häufen seine Zugmaschinen summa summarum jedes Jahr an.

Da darf’s ein bisschen mehr Komfort sein: Die neuen Lkw werden mit dem größten Actros-Führerhaus, Standklima-Anlage, vorausschauendem Tempomat und automatischem Bremssystem ausgeliefert, das den Riesen vor einem Stauende selbständig stoppt. Und: Die Flotte wird per Internet vernetzt. „Wir wissen damit bei jeder Komponente ständig, ob alles in Ordnung ist und können entsprechend reagieren“, sagt Lutz.

Viel enger kann eine Zusammenarbeit nicht sein.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Das wird Söders erster Auftritt als Ministerpräsident im Landkreis
Am 2. Mai ist es so weit: Dann wird die Landesausstellung in Ettal eröffnet. Bis zu 1200 Ehrengäste werden erwartet.
Das wird Söders erster Auftritt als Ministerpräsident im Landkreis
Unbekannter platziert Glasscherben an Kindergarten-Spielplatz - Tatmotiv unklar
Wer tut so was? Mitten im Spiel hat ein Kind am Donnerstag im Garten seiner Kita Glasscherben im Boden entdeckt. Sie sind offenbar ganz bewusst dort platziert worden. 
Unbekannter platziert Glasscherben an Kindergarten-Spielplatz - Tatmotiv unklar
Staffelseebus: Gemeinde Murnau prüft Ersatz
Der Staffelseebus ist, wie es aussieht, bald Geschichte. Doch vielleicht bringt der Markt Murnau ein ähnliches Angebot an den Start. Erste Überlegungen skizzierte …
Staffelseebus: Gemeinde Murnau prüft Ersatz
Wanktunnel sorgt für Wut-Politiker: Gemeinderat Braun verlässt Sitzungssaal
Der Stillstand beim Wanktunnel, der den Ortsteil Partenkirchen entlasten soll, hat im Garmisch-Partenkirchner Gemeinderat für hitzige Diskussionen gesorgt. Besonnene …
Wanktunnel sorgt für Wut-Politiker: Gemeinderat Braun verlässt Sitzungssaal

Kommentare

km63punkt8
(0)(0)

... Papierrollen, Abfälle zur Weiterverwertung, Altpapier, Metallspähne, klassische Abfälle ...... Getreide ....

Alles Sachen die auf die Bahn gehören und statt dessen über den Zirler Berg und das Karwendel gekarrt werden.

Karwendelgeist
(6)(0)

Zitat „weil er auf dem Balkan anders als in Deutschland genügend Fernfahrer findet, .....“
....die bereit sind für einen Bruchteil des Gehaltes eines deutschen Ferfahrers zu arbeiten.......