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Ein Drittel der Anlage steht bereits: der Solarpark an der Autobahn bei Eschenlohe. 

Großprojekt an Autobahn bei Eschenlohe

Solarpark: In kleineren Schritten zur Energiewende

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Der Solarpark direkt an der Autobahn bei Eschenlohe wird entgegen der bisherigen Planung in drei Etappen gebaut. Der Investor begründet dies mit neuen gesetzlichen Vorgaben. Der erste Abschnitt der Anlage steht bereits und soll noch im September ans Netz gehen.

Eschenlohe – Es ist ein ehrgeiziges Projekt, das den Landkreis auf dem Gebiet der Energiewende ein gutes Stück weiterbringt: Das Münchner Unternehmen Vispiron nimmt nach eigenen Angaben rund 2,4 Millionen Euro in die Hand, um auf einem angepachteten, etwa 3,5 Hektar großen Randstreifen entlang der Autobahn 95 an der Anschlussstelle Eschenlohe einen großen Solarpark zu errichten. Dazu gab der Eschenloher Gemeinderat im Frühjahr grünes Licht. Eigentlich sollte die Konstruktion mit mehreren tausend Modulen – entstehehen soll eine Anlage, die zirka 2,7 Millionen Kilowattstunden sauberen Öko-Strom erzeugt – bereits heuer im Sommer komplett fertiggestellt werden.

Doch die Pläne haben sich geändert: Vispiron baut nun den Park, wie Geschäftsführer Florian Schönberger auf Nachfrage mitteilt, in drei Abschnitten. Der erste steht bereits nach zehnwöchiger Bauzeit. Es fehle nur noch der Netzanschluss, berichtet der Wirtschaftsingenieur. Wenn alles gut läuft, sei dies Mitte bis Ende September der Fall. Dann kann zumindest schon mal ein Drittel der vorgesehenen Gesamtleistung eingespeist werden. Die anderen beiden Abschnitte sollen 2019 uns 2020 folgen.

Glücklich scheint man bei Vispiron über die Kursänderung nicht zu sein. „Das war so nicht angedacht“, räumt Schönberger ein. Schließlich habe man bereits die ganze Technik gekauft und müsse die Kosten zwischenfinanzieren. Aber es hätten sich überraschend die gesetzlichen Rahmenbedingungen geändet. Die Regularien des Strommarktes sind kompliziert. Laut Schönberger darf, vereinfacht gesagt, neuerdings jedes Jahr nur noch eine bestimmte Kapazität geschaffen werden, um in den Genuss des staatlich geförderten Strompreises zu kommen. Der Manager vermutet dahinter politisches Kalkül. Seiner Ansicht nach geht es darum, die konventionellen Stromerzeuger zu schützen. Nichtsdestotrotz hält Schönberger am Konzept fest: „Wir ziehen das durch.“ Rentabel werde die Anlage allerdings jetzt erst ab dem zweiten Bauabschnitt. Vispiron, das sich auf Solaranwendungen spezialisiert hat, betreibt den Solarpark selbst und verkauft den erzeugten Strom – offenbar ein funktionierendes Geschäftsmodell. Mittlerweile betreibt das Unternehmen in Deutschland rund 35 solcher Solarparks. Kürzlich entstanden zum Beispiel zwei bei Penzberg. Und die Firma will weiter investieren – auch hier in der Region. „Wir suchen immer Leute, die Grundstücke verpachten, und Gemeinden, die mitziehen“, berichtet Schönberger.

Der Eschenloher Bürgermeister Anton Kölbl (CSU) sieht die aktuelle Entwicklung entspannt: Es handle sich um ein langfristiges Projekt, sagt er. Da spielten solche Verzögerungen von ein oder zwei Jahren keine Rolle. Entscheidend sei, dass in erneuerbare Energien investiert werde. „Das ist positiv“, sagt der Rathaus-Chef. Seiner Ansicht nach ist auch der Eingriff in das Landschaftsbild vertretbar. Denn wenn Kohle- und Kernkraftwerke abgeschaltet werden sollen, müssten nun mal solche Alternativen entstehen. Der westlich der Autobahn gelegene Solarpark ist ohnehin vom Dorf aus nicht zu sehen.

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