Im Überblick: Auf Höhe von Gut Weghaus wird an der A95 die geplante Halbanschlussstelle entstehen.
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Im Überblick: Auf Höhe von Gut Weghaus wird an der A95 die geplante Halbanschlussstelle entstehen.

Auerbergtunnel wird nicht vor 2023 errichtet

Verkehrsprojekt in Weghaus: Bau erst im Jahr 2021

  • Silke Reinbold-Jandretzki
    vonSilke Reinbold-Jandretzki
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Die Halbanschlussstelle Weghaus an der A95 wird heuer nicht mehr errichtet. Die zuständige Behörde will das Projekt, das samt Begleitstraßen die Schließung der maroden Eschenloher Tunnel ermöglicht, 2021 umsetzen. Der Auerbergtunnel wird frühestens 2023 folgen. Offen bleibt, ob die Corona-Krise Auswirkungen hat. Dann ist da noch die Geldfrage.

Eschenlohe – Mitte Januar drehte Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) den Geldhahn auf – im übertragenen Sinn natürlich: Er sagte die Finanzierung des Gesamtpakets Auerbergtunnel zu und erteilte die grundsätzliche Baufreigabe.

Das Problem: Mit den einst angesetzten etwas über 100 Millionen Euro ist es heute bei weitem nicht mehr getan – die Kostenschätzung ist einige Jahre alt und längst überholt. Derzeit bringt die zuständige Autobahndirektion (ABD) Südbayern die Zahlen auf den neuesten Stand. Im Herbst 2019 ging die Behörde überschlägig von 130 Millionen Euro für den Auerbergtunnel aus; dazu kamen damals rund zwei Millionen Euro für die A95-Halbanschlussstelle Weghaus plus knapp sechs Millionen Euro für die nötigen Begleitstraßen.

Auf Basis der aktuellen Beträge, erklärt Katharina Holzapfel von der ABD-Pressestelle, werde ein externes Büro erneut die Wirtschaftlichkeit über ein Kosten-Nutzen-Verhältnis ermitteln. Das Ergebnis bilde dann „die wesentliche Grundlage, damit das Gesamtprojekt in den Straßenbauplan 2021 aufgenommen wird“. Erst mit diesem Schritt sei „das Projekt tatsächlich finanziell gesichert“, führt Holzapfel aus. Doch sie stellt klar, dass die Frage der Aufnahme in den Straßenbauplan in der Regel keinen Grund für große Beunruhigung bedeutet: „Unter normalen Umständen ist das beinahe nur ein formaler Vorgang. Aber wir können nicht abschätzen, ob hier die Corona-Krise Auswirkungen auf das Projekt haben könnte.“ Momentan gehe man davon aus, dass das Vorhaben Eingang in den Straßenbauplan 2021 finden werde. Es zeichne sich wegen der Pandemie ab, dass dieser erst Anfang Herbst 2020 verabschiedet werde.

Der 3,8 Kilometer lange, vierspurige Ausbau der B2 zwischen Eschenlohe und Oberau Nord soll das Nadelöhr am Autobahnende beseitigen, an dem sich regelmäßig der Verkehr staut. Das Paket enthält den 1,9 Kilometer langen Auerbergtunnel sowie – als ersten von zwei Bauabschnitten – die Halbanschlussstelle (HAS) für die A95 bei Gut Weghaus samt Begleitstraßen. Dadurch wird die Schließung der maroden Eschenloher B2-Tunnel möglich – eine Entlastung für das Dorf, da der von Murnau gen Süden fahrende Verkehr frühzeitig auf die A95 fließt.

Der Bau der HAS Weghaus soll nach Angaben von Holzapfel „nächstes Jahr erfolgen“ – falls das nötige Geld zur Verfügung steht. „Wir hoffen, dass die Corona-Krise hier keine Auswirkungen hat.“ Die Bauzeit dürfte etwa ein halbes Jahr betragen.

Eschenlohes Bürgermeister Anton Kölbl (CSU) war bislang von einer Umsetzung noch heuer ausgegangen. Im künftigen Baufeld bei Weghaus wurde in diesem Jahr bereits gerodet. Auch wenn es (weitere) Verschiebungen geben sollte: Kölbl hat mit Blick auf den kostspieligen Unterhalt der alten B2-Tunnel keine Sorge, dass die HAS Weghaus aus finanziellen Gründen gestrichen werden könnte. Damit spare man langfristig jede Menge Geld, „das rechnet sich von selbst“.

Für den Auerbergtunnel gilt es, den Bauwerksentwurf aus dem Jahr 2010 zu aktualisieren und die Betriebstechnik für die Röhren auszuarbeiten. Dann könne man damit beginnen, die Vergabeunterlagen zu erstellen. „Ein Baubeginn in 2023 für den Tunnel stellt ein ambitioniertes Ziel dar“, macht Holzapfel deutlich. Experten rechnen damit, dass das Megaprojekt dann innerhalb von etwa vier Jahren entstehen wird.

Lesen Sie auch: Erlösende Nachricht: Grünes Licht für den Auerbergtunnel

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