Es wird bereits gebaggert: An der großen Loisachbrücke soll der Untergrund befestigt und nächstes Jahr dann die Autobahnauffahrt errichtet werden. Foto: Mayr
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Es wird bereits gebaggert: An der großen Loisachbrücke soll der Untergrund befestigt und nächstes Jahr dann die Autobahnauffahrt errichtet werden.

Halbanschlussstelle an A95 geplant

Verkehrsprojekt Weghaus: Erste Vorarbeiten laufen

  • Andreas Seiler
    vonAndreas Seiler
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Das Mammutprojekt Auerberg ist das nächste große Puzzleteil, um der gesamten Region die bitter notwendige Verkehrsentlastung zu bringen. Dazu gehört der Bau der Halbanschlussstelle Weghaus an der A95. Hierfür begannen jetzt die Vorarbeiten.

Eschenlohe – Einheimischen und Pendlern fiel die neu eingerichtete Baustelle an der großen Loisachbrücke – die Bundesstraße 2 verläuft dort unter der Autobahn 95 hindurch – sofort auf. In dem Bereich am ehemaligen Autobahnende begannen jetzt die Vorarbeiten für den Bau der Halbanschlussstelle Weghaus, die nächstes Jahr entstehen soll. Es handelt sich um eine beidseitige, s-förmige Auffahrt. Das Vorhaben ist technisch anspruchsvoll, weil es sich mitten im sensiblen Naturschutzgebiet Murnauer Moos abspielt.

Sensibles FFH-Gebiet schützen

So wurden jetzt beispielsweise Zäune aufgestellt, um das FFH-Gebiet vor Beschädigungen durch Baufahrzeuge zu schützen. Auch musste die Grasnarbe weggeschoben werden, die später wieder eingesetzt wird. Ein wichtiger Schritt steht nach Angaben der Autobahndirektion Südbayern, die für das Großprojekt verantwortlich ist, nächste Woche an: Es werden neben der Autobahn auf einer Länge von 200 Metern mehrere Tonnen Kies aufgeschüttet, um durch das Gewicht den moorigen Untergrund zu verdichten und zu festigen. „Dadurch wird das Wasser rausgedrückt“, erläutert Josef Seebacher, Pressesprecher der Autobahndirektion Südbayern, das komplizierte Verfahren.

Etwa ein halbes Jahr bleibt der Kies liegen. Dann kann er teilweise wieder abgetragen werden – und für den Bau der Rampe steht ein stabiler Untergrund zur Verfügung. Dieser Aufwand muss nur auf der Westseite der Anschlussstelle betrieben werden, auf der anderen sind die Bodenverhältnisse besser.

Ausbau der B2 zwischen Eschenlohe und Oberau

Zum Hintergrund: Der 3,8 Kilometer lange, vierspurige Ausbau der B2 zwischen Eschenlohe und Oberau Nord soll das Nadelöhr am Autobahnende beseitigen, an dem sich regelmäßig der Verkehr staut. Das Paket enthält den 1,9 Kilometer langen Auerbergtunnel sowie – als ersten von zwei Bauabschnitten – die besagte Halbanschlussstelle bei Gut Weghaus samt Begleitstraßen. Dadurch wird die Schließung der maroden Eschenloher B2-Tunnel möglich – eine Entlastung für das Dorf, da der von Murnau in Richtung Süden fahrende Verkehr frühzeitig auf die A95 fließt.

Billig ist das Ganze nicht. Zuletzt war die Rede von Gesamtkosten in Höhe von rund 140 Millionen Euro. Da die Baupreise jedes Jahr steigen, ist es gut möglich, dass sich das Verkehrsprojekt verteuert. „Wir sind dabei, die Kosten zu aktualisieren“, berichtet Seebacher. Der Zeitplan ist ehrgeizig: 2021 sollen die weiteren Bauabschnitte angepackt werden, etwa die Begleitstraßen oder die Vorarbeiten für den Tunnelbau, der europaweit ausgeschrieben wird. Gerechnet wird mit einer Bauzeit von drei bis vier Jahren. „Wir geben Vollgas“, versichert Seebacher.

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