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Verkehrsprojekte: Kein Geld, aber der Staat plant munter weiter

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Alles im Fluss: Bis Eschenlohe rollt der Verkehr auf der Autobahn München-Garmisch-Partenkirchen in der Regel reibungslos. Bei hohem Aufkommen, etwa zu den Hauptreisezeiten oder bei Ausflugswetter, bildet sich aber am Nadelöhr Autobahnende oft ein langer Stau Richtung Süden. © Florian Warnecke

Eschenlohe - Für große, dringend benötigte Verkehrsprojekte im Kreis Garmisch-Partenkirchen wie dem Kramertunnel in Garmisch, die Umfahrung Oberau und die Fortsetzung der Saulgruber Umgehung fehlt weiter die Finanzierungszusage. Dennoch planen die Behörden munter weitere Großvorhaben in der Region.

Derzeit läuft ein Planfeststellungsverfahren für eine vierspurige Schnellstraße ab dem Autobahnende Eschenlohe – und für den Auerbergtunnel. Der war im Zuge der – gescheiterten – Bewerbung für die Olympischen Winterspiele 2018 völlig überraschend in die Debatte gekommen. In diesem Zuge sollen eines Tages die Eschenloher Tunnel geschlossen und die Bundesstraße 2 (B 2) entlang der Autobahn 95 München-Garmisch-Partenkirchen geführt werden.

„In frühestens 15 bis 20 Jahren“ soll die vierspurige Schnellstraße nach den Worten von Eschenlohes Bürgermeister Anton Kölbl angegangen werden. Der CSU-Politiker informierte am Mittwochabend bei der Bürgerversammlung über den Sachstand der Verkehrsplanungen. Den genannten Zeitraum kann Josef Seebacher, Sprecher der Autobahndirektion Südbayern, so nicht bestätigen. Wann mit diesem Straßenbauprojekt zu rechnen sei, konnte er aber auch nicht sagen. „Der Bund hat uns den Auftrag gegeben zu planen. Wir gehen davon aus, dass er das Projekt auch haben will und finanziert.“ Allerdings werde das Vorhaben „nicht mit allerhöchstem Nachdruck“ verfolgt, wie es etwa bei einem Zuschlag für Olympia der Fall gewesen wäre. Es ist also alles offen.

Die Gemeinde Eschenlohe und die Landwirte machen bereits Front gegen die Pläne. Sie kritisieren unter anderem den angeblich hohen Flächenverbrauch.

Anfang dieser Woche gab es einen Erörterungstermin im Eschenloher Pfarrsaal. Vor Ort waren dabei Vertreter der Regierung von Oberbayern und der Autobahndirektion Süd, Kölbl sowie Rechtsanwälte der Gemeinde und des Bayerischen Bauernverbandes. Auch Grundeigentümer wurden vorstellig und brachten Einwände vor. „Wir sind alles in allem nicht begeistert“, sagte Bürgermeister Kölbl bei der Bürgerversammlung.

Roland Lory

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